Förderung der deutschen Minderheit

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Fördermaßnahmen zugunsten der deutschen Minderheit in der Russischen Föderation
Auftraggeber: Bundesministerium des Innern (BMI); Bundesverwaltungsamt (BVA)
Land: Russische Föderation
Politischer Träger: Bundesministerium des Innern (BMI)
Gesamtlaufzeit: Seit 1993

Russische Föderation. Buratino ©  GIZ

Ausgangssituation

Seit Anfang der 1990er-Jahre siedelten etwa 2,1 Millionen Angehörige der deutschen Minderheit und ihre Familien aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland über. Heute leben noch rund 400.000 Russlanddeutsche in der Russischen Föderation, aufgrund von Vertreibungen größtenteils in ländlichen Gebieten unter erschwerten infrastrukturellen und wirtschaftlichen Bedingungen. Die Bundesregierung ist um Wiedergutmachung der Folgen des Zweiten Weltkriegs bemüht und setzt sich dafür ein, die Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven der deutschen Minderheit in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu verbessern.

Ziel

Die deutsche Minderheit vertritt eigenständig ihre Interessen im Herkunftsland, entwickelt ihre ethnokulturelle Identität und gestaltet aktiv ihre Brückenfunktion zwischen Deutschland und dem Herkunftsland.

Russische Föderation. Deutscher Trödelmarkt ©  GIZ

Vorgehensweise

Um das Programmziel zu erreichen, organisiert der Internationale Verband der deutschen Kultur (IVDK) mit Sitz in Moskau Fördermaßnahmen für die deutsche Minderheit vorrangig in den Bereichen Kultur- und Jugendarbeit, Sprache, Förderung russlanddeutscher Führungskräfte, soziale Hilfen und Stärkung der russlanddeutschen Selbstorganisation.

Bis 2008 war die GIZ für die Projektdurchführung vor Ort verantwortlich, seit 2008 wurde die Umsetzung der Maßnahmen schrittwiese an den IVDK übertragen. Über ein landesweites Netzwerk von Begegnungsstätten der russlanddeutschen Minderheit, koordiniert von sechs überregionalen Koordinierungsräten, wird die Programmarbeit auf einem Territorium von Kaliningrad bis Wladiwostok umgesetzt. Im Auftrag des Bundesministeriums des Innern (BMI) berät die GIZ den Dachverband und ist verantwortlich für die Finanzkontrolle sowie das inhaltliche Monitoring der Projekte.

Wirkungen

Der russlanddeutsche Dachverband IVDK sowie die regionalen Strukturen der deutschen Minderheit wurden durch Fortbildungen und Beratung soweit aufgebaut und qualifiziert, dass sie die Umsetzung der Fördermaßnahmen nunmehr selbstständig planen und verwalten.

Ein umfangreiches Sprach-, Fortbildungs- und Freizeitangebot für Jugendliche soll die Basis dafür bilden, dass die Minderheit ihre eigene Identität bewahrt und weiterentwickelt.

Bisher konnte auf diese Weise ein enges Netzwerk an Jugendklubs aufgebaut werden, die in ihr jeweiliges Umfeld gut integriert sind. Sie leisten einen wichtigen Beitrag im gesellschaftlichen Leben der Minderheit, aber auch über diesen Rahmen hinaus.

Russische Föderation. Bahnhof Novosibirsk © GIZ

Durch gemeinsame Kulturprojekte mit anderen Minderheiten sowie durch internationale Austauschprogramme wird die deutsche Minderheit in der Russischen Föderation sichtbar und wirkt zugleich als Mittler zwischen dem Herkunftsland und Deutschland. Eine besondere Rolle kommt dabei russlanddeutschen Führungskräften zu. Sie werden durch individuelle Förderprogramme in ihrer wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Aktivität unterstützt. Im Gegenzug setzen sie sich für die Belange der deutschen Minderheit ein.