Unterstützung der Klimaneutralitätsstrategie Costa Ricas als Modell für Low-Carbon Development

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Klimaneutralitätsstrategie Costa Ricas als Modell für Low-Carbon Development (Niedrigemissionsland -NEL), Costa Rica
Auftraggeber:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land:
Costa Rica
Projektträger:
Ministerium für Umwelt und Energie (Ministerio del Ambiente y Energía, MINAE)
Laufzeit:
2012 bis 2015

Costa Rica.  © GIZ

Ausgangssituation

Costa Ricas Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wollen Klimaneutralität (Niedrigemissionsland) erreichen. Dieses politisch ehrgeizige Ziel erfordert große Anstrengungen mit anspruchsvollen, innovativen Ansätzen – zumal die Emissionen in kritischen Sektoren derzeit tendenziell steigen. Die Regierung Costa Ricas hat ein nationales Programm zur Förderung von Klimaschutz (Estrategia Nacional de Cambio Climático, ENCC) und mehrere Initiativen gestartet. Ihre Effektivität ist jedoch bislang begrenzt.

Ziel

Die Umsetzung der nationalen Klimapolitik zur Erreichung der Klimaneutralität des Landes ist fortgeschritten. Die Erfahrungen auf dem Weg zum Niedrigemissionsland bereichern die regionale und internationale Strategiediskussion um treibhausgasarme Entwicklung.

Vorgehensweise

Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) berät die GIZ Regierung und Wirtschaft Costa Ricas bei der Entwicklung und effizienteren Umsetzung ihrer Klimaschutzpolitik.

Das Land bietet eine Fülle interessanter, bedeutender Ansatzpunkte für wirksame Aktivitäten in unterschiedlichsten Sektoren. Das Vorhaben unterstützt intensiv die politische Ebene, etwa bei der Gestaltung und Verbesserung von institutionellen Rahmenbedingungen sowie bei der Entwicklung von Klimaschutzaktivitäten, den sogenannten NAMAs (Nationally Appropriate Mitigation Actions).

Politischer Partner ist das costa-ricanische Umwelt- und Energieministerium (MINAE), Durchführungspartner ist das nationale Sekretariat für Klimaschutz (Dirección de Cambio Climático, DCC). Weitere strategische Partner sind Ministerien, Verbände aus der Privatwirtschaft sowie führende Unternehmen, mit denen das Vorhaben gemeinsam innovative Projekte in wichtigen Schlüsselsektoren realisiert, beispielsweise in der Landwirtschaft, im Transportwesen oder zur Ressourceneffizienz.

Wirkungen

Die Stärkung der personellen und institutionellen Ressourcen und Leistungsfähigkeit zur Umsetzung der nationalen Klimastrategie lässt sich sehr gut an einem Beispiel erklären: Die Kooperationsplattform Klimaschutz (Plataforma ClimaTICA) besteht augenblicklich aus rund 20 Organisationen oder etwa 50 Personen aus nationalen Ministerien, Verbänden sowie der Privatwirtschaft. Internationale Entwicklungsagenturen und multilaterale Programme sind ebenfalls Teil dieser Struktur. Das Vorhaben unterstützt das nationale Sekretariat für Klimaschutz (DCC) bei der Gesamtkoordination der Plattform und beim Management gemeinsam vereinbarter Projekte.

In wichtigen Sektoren wurden Kompetenzzentren geschaffen, um klimarelevante Aktivitäten fachlich umzusetzen. Erfolgreiche NAMA-Ansätze wurden beispielsweise in den Sektoren Landwirtschaft, Ressourceneffizienz und Stadtentwicklung geschaffen. Auf der Klimakonferenz in Warschau (2013) hat Costa Rica die Unterstützung des NAMA Low Carbon Coffee durch einen neu geschaffenen deutsch-britischen Finanzierungsfond (NAMA Facility) bekanntgeben. Insgesamt bis zu 100 mittlere und kleine Kaffeeproduzenten können damit bei Anbau und Vermarktung von emissionsarmem Kaffee unterstützt werden. Der Low Carbon Coffee soll international, auch in Deutschland, angeboten werden.

Beispielhafte Lösungsansätze für Treibhausgasminderung konnten auch in ausgewählten Technologien entwickelt werden, etwa bei industriellen Kühlprozessen oder thermischer Energieeffizienz. Führende Unternehmen in ausgewählten Branchen, aber auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU), werden bei emissionsarmen, ressourcenschonenden Produktionsprozessen beraten.

Cotsa Rica. CO2-neutrale Bahn, Straßenverkehr in San José © GIZ

Costa Rica hat zur Zertifizierung klimaneutraler Unternehmen eine eigene nationale Norm entwickelt: die „Norma C-Neutral“. Mit Unterstützung des Vorhabens befinden sich bislang fast 60 Unternehmen im Normierungsprozess. Das Potenzial der Emissionseinsparung dieser Unternehmen liegt bei rund 60.000 Tonnen CO2 jährlich. Angesicht der bis 2021 landesweit einzusparenden rund fünf Millionen Tonnen CO2 ist dies nicht mehr als ein erster Schritt – ein starker Trend in Wirtschaft und Politik Klimaneutralität erreichen zu wollen, ist jedoch unübersehbar.

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