Unterstützung bei der Erarbeitung von Treibhausgasminderungsbeiträgen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung ausgewählter Partnerländer bei der Erarbeitung ihrer Intended Nationally Determined Contributions (INDC)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanian Ministry of Environment (MoEnv)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2015

Ausgangssituation

Im Rahmen der Weltklima-Vertragsstaatenkonferenz (COP 19) in Warschau im November 2013 vereinbarten die teilnehmenden Staaten, ihre geplanten Treibhausgasminderungsbeiträge (Intended Nationally Determined Contributions, INDCs) für ein neues umfassendes und globales Klimaabkommen zu spezifizieren. Diese sollen 2015 kommuniziert und ab 2020 umgesetzt werden. Ziel ist es, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die Industrieländer wurden dazu aufgefordert, Entwicklungsländer zu unterstützen, ihre eigenen Klimaziele zu erarbeiten und umzusetzen.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) werden mindestens 15 Partnerländer fachlich und politisch unterstützt ihre eigenen Minderungsbeiträge zu erarbeiten. In den ausgewählten Partnerländern des Projekts liegen bislang keine international kommunizierten Ziele zur Minderung von Treibhausgasemissionen vor. Jordanien ist eines der ausgewählten Länder.

Jordanien hat alle Klimaschutzkonventionen unterzeichnet und sich damit klar zu einer nachhaltigen Politikgestaltung bekannt. Eine nationale Strategie zum Klimawandel liegt bereits vor. Das Land sieht durchaus Potenziale, der globalen Erwärmung entgegenzuwirken – im Minderungsbereich beispielsweise im Energie- und Abfallsektor sowie durch Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Ziel

Jordanien ist in der Lage, ambitionierte und umsetzbare Treibhausgasminderungsbeiträge (INDCs) für das neue globale Klimaabkommen vorzulegen.

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) das jordanische Umweltministerium dabei, realistische und umsetzbare Ziele zum Klimaschutz zu erarbeiten und zu formulieren. Die beabsichtigten Klimaschutzziele sind Kernstück des globalen Klimaabkommens, das 2015 beschlossen werden soll.

Um dies zu erreichen, stärkt die GIZ das Umweltministerium, speziell die neu gegründete Einheit zum Klimawandel und beteiligte Partner, die Potenziale zur Minderung von Treibhausgasen einzuschätzen und zu bewerten. Durch verbesserte strategische und planerische Abläufe der Regierung können die Informationen und Maßnahmen besser in den klimapolitischen Gesamtkontext eingeordnet werden.

Weiterhin begleitet das Projekt Aktivitäten auf technischer Ebene, etwa durch Wissensvermittlung zur Vorbereitung von komplexen freiwillingen national angemessene Klimaschutzmaßnahmen (NAMAs) und berät bei politischen Prozessen. Damit werden Informationslücken geschlossen und die Gesamtaktivitäten und Akteure besser vernetzt. Die GIZ ermöglicht zudem Studien und Analysen, die zu einer Entscheidungsgrundlage für die Entwicklung der INDCs beitragen.

Das jordanische Umweltministerium wird im Rahmen des Projekts in seinen Entscheidungsprozessen und Dialogen gestärkt. So können die Minderungsbeiträge ausgearbeitet und die Voraussetzungen für die Umsetzung geschaffen werden. Darüber hinaus findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den Projektländern und weiteren Ländern statt, um Fortschritte und Aktivitäten sichtbar zu machen sowie Erfahrungen zu teilen.

Die GIZ hilft Jordanien durch die Stärkung der organisatorischen und institutionellen Rahmenbedingungen, eigene Klimaschutzziele zu formulieren und diese gegebenenfalls ab 2020 umzusetzen.

Durch die Erarbeitung und Auswahl von umsetzbaren INDCs kann Jordanien zum globalen Klimaschutz einen wichtigen Beitrag leisten. Die Einbettung in das Globalvorhaben garantiert einen internationalen Erfahrungsaustausch. So entsteht Aufmerksamkeit für das Thema Klimaschutz und Jordanien kann als motivierendes Beispiel für vergleichbare andere Länder dienen.