Globale Allianz gegen den Klimawandel – Timor-Leste (GCCA-TL)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globale Allianz gegen den Klimawandel – Timor-Leste (GCCA-TL)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), kofinanziert von der Europäischen Union
Land: Timor-Leste
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei (MAF)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Mahagoni-Setzlinge, im Hintergrund das Logo der Europäischen Union. Suco Bualale.

Ausgangssituation

Der Inselstaat Timor-Leste ist einer wachsenden Bedrohung ausgesetzt: Das Land ist durch den Klimawandel stark gefährdet, über dessen mögliche Auswirkungen gleichwohl kaum aufgeklärt und finanziell wie personell nur begrenzt in der Lage, diese Probleme zu lösen. Die meisten Einwohner sind auf Subsistenzwirtschaft angewiesen, was sie sehr anfällig für klimawandelbedingte Risiken macht. Überdies werden die natürlichen Ressourcen nicht nachhaltig bewirtschaftet. Zu den Folgen zählen Erosion, Bodendegradation und sinkende Grundwasserspiegel, die die Lage zusätzlich verschlimmern.

Ziel

Gemeinschaften in mehreren Verwaltungseinheiten, die durch die klimawandelbedingten Risiken besonders gefährdet sind, bewirtschaften natürliche Ressourcen nachhaltiger. Das verbessert ihre alltäglichen Lebensumstände und stärkt ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und seinen Folgen.

Vorgehensweise

Das Programm „Globale Allianz gegen den Klimawandel Timor-Leste“ (GCCA-TL) ist an das Regionalvorhaben „Klimawandel in der pazifischen Inselregion“ gekoppelt. Gemeinsam mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei (MAF) demonstriert GCCA-TL für eine Anpassung an den Klimawandel geeignete Verfahren, die auf einer integrierten Bewirtschaftung von Wassereinzugsgebieten basieren. Die Gemeinschaften werden im Rahmen des Programms in einem partizipativen, inklusiven und konfliktsensiblen Prozess mobilisiert. Dazu werden mögliche Risiken aufgezeigt und Entscheidungsträger mit verlässlichen Klimadaten versorgt, was die Verankerung von Anpassungsstrategien in lokalen Planungsverfahren erleichtert. Ferner unterstützt das Programm Wald-, Wasser- und Bodenschutzmaßnahmen, vor allem in hoch gelegenen Gebieten.

Beschäftigte des GIZ-Programms GCCA-TL und der Regierung (Agriculture and Land Use Geographic Information System – ALGIS) bei Wartungsarbeiten an einer Wetterstation. Gemeinde Ermera.

Die Umsetzung orientiert sich an bedarfsgesteuerten Konzepten und nationalen Schwerpunkten und erfolgt in Abstimmung mit anderen in dem Sektor aktiven Gebern. Die Maßnahmen vor Ort basieren auf den Ergebnissen der Risikoabschätzungen und sind auf die von den Gemeinschaften aufgelisteten Schwerpunkte abgestimmt. Wichtiger Programmbestandteil ist Kompetenzentwicklung: im öffentlichen Sektor (lokal und national), in lokalen Nichtregierungsorganisationen (NGO) und auf Farmebene. Diesem Zweck dienen vor allem Beratungsformate wie „a farmer’s field day“ (ein Feldtag für Bäuerinnen und Bauern) und gegenseitige Besuche in Verbindung mit Aufklärung und Maßnahmen zur partizipativen Identifikation, eine von Naturressourcen abhängige Planung, Grundsätze des Managements von Wassereinzugsgebieten, gruppenbildende Aktivitäten und inklusive (gendersensible) Verfahren.

Gemeindemitglieder und landwirtschaftliche Berater der Gemeinde Baucau planen Maßnahmen für die nächste Regenzeit. Baucau.

Wirkung

Ein landesweit voll funktionsfähiges agrarmeteorologisches System ist eingerichtet, das Daten erheben, speichern und verschiedenen Nutzern bereitstellen soll. Beschäftigte nationaler und lokaler Regierungen sind in der Lage, Klimadaten zu interpretieren und Bäuerinnen und Bauern in verständlicher Form zu vermitteln. Im Verlauf des Prozesses wurden in allen 21 Sucos im Wassereinzugsgebiet des Seiçal Risikoabschätzungen und lokale Aktionspläne erstellt, Informationsveranstaltungen durchgeführt und die Kompetenzen und Ressourcen der lokalen Bevölkerung verbessert. In allen 21 Sucos, in denen mindestens eine Maßnahme umgesetzt wurde, sind erfolgreiche Beispiele für Minderung und Anpassung vorgestellt und gefördert worden. Mittlerweile existiert ein unabhängiges agroforstwirtschaftliches Netzwerk, in dem 17 funktionsfähige Gärtnereien mit einer Produktionskapazität von jährlich mehr als 500.000 Bäumen zusammengeschlossen sind. Einige von ihnen beliefern demnächst andere Kunden mit Bäumen. Gefördert und von Farmern angenommen wurden acht neue klimasensible Maßnahmen zur Einkommenssicherung: Errichtung agroforstwirtschaftlicher Gärtnereien, kommerzielle Drachenfrucht-Plantagen, Verbesserung agroforstwirtschaftlicher Systeme durch hochwertige Baumarten, Förderung der Gesundheit von Haushalten durch leistungsfähige, saubere Kochherde aus Ton. Mehr als 500.000 Bäume (Wald- und Obstbäume und industriell genutzte Baumarten) mit Überlebensraten von mehr als 60 Prozent wurden verteilt und gepflanzt. 35 Prozent der Projektteilnehmenden sind Frauen. Ein Beitrag zur Entwicklung öffentlicher Politikstrategien zur Bewältigung des Klimawandels und für das Management von Wassereinzugsgebieten. Stärkung der Fähigkeit des MAF, Leistungen in den Bereichen geographische Informationssysteme, Forstwirtschaft, Klima und landwirtschaftliche Beratung zu erbringen.