Friedensentwicklung, Jugendförderung und Korruptionsbekämpfung – Friedensfonds

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Friedensentwicklung, Jugendförderung und Korruptionsbekämpfung – Friedensfonds
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Timor-Leste
Politischer Träger: State Secretariat for Youth and Sports
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Timor-Leste Die Trainer des nationalen Fortbildungsprogramms zur Jugendförderung werden in Trainingsmethoden geschult. © GIZ

Ausgangssituation

Timor-Leste ist ein Postkonfliktland mit einer der jüngsten Bevölkerungen weltweit. Angesichts hoher Jugendarbeitslosigkeit, fehlender Beschäftigungsmöglichkeiten sowie unzureichender formaler und non-formaler Bildungsangebote haben Jugendliche nur wenig Aussicht auf sozialen Aufstieg. Die Konfrontation mit Gewalt im öffentlichen und privaten Raum erhöht die Gewalttoleranz und suggeriert, Gewalt sei eine Lösung im Umgang mit Konflikten und Frustration. Die institutionellen Strukturen der Jugendarbeit sind bisher schwach verankert, wenig vernetzt und erreichen Jugendliche in den ländlichen Gebieten kaum. Zudem gibt es zu wenige Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für Akteure in der Jugendförderung. Programme zur Unterstützung gewaltfreier Konfliktbearbeitung werden lediglich eingeschränkt angeboten.

Ziel

Maßnahmen qualifizierter Jugendförderungsinstitutionen befähigen Jugendliche, Konflikte gewaltfrei zu bearbeiten.

Vorgehensweise

Gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Jugend und Sport sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren und Organisationen unterstützt das Vorhaben die Leistungsfähigkeit staatlicher und nichtstaatlicher Partner im Jugendsektor, vor allem bei der gewaltfreien Konfliktbearbeitung. Staatliche und nichtstaatliche Jugendarbeiter werden in einem nationalen Fortbildungsprogramm zur konflikt- und gendersensiblen Jugendarbeit sowie zur Planung und Durchführung jugendbezogener Projekte fortgebildet. Die Konzeption und erste Trainingsangebote werden vom Consultingunternehmen AMBERO-IP durchgeführt.

Jugendakteure in Dili sowie in den Distrikten Ermera, Aileu und Manatuto werden miteinander vernetzt. Sie ermitteln gemeinsam Jugendbedarfe und erarbeiten passende Fördermaßnahmen, die sie als Netzwerke umsetzen. Erfahrungen und Ergebnisse der Arbeit werden, mit Blick auf eine Ausweitung der Aktivitäten, zusammen mit dem politischen Partner ausgewertet und aufbereitet.

In Anlehnung an das Vorgängerprojekt werden weiterhin jährlich 10 lokale Initiativen und Nichtregierungsorgansationen (NRO) vom Friedensfonds gefördert. Sie erhalten finanzielle Unterstützung und Beratung durch das Projektteam, um selbstständig geplante jugend- und friedensfördernde Maßnahmen umzusetzen.

Parallel findet ein Wissenstransfer vom derzeit durch die GIZ verwalteten Friedensfonds auf stattliche Jugendförderungsmechanismen statt. Eine CIM-Fachkraft berät das Staatssekretariat für Jugend und Sport zu wichtigen Jugendthemen und zur Ausweitung der Teilhabe junger Timoresen an politischen Entscheidungsprozessen. Eine weitere CIM-Fachkraft unterstützt in der Antikorruptionskommission die Organisationsentwicklung sowie die Ausarbeitung von Policies und Standards. Sie trägt zur Verankerung von Korruptionsprävention in der Jugendarbeit bei.

Wirkungen

Für das berufsbegleitende nationale Fortbildungsprogramm wurde ein Curriculum entwickelt. 47 staatliche und nichtstaatliche Jugendarbeiter aus 4 verschiedenen Distrikten haben die Pilotphase des modularen Trainings erfolgreich abgeschlossen. Zu verschiedenen Anlässen, beispielsweise in Jugendcamps oder Schulen, sind die Trainings auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

Zunächst in 3 Distrikten wurden Jugendnetzwerke aufgebaut. Bei Präsentationen und Ausstellungen wurden die in Jugenddialogen ermittelten Bedarfe der Jugendlichen mit Vertretern des Staatssekretariats für Jugend und Sport diskutiert. Auf dieser Grundlage wurden, zusammen mit dem Vorhaben, Initiativen ermittelt, die gefördert und durch die zugehörigen Jugendzentren koordiniert werden.

Das Vorhaben hat die Ausarbeitung der nationalen Jugendstrategie beraten, die auf den Prinzipien der allgemeinen Menschenrechts- und Kinderrechtsabkommen basiert. Wichtige Neuerungen sind die Ausweitung der politischen Teilhabe von Jugendlichen sowie die Abstimmung von Jugendthemen mit weiteren Schlüsselministerien unter Federführung des Staatssekretariats für Jugend und Sport. Marginalisierte, auf dem Land lebende Jugendliche sollen intensiv gefördert und dezentrale Jugendstrukturen gestärkt werden. Die nationale Jugendstrategie wurde am 2. Februar 2016 vom Ministerrat verabschiedet.

Unter Mitarbeit der CIM-Fachkraft wurde eine Strategie zur Weiterentwicklung der Antikorruptionsbehörde erarbeitet. Zentrale Bausteine, wie ein neues Organigramm und die Formalisierung von Positionen und Laufbahnen, wurden vom Ministerrat verabschiedet.

Timor-Leste. Jugendliche in Ermera bereiten einen lokalen Jugenddialog vor. © GIZ

Die ersten 10 vom Friedensfonds geförderten Nichtregierungsorgansationen haben ihre Aktivitäten zur Verbreitung von gewaltfreiem Konfliktmanagement, zu Geschlechtergleichberechtigung sowie zur Förderung von Menschen- und Kinderrechten beendet. Die Erfahrungen werden derzeit aufgearbeitet, mit den NRO diskutiert und der timoresischen Öffentlichkeitzugänglich gemacht. Seit Frühjahr 2016 werden weitere 10 Initiativen und NRO gefördert.

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