Makroökonomische Beratung zur Armutsbekämpfung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Makroökonomische Beratung zur Armutsbekämpfung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Benin
Politischer Träger: Ministère de l'Economie, des Finances et des Programmes de Dénationalisation (MEFPD); Ministère du Développement, de l’Analyse Economique et de la Prospective (MDAEP)
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2016

Ausgangssituation

Laut nationaler Haushaltsumfrage waren 2011, nach allen gängigen Definitionen von Armut, 36,2 Prozent der beninischen Bevölkerung arm. Der Anteil der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar pro Tag lebten, betrug gut ein Drittel.

Seit 2003 gibt es eine umfassende nationale Entwicklungsstrategie als Grundlage für die Entwicklungsanstrengungen der beninischen Regierung und der internationalen Partner. Sie legt den Fokus auf breitenwirksames Wachstum, um die Armut im Land zu reduzieren. Die Umsetzung der Strategie ist eine große Herausforderung für die Regierung – aufgrund der Vielschichtigkeit jedes Gesamtentwicklungsprozesses, aber auch der Notwendigkeit, eine Vielzahl von Akteuren zu koordinieren.

Ziel

Das Wirtschafts- und Finanzministerium und das Planministerium sind in der Lage, den Umsetzungsprozess der nationalen Entwicklungsstrategie wirkungsvoll zu steuern und zu überwachen.

Vorgehensweise

Das Projekt kombiniert Fach-, Organisations- und institutionelle Beratung. Themen sind unter anderem die Verbesserung ökonomischer Analysefähigkeiten, die Steuerungsfähigkeiten im Rahmen des Entwicklungsprozesses sowie das Management der öffentlichen Finanzen. Durch die Unterstützung der Analysefähigkeiten sollen vor allem politische Entscheidungen verbessert werden. Strategien können dadurch besser auf die Bedarfe der besonders armen Bevölkerungsschichten ausgerichtet werden; auch die Zuverlässigkeit offizieller Schätzungen, beispielsweise von Regierungseinnahmen, kann erhöht werden.

Durch die Weiterentwicklung des Instrumentenportfolios, die Unterstützung bei der Gestaltung von Abstimmungs- und Kommunikationsprozessen sowie den Aufbau eines wirkungsorientierten Monitorings werden die Steuerungs- und Umsetzungsfähigkeiten der beteiligten Ministerien und Institutionen verbessert. Unter anderem betrifft dies die Erarbeitung von Programmbudgets, die makroökonomische Rahmenplanung und die mittelfristige Finanzplanung – allesamt wichtige Instrumente für die erfolgreiche Umsetzung der nationalen Entwicklungsstrategie.

Wirkungen

Die Verbesserung verschiedener statistischer Datensätze wie der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bietet eine verlässlichere Grundlage für wirtschaftliche Analysen und Prognosen. Eine interministerielle Arbeitsgruppe für makroökonomische Modellierung nutzt ihre unterschiedlichen, sich ergänzenden Erfahrungen, um die Qualität wirtschaftlicher Analysen zu anzuheben.

Mit Begleitung des Vorhabens hat sich ein Expertennetzwerk formiert, das die systematische Anwendung von Instrumenten zur ex-ante Politikfolgenabschätzung (PSIA) in Benin propagiert und unterstützt.

Das Vorhaben unterstützt das Wirtschafts- und Finanzministerium in einem langfristigen Prozess dabei, das Thema Gender im beninischen Haushaltsprozess zu verankern, die Transparenz des Haushaltsprozesses zu erhöhen und die Anforderungen aus der Mitgliedschaft in regionalen Organisationen zu erfüllen.