Stärkung der Managementfähigkeiten der Kommission der Afrikanischen Union im Büro des Vizepräsidenten (ICBP)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Managementkapazitäten der Kommission der Afrikanischen Union im Büro des Vizepräsidenten der Afrikanischen Union
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kommission der Afrikanischen Union (Sitz: Äthiopien); Mitgliedsstaaten der AU
Politischer Träger: Kommission der Afrikanischen Union
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2016

Ausgangssituation

Die Umgestaltung der früheren Organisation der Afrikanischen Einheit (OAE) in die Afrikanische Union (AU) 2002 stellte die afrikanische Staatengemeinschaft und insbesondere ihr Sekretariat, die Kommission der Afrikanischen Union (AUK), vor große Herausforderungen. Die OAE war in ihrem Verständnis vor allem eine Organisation für Lobbyarbeit im Rahmen der Entkolonialisierung Afrikas gewesen. Die AU dagegen will die politische und wirtschaftliche Integration Afrikas vorantreiben und schrittweise zur führenden supranationalen Organisation Afrikas werden.

Die Kommission der Afrikanischen Union musste dementsprechend auch in der Verwaltung eine funktionierende Organisation werden. Programm- und Finanzplanung, Rechenschaftslegung, Personalführung – diese und eine Reihe weiterer Bereiche mussten umgestaltet und neu ausgerichtet werden.

Wie muss eine straffe, effektive und gleichzeitig schlanke Organisation aussehen, um die Integration Afrikas erfolgreich voranzutreiben und nicht hinter Versprechen und Statuten zurückzufallen? In der OAE spielten bei der Stellenvergabe oft Länderquoten und politische Motive eine maßgebliche Rolle. Kriterien wie Effizienz und Qualifikation des Fachpersonals traten deshalb oftmals in den Hintergrund.

Auch Veränderungen in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit bringen neue Aufgaben für die AUK mit sich. Geber und Mitgliedsstaaten der AU legen heute mehr Wert auf die erzielte Wirkung ihrer Unterstützung und fordern mehr Transparenz, Rechenschaftslegung und Ergebniskontrolle.

Ziel

Die Kommission der Afrikanischen Union ist eine moderne, effektive Verwaltung, die die Integration Afrikas erfolgreich vorantreibt.

Vorgehensweise

Das Programm arbeitet eng mit dem Büro des Vize-Präsidenten der AUK (Bureau of the Deputy Chair Person, BDCP) zusammen, das für den „Aufbau von Kapazität und institutionellen Strukturen” zuständig ist. Das BDCP spielt eine zentrale Rolle in der AUK sowie bei der Koordinierung interner Strategie- und Managementprozesse und der Rechenschaftslegung gegenüber den AU-Mitgliedsländern. Darüber hinaus ist es für das Personalwesen im gesamten AU-System verantwortlich.

Seit 2004 unterstützt die GIZ, teilweise in Zusammenarbeit mit der KfW Entwicklungsbank, den Strategieplan der institutionellen Umwandlungsprozesse der AU. Die AUK wurde zu Themen wie mittelfristige Finanz- und Ausgabenplanung sowie Rechenschaftslegung geschult sowie bei der Verbesserung der Personalpolitik, insbesondere für weibliche Führungskräfte, beraten.

Durch ein Monitoring- und Evaluierungssystem zur Leistungserhebung sowie die Entwicklung anderer Indikatoren und statistischer Daten soll die AUK gegenüber der Generalversammlung (AU-Assembly) rechenschaftsfähiger und transparenter gemacht werden.

2013 untersuchte ein von der GIZ finanziertes Konsortium die Umsetzungsfähigkeit sämtlicher AU-Kommissariate und ihrer Abteilungen in Bezug auf ihre Mandate und Aufgaben. Mit dem Bericht des ehrgeizigen Programmvorhabens soll 2014 die Anpassung der Organisationsstruktur an die Aufgaben weiter vorangetrieben werden.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Leistungen des Vorhabens haben zu einer erheblichen Verbesserung der Planungs- und Managementsysteme sowohl in der Kommission der Afrikanischen Union als auch bei NEPAD (Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung) geführt.

Ein neues Projekt- und Budgetsystem wurde entwickelt, um die Transaktionskosten zu verringern. Die Fähigkeit der AUK, Finanzierungsverträge von Gebern angemessen zu bearbeiten, hat sich verbessert. Durch berufsbegleitendes Training des mittleren Managements, in der Organisationsentwicklung und in der Zusammenarbeit mit den vielen Interessensvertretern (Stakeholder Management), werden Veränderungsmanager (change agents) ausgebildet. Sie sollen die strategische und nachhaltige Umsetzung der geplanten Veränderungsprozesse sicherstellen und die Grundsätze institutioneller Effektivität und Effizienz in der Organisation verankern.

Ein entsandter ghanaischer Berater, der bereits an Umstellungen des ghanaischen Haushalts mitgewirkt hatte, konnte planerische und politische Entwicklungsprozesse voranbringen. Das führte erstmals zu einem, noch verbesserungswürdigen, Programmhaushalt für 2011, der bis zum Haushaltsjahr 2013 deutlich optimiert wurde.

Die Leistungsfähigkeit der AUK bei der Durchführung von Korbfinanzierungen, das ist die Bündelung der Finanzmittel mehrerer Geber, wurde erheblich gesteigert. Mittlerweile erfüllt die Organisation bereits vier der fünf EU-Kriterien für das Fondsmanagement von Institutionen. Zum Vergleich: Noch 2010 wurde nur einem einzigen Kriterium entsprochen.