Makroökonomische Beratung zur Armutsbekämpfung im Rahmen der Agenda 2030

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Makroökonomische Beratung zur Armutsbekämpfung im Kontext der Agenda 2030
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Republik Benin
Politischer Träger: Ministère de l’Economie et des Finances (MEF), Ministère du Plan et du Développement (MPD)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Die Republik Benin gehört zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsanalyse leben etwa 40 Prozent der 10,6 Millionen Einwohner*innen unterhalb der Armutsgrenze. Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) schätzt den Anteil der Armen sogar auf 64 Prozent. 

Zudem ist das öffentliche Steuer- und Haushaltswesen in Benin nicht ausreichend transparent. Auch die Richtlinien der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion sind nur unzureichend in das nationale Finanzmanagement übersetzt worden. Seit 2018 ist Benin Mitgliedsland der G20 Initiative Compact with Africa, die private Investitionen in Afrika fördert. Die Rahmenbedingungen für öffentliche und private Investitionen in dem Land sind allerdings bislang schwach. Die Entwicklungspolitik des Landes muss sich diesen großen Herausforderungen stellen. Die Hauptaufgaben der beninischen Regierung bestehen in der Armutsbekämpfung sowie in der Umsetzung der Entwicklungsziele entsprechend der Agenda 2030. Der Entwicklungsprozess gestaltet sich jedoch als vielschichtig. Die Regierung muss viele Akteure koordinieren.

Ziel

Die Fähigkeiten der zentralen wirtschaftspolitischen Akteure Benins, die die Prozesse der Armutsreduzierung steuern, sind verbessert.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben stärkt die Kompetenzen im Bereich Armutsbekämpfung in den beiden Partnerministerien Finanzen und Planung. Diese beiden wirtschaftspolitischen Akteure steuern die entsprechenden Prozesse im Land. Das Projekt ist an Schlüsselpositionen der wirtschaftlichen Entwicklungsplanung und -politik Benins angeknüpft. Es kann daher Unterstützung bei zentralen Prozessen leisten, etwa bei der Erstellung und der Umsetzung von wirtschaftspolitischen Reformen.

Das Projekt arbeitet in vier den Kernbereichen Planung und Kohärenz, Öffentliche Finanzen, Statistik sowie makroökonomische Modellierung mit den zuständigen Abteilungen auf technischer Ebene zusammen. Zu den ersten Resultaten gehört ein Analyseinstrument zur Verankerung der Entwicklungsziele in der nationalen Haushaltsplanung. Außerdem überwacht ein Monitoring System langfristig alle relevanten Indikatoren. Das Vorhaben unterstützt das Nationale Statistikinstitut methodisch bei der Erhebung notwendiger Daten für die Umsetzung der Entwicklungsziele. Im Rahmen des Beitritts Benins zum Compact with Africa wurde zudem ein Kostenbewertungstool zur Verbesserung öffentlicher Investitionen eingerichtet. Eine Übersicht der Investitionsflüsse nach Themenfeld und Quelle ist entstanden.

Wirkungen

  • 40 Prozent der entwicklungsrelevanten Indikatoren werden durch neue Erhebungsmechanismen mit Daten gefüttert. Zuvor wurden keinerlei Daten erhoben.
  • Der Rückstand bei der Erstellung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wurde erstmals seit 2000 aufgeholt. Dafür hat das Projekt mit 15 Wirtschaftsprüfern zusammengearbeitet und zehn Syntheseworkshops durchgeführt.
  • Strategien und Prozesse zur Auswahl vorrangiger Sozialausgaben fördern künftig den Umverteilungsmechanismus zu Gunsten der armen Bevölkerung.
  • Durch neun Studien wurden die Kenntnisse des wirtschaftlichen Umfelds sowie die Qualität makroökonomischer Eckdaten deutlich verbessert. Auf dieser Grundlage ist die Nationale Entwicklungsstrategie 2018 bis 2025 entstanden. 
  • Ein Instrument für die Projektkostenbewertung zur Verbesserung der öffentlichen Investitionen wurde eingerichtet.
  • Die Themen Gleichstellung und Inklusion sind heute im Budgetprozess von sechs Ministerien verankert. Dafür hat sich die Initiative „Gender-empfindliche Budgetierung“ eingesetzt. 
  • Laut Statistical Capacity Indicator haben sich die statistischen Kapazitäten Benins zwischen 2012 und 2018 von rund 58 Prozent auf 75,6 Prozent verbessert. Dies schafft eine verlässlichere Grundlage für Wirtschaftsanalysen und -Prognosen
  • Die Haushaltstransparenz verbesserte sich laut Open Budget Index zwischen 2012 und 2015 von einem Punkt auf 45 von maximal 100 Punkten.
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