Unterstützung des jordanischen Umweltministeriums bei der Umsetzung der Klimapolitik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorübergreifende Koordination zur Umsetzung der Klimapolitik des jordanischen Umweltministeriums (GF-ICE)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Ministry of Environment (MoEnv)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2015

Jordanien. Landwirtschaft und Leben unter Einfluss des Klimawandels. © GIZ

Ausgangssituation

Jordanien zählt zu den wasserärmsten Länder weltweit. Zudem ist das Land von den Auswirkungen des globalen Klimawandels durch steigende Temperaturen und abnehmende Niederschläge betroffen. Die Bevölkerung nimmt aufgrund der hohen Geburtenrate und des Flüchtlingszustroms stark zu. Ebenso wachsen Industrie sowie der Verkehr und das Bauwesen. Als Folge dessen wird Jordanien mittelfristig stark steigende Treibhausgasemissionen (THG) verzeichnen. Als Unterzeichnerstaat aller wichtigen Umweltkonventionen, einschließlich der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und des Kyoto-Protokolls, ist Jordanien bestrebt, innerhalb der nationalen Klimapolitik die Treibhausgasemissionen zu mindern und sich an den Klimawandel anzupassen.

Das jordanische Umweltministerium ist verantwortlich dafür, die Klimapolitik auf nationaler Ebene zu koordinieren und deren Umsetzung zu steuern. Das Ministerium hat die Dringlichkeit der Herausforderungen des Klimawandels erkannt. Zudem beabsichtigt es, in den internationalen Klimaverhandlungen eine aktivere Rolle zu spielen. Aufgrund unzureichender personeller und technischer Ressourcen kann das Umweltministerium diese Herausforderung jedoch bisher nur sehr begrenzt wahrnehmen.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und im Rahmen des Governance Fonds für die Region Nordafrika und Naher Osten (Middle East and North Africa, MENA) wurde die Maßnahme „Sektorübergreifende Koordination zur Umsetzung der Klimapolitik des jordanischen Umweltministeriums“ ins Leben gerufen, um die nationale jordanische Klimapolitik zu unterstützen.

Ziel

Die personellen und technischen Ressourcen des jordanischen Umweltministeriums für die sektorübergreifende Koordination zur Umsetzung der nationalen Klimapolitik sind gestärkt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben berät auf nationaler Ebene das jordanische Umweltministerium, andere Ministerien sowie weitere nationale und subnationale klimapolitische Akteure, die jordanische Klimapolitik umzusetzen und zu koordinieren. Dies kann sich beispielsweise in Form einer konsequenten Stromversorgung von Haushalten, Gewerbe und Industrie über Solarenergie ausgestalten, bei der sektorübergreifend die für Energie, Wirtschaft, Bau und Umwelt zuständigen Ministerien planen, Fördermechanismen erarbeiten und deren Erfolg monitoren.

Die institutionellen Voraussetzungen für eine Reduzierung der THG-Emissionen werden durch das Vorhaben gestärkt. Dies geschieht beispielsweise, indem der Austausch zwischen den einzelnen Sektoren wie Wasser, Energie und Landwirtschaft und die Zusammenarbeit unter den einzelnen Akteuren gefördert wird. Außerdem werden relevante Akteure auf lokaler und institutioneller Ebene ebenso wie der Privatsektor verstärkt eingebunden.

Darüber hinaus berät die GIZ innerhalb des Klimaschutzprozesses das Umweltministerium bei der Vorbereitung von Maßnahmen, die darauf abzielen die Emissionen zu mindern (NAMAs). Damit sollen diese freiwilligen Klimaschutzmaßnahmen möglichst in die nationalen Entwicklungspläne Eingang finden und auf den Weg gebracht werden.

Die Mitarbeitenden des Umweltministeriums und der relevanten Sektorministerien werden durch das Vorhaben qualifiziert, die Treibhausgasemissionen besser zu überwachen und die beteiligten Akteure stärker vernetzen zu können. Außerdem wird die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den Ministerien, dem Privatsektor und der Bevölkerung unterstützt. Beispielsweise muss der Einsatz von regenerativen Energien politisch vorbereitet, technischen Lösungen von der Wirtschaft angeboten und deren Anwendung von der Bevölkerung durch Sensibilisierungsmaßnahmen zu ihrem Nutzen akzeptiert werden; hierfür ist eine Koordinierung von Aktivitäten notwendig. Damit wird Transparenz aufgebaut, ein verbesserter Informationsfluss zu den Themen Klimawandel und Klimaschutz gewährleistet und die Basis für eine strategische Herangehensweise im Klimaschutz aufgebaut.