Wirkungen der deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit messen – Erfolge kommunizieren

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Monitoring, Evaluierung und Kommunikation
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Auswärtiges Amt (AA)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Afghanisches Finanzministerium (Ministry of Finance)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2020

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Ausgangssituation

Die öffentliche Wahrnehmung von Afghanistan ist durch Meldungen zur Sicherheitslage und zur Flüchtlingssituation geprägt. Dagegen greift die Berichterstattung die Ergebnisse des zivilen Wiederaufbaus und der Entwicklungszusammenarbeit, vor allem die Anstrengungen des afghanischen Partners und der Bevölkerung, bislang nicht in gleichem Maße auf. Darüber hinaus mangelt es auf afghanischer Seite häufig an Fach- und Methodenkenntnis, um Daten zu erheben und auszuwerten sowie erzielte Wirkungen strategisch zu kommunizieren.

Die Öffentlichkeitsarbeit rund um die deutsch-afghanische Entwicklungsarbeit zielt darauf ab, die facettenreichen Tätigkeiten darzustellen und somit Transparenz in beiden Ländern zu fördern. Afghanische Institutionen müssen jedoch erst geeignete Strukturen entwickeln, um die Fortschritte im Land systematisch zu erfassen und zu kommunizieren. Nur so kann das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat gestärkt werden.

Ziel

Die Öffentlichkeit und politische Entscheidungsträger in Afghanistan und Deutschland sind über die zivile Aufbauarbeit informiert. Die afghanische Regierung beobachtet, evaluiert und kommuniziert selbstständig Fortschritte bei den umgesetzten Projekten.

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Vorgehensweise

Um der afghanischen Öffentlichkeit die Erfolge der deutsch-afghanischen Zusammenarbeit zu vermitteln, stellt das Vorhaben den afghanischen Medien Informationen zur Verfügung. Eine projektübergreifende Datenbank, der sogenannte „Development Tracker“, gewährleistet die dauerhafte Bereitstellung quantitativer Daten zur deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit. Das System erfasst alle Beiträge der Bundesregierung zum Aufbau und zur Entwicklung in Afghanistan seit 2009.

Das Ziel, die Kompetenzen in der afghanischen Regierung in den Bereichen Monitoring und Evaluierung sowie Kommunikation zu stärken, wird besonders in Zusammenarbeit mit dem afghanischen Wirtschaftsministerium (MoEc) verfolgt. Das Ministerium arbeitet an der sozioökonomischen Entwicklung des Landes und ist für die Überprüfung und Berichterstattung zu den Fortschritten im Rahmenwerk für Frieden und Entwicklung (ANPDF), den Prioritätenprogrammen (NPPs) sowie der Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals) zuständig. Durch Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung ist das Ministerium in die Lage, aktuelle Entwicklungsdaten zu sammeln, auszuwerten und für die politische Kommunikation zu nutzen. Damit das Ministerium seinen Auftrag zum Monitoring von nationalen Entwicklungsprojekten erfüllen kann, unterstützt das Vorhaben außerdem seine Positionierung innerhalb des institutionellen Umfelds durch die Finanzierung von Netzwerkveranstaltungen und Expert*innentreffen. 

Wirkungen

Das Vorhaben hat eine Website mit Fakten, Geschichten und Bildmaterial zur zivilen Aufbauarbeit entwickelt. Broschüren und Provinzkarten informieren über die umfangreichen Tätigkeiten in Afghanistan. Zu allen Programmen der deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit sind Informationsblätter in den vier Sprachen Dari, Paschtu, Deutsch und Englisch erhältlich. Erfolgsgeschichten veranschaulichen einzelne Maßnahmen und deren Wirkung für die afghanische Bevölkerung. Als Teil der kontinuierlichen Medien- und Kommunikationsarbeit wird die afghanische Medienlandschaft regelmäßig mit Informationen, Nachrichten und Daten versorgt. 

In praxisnahen Trainings stärkt das Vorhaben die Monitoring- und Evaluierungskompetenzen der Mitarbeitenden des MoEc. Schulungen, zum Beispiel in Datenanalyse und -software, versetzen sie in die Lage, Analysen und Auswertungen eigenständig durchzuführen – ohne die Unterstützung internationaler Expertise. Gleiches gilt für das wirkungsorientierte Monitoring (RBM), angelehnt an gängige Weltbank-Formate. Dank fachlicher Weiterbildungen kann das Fachpersonal des MoEc RBM-Systeme selbst entwickeln und umsetzen. Durch die Maßnahmen werden wichtige Voraussetzungen für Transparenz und Rechenschaft geschaffen. 
In früheren Fortbildungen und Beratungen erlernten Vertreter*innen des afghanischen Finanzministeriums, mit Hilfe strategischer Kommunikation über die Verwendung öffentlicher Gelder für den zivilen Wiederaufbau zu informieren.

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