Wirkungen der deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit messen – Erfolge kommunizieren

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Monitoring, Evaluierung und Kommunikation
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Auswärtiges Amt (AA)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Afghanisches Finanzministerium (Ministry of Finance)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Ausgangssituation

Meldungen zur Sicherheitslage im Land und die Flüchtlingssituation prägen die öffentliche Wahrnehmung von Afghanistan. Die Ergebnisse des zivilen Wiederaufbaus und der Entwicklungszusammenarbeit, vor allem die Eigenanstrengungen des afghanischen Partners und der Bevölkerung, werden bislang nicht in gleichem Maße in der Berichterstattung aufgegriffen und gewürdigt. Die Öffentlichkeitsarbeit rund um die deutsch-afghanische Entwicklungsarbeit stellt nicht nur die facettenreichen Tätigkeiten dar, sie dient auch der Transparenz in Afghanistan und Deutschland. Darüber hinaus fehlt es häufig an Fach- und Methodenkenntnis, um quanitative Daten zu erheben und auszuwerten sowie erzielte Wirkungen strategisch zu kommunizieren. In Afghanistan müssen sich erst noch geeignete Strukturen entwickeln, um die Fortschritte im Land systematisch zu erfassen und zu kommunizieren. Nur so kann das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat gestärkt werden.

Ziel

Sowohl die Öffentlichkeit als auch politische Entscheidungsträger in Afghanistan und in Deutschland werden über die zivile Aufbauarbeit informiert. Die afghanische Regierung ist in der Lage, Aufgaben in den Bereichen Monitoring und Evaluierung sowie Kommunikation selbstständig wahrzunehmen.

Vorgehensweise

Um die afghanische Öffentlichkeit über Erfolge der deutsch-afghanischen Zusammenarbeit zu informieren, stellt das Vorhaben den afghanischen Medien Informationen zur Verfügung, die die Bevölkerung erreichen und ansprechen. Eine projektübergreifende Datenbank, der sogenannte Development Tracker, gewährleistet die kontinuierliche Bereitstellung quantitativer Daten zur deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit. Das System erfasst alle Beiträge der Bundesregierung zum Aufbau und zur Entwicklung in Afghanistan seit 2009.

Das Ziel, die Kompetenzen in der afghanischen Regierung in den Bereichen Monitoring und Evaluierung sowie Kommunikation zu stärken, wird in Zusammenarbeit mit dem afghanischen Finanzministerium und dem afghanischen Wirtschaftsministerium verfolgt.

Das afghanische Finanzministerium verwaltet die internationalen Hilfsgelder. Es ist gegenüber der Bevölkerung, dem afghanischen Parlament und den Medien dazu verpflichtet, zu berichten, wie in der zivilen Aufbauarbeit öffentliche Gelder verwaltet und eingesetzt werden. Mit Fortbildungen und laufender Beratung verbessert sich die strategische Öffentlichkeitsarbeit des Finanzministeriums kontinuierlich. Die Abteilung für Medien- und Kommunikationsarbeit wird in der Zusammenarbeit mit der Presse geschult. Außerdem wird das Finanzministerium bei der jährlichen Kampagne zur Verabschiedung des Staatshaushalts unterstützt, um die Transparenz für die Öffentlichkeit zu erhöhen.

Das Wirtschaftsministerium wird durch Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung in die Lage versetzt, aktuelle Entwicklungsdaten zu sammeln, auszuwerten und für die politische Kommunikation zu nutzen.

Wirkungen

Eine neue Website mit Fakten, Geschichten und Bildmaterial zur zivilen Aufbauarbeit wurde entwickelt und präsentiert die Leistungen der deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit auf anschauliche Weise: www.gc-afg.de. Broschüren und Provinzkarten informieren über die umfangreichen Tätigkeiten in Afghanistan. Auch Imagefilme werden bei öffentlichen Veranstaltungen sowie im Internet gezeigt. Zu allen Programmen der deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit sind Factsheets in den vier Sprachen Dari, Paschtu, Deutsch und Englisch erhältlich. Erfolgsgeschichten veranschaulichen einzelne Maßnahmen und deren individuelle Wirkung für die afghanische Bevölkerung. Als Teil der kontinuierlichen Medien- und Kommunikationsarbeit wird die afghanische Medienlandschaft regelmäßig mit Informationen, Nachrichten und Daten versorgt – telefonisch, via E-Mail und Social Media. Bei regelmäßigen Medientreffen kommen Pressevertreter mit Personal der deutschen Zusammenarbeit, afghanischer Ministerien und der Zivilbevölkerung zusammen, um Themen der Entwicklungszusammenarbeit offen zu diskutieren und einen Diskurs zu starten.

Die Maßnahmen in den afghanischen Finanz- und Wirtschaftsministerien bewirken, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  Standardprozesse einer strategischen Kommunikation in ihren Ressorts umsetzen können. Dadurch wird die Voraussetzung für Transparenz, Partizipation, Rechenschaftspflicht und Inklusion geschaffen. Nachdem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des afghanischen Wirtschaftsministeriums (MoEc) in Datenanalyse und -software geschult wurden, sind diese in der Lage, Datenanalysen und Auswertungen zukünftig eigenständig durchzuführen – ganz ohne die Unterstützung internationaler Expertise. Gleiches gilt für das sogenannte wirkungsorientierte Monitoring (RBM), angelehnt an gängige Weltbank-Formate. Dank fachlicher Weiterbildungen kann Fachpersonal des MoEc nun RBM-Systeme selbst entwickeln und umsetzen. Zusätzliche Fortbildungsmaßnahmen im Bereich Kommunikation ermöglichen es den Fachkräften, Fortschritte ihrer Arbeit effektiv mit Partnern, politischen sowie wirtschaftlichen Akteuren und ganz besonders der afghanischen Öffentlichkeit zu teilen.

Ebenso unterstützt das Vorhaben das präsidiale Verwaltungsbüro (AOP), Monitoring-Kapazitäten auszubauen. Ziel ist es, Entwicklungsprojekte datenbasiert zu beobachten und Erfolge zu messen, um zukünftige Projekte zu optimieren. Ergebnisse sollen der afghanischen Öffentlichkeit transparent zugänglich gemacht werden.