FORTES: Strukturelle Stärkung der Betreuung und Integration intern Vertriebener im Departement Caquetá

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Strukturelle Stärkung der Betreuung und Integration intern Vertriebener im Departement Caquetá in Kolumbien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kolumbien
Politischer Träger: Regierung der Provinz Caquetá
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Kolumbien © GIZ

Ausgangssituation

Das Departement Caquetá ist eine der am stärksten vom bewaffneten Konflikt in Kolumbien betroffenen Regionen. Derzeit sind hier etwa 214.000 Personen als Opfer interner Vertreibung registriert, die meisten von ihnen in Florencia, der Hauptstadt der Region. Viele Faktoren erschweren die Integration der Opfer in ihr neues Umfeld, darunter mangelnde Fähigkeiten und Möglichkeiten, ihre Lebensbedingungen auf selbstständige Weise zu verbessern, die fehlende Perspektive einer baldigen Rückkehr sowie die Stigmatisierung durch die Gesellschaft.

Aus Angst, erneut Opfer von Gewalt und Vertreibung zu werden, wegen mangelnder Akzeptanz durch Mitbürger, aber auch wegen fehlender Informationen oder aufgrund von Mängeln in der Betreuung durch die staatlichen Stellen lassen sich viele Opfer nicht registrieren. Ein Eintrag im Opferregister ist jedoch Voraussetzung dafür, die vom Gesetz vorgesehenen staatlichen Leistungen in Anspruch nehmen zu können. Diese Leistungen erreichen häufig aber auch registrierte Opfer nicht, weil sich die Institutionen des nationalen Systems zur Betreuung der Opfer nicht ausreichend koordinieren.

Ziel

Die staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen der Opferbetreuung in Florencia koordinieren sich besser. Mehr Opfer nutzen die Möglichkeit der Registrierung, dadurch erhöht sich die geleistete staatliche Unterstützung deutlich. Binnenvertriebene und andere benachteiligte Bevölkerungsgruppen finden leichter Zugang zu legaler Arbeit oder können ihr Einkommen durch eine selbstständige Tätigkeit erhöhen.

Vorgehensweise

Die Arbeit von FORTES konzentriert sich auf Florencia, da dort der Großteil der Binnenvertriebenen wohnt – schätzungsweise um die 115.000 Personen. Schwerpunkt des Vorhabens ist die Schaffung einer gemeinsam von den wesentlichen staatlichen Akteuren betriebenen Servicestelle für die Opferbetreuung. Das Rathaus von Florencia übernimmt dabei die Führung. Über diese Servicestelle werden die Informationsangebote und Möglichkeiten staatlicher Beihilfen und nichtstaatlicher Unterstützungsangebote systematisiert.

Das Programm arbeitet daran, Opfern des Konflikts und anderen benachteiligten Bevölkerungsgruppen durch Fortbildungen und Vernetzung mit Arbeitgebern den Zugang zu legalen Arbeitsverträgen zu erleichtern. Auch Personen, die sich mit einer Geschäftsidee selbstständig machen wollen, werden unterstützt.

Wirkungen

Bei der Umsetzung des Opferentschädigungs- und Landrückgabegesetzes haben Gemeinde- und Departementalregierung ihre Koordinierung dank der Unterstützung des Vorhabens deutlich verbessert. Das Komitee für Übergangsjustiz, die zuständige Instanz für die Betreuung und Entschädigung der Opfer, erfüllt sein Mandat und hat seine Dienstleistungen für Opfer des Konfliktes durch Fortbildungen verbessert. Auch die Beratungsstelle für Opfer in Florencia bietet nach einer vom Programm unterstützten Umstrukturierung einen besseren Service an.

Mit Unterstützung des Programmes wurde eine vertriebene Indigenengemeinde nach internationalen Standards und dem kolumbianischem Opferentschädigungsgesetz erfolgreich umgesiedelt. 64 Menschen des indigenen Volks der Nasa leben nun in neuen Häusern an einem Ort, der ihrem Lebensstil entspricht.

Kolumbien.  © GIZ

Über 3.500 Opfer des Konfliktes, davon zwei Drittel Frauen und frauengeführte Haushalte, haben durch eine selbstständige oder angestellte Tätigkeit ihr Einkommen erhöht. Sie nahmen erfolgreich an Qualifizierungsangeboten und beschäftigungsfördernden Maßnahmen teil, die vom Vorhaben unterstützt wurden. Genossenschaften, Bauernorganisationen, Opfervertretungen, aber auch staatliche Institutionen, bekamen mithilfe der Orientierung durch das Vorhaben Zugang zu Geldern der Regierung. Über 100 junge Menschen fanden so über ein Programm des Arbeitsministeriums einen Arbeitsplatz in Florencia.

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