Nachhaltige Hafenentwicklung in der ASEAN-Region

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stadt, Umwelt und Verkehr in der ASEAN-Region – Modul: Nachhaltige Hafenentwicklung in der ASEAN-Region
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indonesien, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Thailand, Vietnam
Politischer Träger: ASEAN-Sekretariat
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2015 

Ausgangssituation

Häfen sind kommerzielle, logistische und industrielle Knoten an den Schnittstellen des internationalen Handels und spielen eine Schlüsselrolle bei der ökonomischen Entwicklung von Ländern und Regionen. Die ASEAN-Region erfuhr in den letzten Jahren ein rapides Wirtschaftswachstum, das auch weiterhin anhält. Zunehmende Handelsströme ziehen einen Anstieg des Seeverkehrs nach sich. Oft sind Schifffahrts-, Hafen-, Transport- und Industrieaktivitäten auf eine relativ kleine Fläche konzentriert und integraler Teil von Städten. Das führt zu Umweltproblemen wie Luft- und Wasserverschmutzung sowie Lärmbelästigung. Der Mangel an qualifiziertem Personal, mit Wissen über Arbeitssicherheit und Umweltmanagement in der See- und Hafenwirtschaft, erhöht das Unfallrisiko für Hafenarbeiter und hat einen negativen Einfluss auf die hafennahe Umwelt.

Ziel

Qualität und Effizienz des Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagements ausgewählter Häfen in der ASEAN-Region sind verbessert.

Vorgehensweise

Gemeinsam mit Vertretern des ASEAN-Sekretariates und nationalen Partnern wählte das Projekt zwölf Hafenbetriebe und -behörden in Thailand, Myanmar, Kambodscha, Malaysia, Indonesien, Vietnam und den Philippinen aus. Sie werden dabei unterstützt, ihre Strukturen beim Arbeitssicherheits- und beim Umweltmanagement zu verbessern. Darüber hinaus informiert das Projekt Behörden und Ministerien über internationale Regelwerke und wirbt dafür, nationale Gesetze anzupassen. Es organisiert regionale Treffen von Hafenfachleuten zum Erfahrungsaustausch und gegenseitigem Lernen. Die Aus- und Weiterbildung von Personal, und damit der Aufbau von Fachkompetenz, steht darüber hinaus im Fokus der Projektarbeit.

Wirkungen

Hafenarbeiter und Mitarbeiter der Abteilungen für Arbeitssicherheit und Umweltmanagement sowie des Hafenmanagements besuchten ein- bis viertägige Kurse zu unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten. Die Kurse bieten geschulte Fachleute aus der Region an. Bei regionalen Treffen tauschen sich nationale und internationale Experten regelmäßig über erzielte Fortschritte aus.

Alle Partnerhäfen verbessern ihre Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagementsysteme. Die Häfen in Bangkok, Thailand, Cagayan de Oro und IloIlo, Phillipinen, haben dazu ein integriertes Managementsystem eingeführt, das mit der Norm ISO 14001 / OSHAS 18001 vergleichbar ist. Die Einführung der integrierten Managementsysteme zieht regelmäßige interne und externe Audits nach sich. So wird sichergestellt, dass die Häfen ihre Standards kontinuierlich halten müssen. Einige Häfen führten Systeme zur Erfassung von Arbeitsunfällen und Zwischenfällen ein und entwickeln derzeit Berichtssysteme, um präventive Maßnahmen zu identifizieren.

Mehrere Häfen arbeiten an der Verminderung ihres Luftschadstoffausstoßes. Der Hafen von Bangkok hat dazu den Verkehrsfluss innerhalb des Hafens und auf den Zufahrtsstraßen optimiert. Andere Häfen haben elektrisch betriebene Gabelstapler in den Lagern eingeführt oder versorgen ihre Fähren mit an Land erzeugtem Strom, was die Schadstoffemissionen im Hafenbereich reduziert.

Auf Basis internationaler Konventionen unterstützt das Projekt die Partnerhäfen dabei, Schiffsmüll nach internationalen Standards zu entsorgen. Neue Strukturen zur Abfallentsorgung im Hafensektor sowie Schulungen zur Handhabung gefährlicher Güter helfen, das Hafen- und Schiffspersonal sowie die Anwohner hafennaher Küstenzonen zu schützen.

Gemeinsam mit den Häfen in Malaysia und Kambodscha führte das Projekt eine Studie zu Corporate Social Responsibility (CSR) durch. Dabei zeigte sich, dass Verbesserungen umso erfolgreicher sind, je mehr Beteiligte und Betroffene an den Maßnahmen mitarbeiten. Das Projekt will die Themen Umwelt- und Sicherheitsmanagement in Häfen sowie die Harmonisierung nationaler Bestimmungen mit internationalen Konventionen und Standards deshalb auch mit den Mitarbeitern der Verkehrs-, Umwelt- und Arbeitsministerien anzusprechen, neben den Partnern aus Häfen und Hafenbehörden.

Eine Defizitanalyse von nationalem Recht und internationalen Konventionen führte auf den Philippinen zur Bildung einer Arbeitsgruppe mit Vertretern des Ministeriums für Verkehr und Kommunikation, der Hafenbehörde, der Küstenwache und der Aufsichtsbehörde für den maritimen Sektor. Die Gruppe diskutiert Empfehlungen und entscheidet über Maßnahmen.

Das Modul ist Bestandteil des Programms

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