Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Jugendlichen (YEIP)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sonderinitiative Mena: Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit von Jugendlichen im Sekundarschulalter
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jemen
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Jemen. Junge Mädchen erlernen das Schneiderhandwerk © GIZ

Ausgangssituation

Im Jemen herrscht seit März 2015 Krieg. Die Hauptstadt Sana’a ist von Houthi-Rebellen und Truppen des ehemaligen Präsidenten Ali Abdulla Salih besetzt. Die international anerkannte Regierung unter Präsident Abdul Rabo Mansour Hadi hat ihren Sitz nach Aden verlegt. Seit Kriegsbeginn ist das Bruttoinlandsprodukt um mehr als 37 Prozent gefallen, der Arbeitsmarkt ist zusammengebrochen.

Im Vergleich zu anderen arabischen Ländern ist die Jugendarbeitslosigkeit im Jemen sehr hoch und beträgt geschätzt 60 Prozent bei den 15- bis 20-Jährigen. Insgesamt verlassen mehr als 200.000 junge Menschen jedes Jahr die Schule und suchen eine Beschäftigung. Das Bildungssystem kann den jungen Erwachsenen nicht die Fertigkeiten vermitteln, die sie benötigen, um zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beizutragen. So werden sie in der Schule nur unzureichend auf die Arbeitswelt vorbereitet und erhalten wenige oder gar keine Informationen über berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Schulabgänger sind deshalb häufig nicht in der Lage, sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren und Stellen zu suchen. Außerdem sind sie sich ihrer persönlichen Stärken und Schwächen vielfach nicht bewusst. Kontakte zwischen Bildungseinrichtungen und örtlichen Unternehmen, die den jungen Menschen bei der Berufswahl helfen könnten, existieren nicht. Überdies gibt es nur wenige nicht formelle Möglichkeiten, Schulabbrecher nachträglich zu qualifizieren.

Ziel

Die Beschäftigungsfähigkeit von jungen Menschen im Sekundarschulalter ist verbessert.

Jemen. Ein Handyladen fördert die Kommunikation und die Beschäftigung von Jugendlichen © GIZ

Vorgehensweise

Junge Erwachsene zu befähigen, sich eine Stelle oder Beschäftigung zu suchen und damit Einkommen zu erzielen, gilt als eine wesentliche Voraussetzung, um Frieden im Jemen zu schaffen und zu sichern.

Das Programm ist dazu in folgenden Bereichen tätig:

  • Stärkung der Berufs- und Arbeitsmarktorientierung. Sekundarschüler werden in ihren Fertigkeiten gestärkt; ihnen werden Kenntnisse über den vermittelt. So können die Schulabsolventen sich leichter in die Arbeitswelt eingliedern. Die jungen Männer und Frauen erhalten dazu eine Berufsberatung sowie Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten. So lernen sie, wie sie mit einer selbstständigen Beschäftigung Einkommen erzielen oder eine bezahlte Anstellung finden können.
  • Einführung von berufsbezogenen Fächern in die Lehrpläne der Sekundarschulen. Ziel ist es, berufsbezogene Fächer in den Klassenstufen 10 bis 12 einzuführen. Damit wird die Beschäftigungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler verbessert, die kurz vor dem Schulabschluss stehen. Die GIZ unterstützt das jemenitische Bildungsministerium in einer Pilotphase dabei, Lehrpläne in ausgewählten Schulen zu entwickeln und einzuführen.
  • Nicht formelle Ausbildungsmaßnahmen an Sekundarschulen. Der Erwerb marktorientierter, sozialer und fachlicher Kompetenzen hilft Schulabbrechern der Sekundarschulen und jungen Erwachsenen, einen passenden Arbeitsplatz zu finden.

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative des BMZ zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost. Mit den Projekten der Sonderinitiative trägt das Ministerium dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen. Im Fokus stehen dabei die Themenbereiche Jugend- und Beschäftigungsförderung, wirtschaftliche Stabilisierung, Demokratisierung sowie die Stabilisierung von Nachbarländern in Krisensituationen.

Wirkungen

9 berufsqualifizierende Trainings mit 231 Teilnehmenden, darunter 196 Jugendliche, wurden durchgeführt. 85 junge Menschen fanden daraufhin eine Arbeit oder machten sich selbstständig. 425 Familienmitglieder profitierten von den höheren Einkommen.

Das von der GIZ im Auftrag der Bundesregierung in Ägypten entwickelte Handbuch zur Berufsorientierung wurde an die jemenitischen Rahmenbedingungen angepasst.

Zur Einführung des Faches Arbeitslehre wurde an den allgemeinbildenden Schulen ein Curriculum entwickelt.

Jemen. Motorräder werden instand gesetzt © GIZ