Kapazitätsentwicklung zum Aufbau eines MRV-Systems

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Kapazitätsentwicklung zum Aufbau eines Monitoring-, Berichts- und Verifikationssystems (MRV) für Treibhausgasemissionen in der Türkei
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Türkei
Politischer Träger: Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung der Republik Türkei
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2016

Ausgangssituation

Die Türkei ist 2004 der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und 2009 dem Kyoto-Protokoll beigetreten. Obwohl sich das Land zu keinen Minderungszielen für Treibhausgase (THG) verpflichtet hat, bekennt sich die Türkei zum Klimaschutz und hat im Jahr 2011 den National Climate Change Action Plan (NCCAP) zur Umsetzung einer nationalen Klimastrategie entwickelt. Die Federführung lag beim Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung der Republik Türkei. Der Plan enthält zahlreiche Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasen und zur Anpassung an negative Auswirkungen des Klimawandels. Er umfasst unter anderem die Entwicklung eines Monitoring, Berichts- und Verifikationssystems (Monitoring, Report and Verification, kurz MRV) für THG-Emissionen. Im Jahr 2012 wurde dazu eine Rahmenverordnung verabschiedet, die im Wesentlichen auf EU-Richtlinien beruht.

Ziel

Die Türkei führt auf Basis der bestehenden Rahmenverordnung ein MRV-System ein, das eine sichere und robuste Datengrundlage zur Ermittlung der THG-Emissionen liefert und somit eine solide Basis für künftige Minderungsmaßnahmen bildet.

Dazu wurden vier spezifische Projektziele definiert:

  1. Das Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung der Repubik Türkei erhebt und verwaltet THG-Emissionen mittels eines Datenmagementsystems.
  2. Sektorspezifische MRV-Richtlinien für emissionsrelevante Industriesektoren und weitere Rechtsgrundlagen für MRV werden umgesetzt.
  3. Verantwortlichkeiten für die Prozessabläufe des sektoralen MRV-Systems werden von den relevanten Akteuren wahrgenommen.
  4. Beiträge zur Politikgestaltung für THG-Minderungsmaßnahmen, wie zum Beispiel zu Emissionshandelssystemen, sind geleistet.

Vorgehensweise

Im Rahmen des Vorhabens erhalten Mitarbeiter staatlicher Institutionen und der Industrie Schulungen und Trainingsseminare zur Überwachung und Berichterstattung der THG-Emissionen. Dafür werden spezifische Handreichungen für die Betreiber von Industrieanlagen ausgearbeitet. Mit diesem Vorgehen wird von Anfang an sichergestellt, dass mögliche Vorbehalte der Industrie gegenüber der Einführung eines MRV-Systems berücksichtigt werden.

Das Vorhaben unterstützt die institutionelle Verankerung der Schulungsmaßnahmen in einem türkischen Trainingszentrum.

Das Personal in den Fachreferaten des Ministeriums für Umwelt und Stadtentwicklung der Republik Türkei wird befähigt, das gesamte MRV-System für die Türkei zu steuern und weiterzuentwickeln.

Flankierend dazu wird das Ministerium zu sämtlichen MRV-relevanten Aspekten und den sich daraus entwickelnden Themen, wie dem Emissionshandel, beraten.

Wirkung

Zusammen mit dem Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung der Republik Türkei wurde der erste Schritt zur Einführung eines MRV-Systems erfolgreich umgesetzt. Ende September 2014 hatten Industrieunternehmen mehr als 600 Monitoringpläne zur Überwachung der THG-Emissionen eingereicht. Dafür waren im Vorfeld ein onlinegestütztes Datenmanagementsystem zur Erfassung dieser Monitoringpläne sowie eine entsprechende Handreichung entwickelt worden, die auf der türkischen MRV-Verordnung basieren. Für die berichtspflichtigen Unternehmen wurden zehn sektorspezifische Trainingsseminare mit über 500 Teilnehmern durchgeführt. Diese verfügen nun über Kapazitäten zur Erstellung ihrer Monitoringpläne. Die ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Emissionsberichterstattung im Rahmen des türkischen MRV-Systems.

Die zuständige Abteilung im Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung der Republik Türkei ist nun in der Lage, anhand von Evaluierungsbögen, die für jeden Sektor individuell entwickelt wurden, alle eingereichten Monitoringpläne zu bewerten. Schon im ersten Durchgang wurden mehr als 50 Prozent der Monitoringpläne der Anlagenbetreiber akzeptiert, womit die Erwartungen übertroffen wurden.

Das onlinegestützte Datenmanagementsystem wird nun erweitert, sodass die Anlagenbetreiber bis April 2016 die verifizierten Emissionsberichte hinterlegen können. Begleitend dazu werden Handreichungen zur Erstellung der Emmisionsberichte erarbeitet und Seminare durchgeführt.

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