Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Agrarbetrieben

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Projekt zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Agrarbetrieben (Katalyst)
Finanziers: Schweizer Entwicklungszusammenarbeit (DEZA), die britische Regierung, Dänische Entwicklungshilfeorganisation (Danida)
Land: Bangladesch
Politischer Träger: Handelsministerium
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2017

Bangladesch. Bauern mit ihrem saisonalen Gemüse auf einem Großmarkt in Mahasthangarh, Bogra © GIZIZ

Ausgangssituation

Trotz häufiger Naturkatastrophen, steigender Preisen für Kraftstoffe und Lebensmittel und der Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise verzeichnete Bangladesch in den letzten zehn Jahren ein stetiges Wachstum von fünf bis sechs Prozent pro Jahr. In dieser Zeit ist der Anteil der Privatwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gestiegen, wobei sich der Beitrag der Landwirtschaft zur Wirtschaftsleistung jedoch rückläufig entwickelt. Das künftige Wachstum der Volkswirtschaft hängt davon ab, ob es gelingt, die Produktivität in der Landwirtschaft zu steigern, den Sprung zu Erzeugnissen mit höherer Wertschöpfung zu schaffen und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren des öffentlichen und des privaten Sektors zu verbessern.

Ziel

Die Einkommen armer Männer und Frauen in ländlichen Gebieten sind infolge von Veränderungen bei Leistungen, Produktionsfaktoren und Absatzmärkten sowie durch die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Bauern und Kleinunternehmen gestiegen.

Bangladesch. Gemüsebauern, die ihre Erzeugnisse auf einem Markt in Mahasthangarh, Bogra, verkaufen © GIZ

Vorgehensweise

Bessere Leistungen des öffentlichen und privaten Sektors für Unternehmen sowie günstigere Rahmenbedingungen steigern die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und führen zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Verringerung von Armut – so die Prämisse des Katalyst-Projekts. Das Vorhaben versucht, durch die Förderung nachhaltiger Veränderungen auf dem Markt indirekt Einfluss zu nehmen. Zu den zahlreichen Projektpartnern gehören Mittler aus dem privaten und dem öffentlichen Sektor, die langfristige geschäftliche Interessen verfolgen und den Auftrag haben, in einem bestimmten Sektor tätig zu werden. In Zusammenarbeit mit diesen Marktakteuren plant und führt Katalyst Maßnahmen durch, die Marktanreize für eine große Anzahl von Begünstigten nutzbar machen und dadurch die bestehenden Marktbeschränkungen überwinden helfen.

Das Projekt wendet konsequent ein System für Monitoring und Wirkungsbeurteilung an, das Informationen erfasst und dadurch die Optimierung künftiger Maßnahmen ermöglicht. Dabei kommt ein praktischer Rahmen für Gender Mainstreaming zum Einsatz, der Gender- und wirtschaftliche Interessen in den Sektorstrategien und -maßnahmen in Einklang bringt.

Zurzeit arbeitet das Projekt in Gebieten, in denen Mais und Gemüse angebaut werden, sowie auf Fischfarmen. Dabei plant Katalyst Informationskanäle, unterstützt Frauen bei wirtschaftlichen Aktivitäten (Empowerment) und fördert lokale Netzwerke in der Agrarproduktion sowie die Kapitalausstattung der landwirtschaftlichen Betriebe.

GIZ International Services und Swisscontact sind gemeinsam für die Projektdurchführung verantwortlich.

Bangladesch. Händler, die Gurken sortieren auf dem Markt in Mahasthangarh, Bogra © GIZ

Wirkungen

Katalyst konnte erfolgreiche Partnerschaften mit Akteuren des öffentlichen und des privaten Sektors aufbauen. Außerdem hat das Projekt die Bildung effektiver öffentlich-privater Initiativen unterstützt. Durch Veränderung und Verbesserung von Leistungen und Systemen konnte die Wettbewerbsfähigkeit von Bauern und kleineren Unternehmen gestärkt werden. Dies wiederum hat dazu geführt, dass sich mehr Menschen einbringen, wodurch ein inklusives Wirtschaftswachstum und die Verringerung der Armut gefördert werden.

Einige Beispiele für erfolgreiche Maßnahmen von Katalyst:

  • Förderung einer integrierten Seuchenmanagementtechnologie, eines umsichtigen Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, besserer Kompostierungsverfahren und der Zucht von hochwertigen Fischarten
  • Entwicklung und Ausweitung des Vertragsfarm-Modells auf den Maissektor
  • Verbreitung von Informationen über den ausgewogenen Einsatz von Düngemitteln
  • Verteilung von Minipaketen mit qualitativ hochwertigem Gemüsesaatgut und Einführung von IT-Dienstleistungen für Bauern und Kleinunternehmen

Zwischen 2002 und 2013 erreichte Katalyst mehr als 2,37 Millionen Bauern und Kleinbetriebe, deren Gesamteinkommen um 320 Millionen US-Dollar stieg.