Monitoring, Evaluierung und Kommunikation

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Monitoring, Evaluierung und Kommunikation (MEK)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Afghanisches Finanzministerium; Afghanisches Wirtschaftsministerium
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2017

Ausgangssituation

Die Erfolge der deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit werden nicht ausreichend wahrgenommen. In der Berichterstattung über Afghanistan dominieren die Themen Terrorismus und Krieg. Dabei findet jenseits der Schlagzeilen sowohl in Afghanistan als auch in Deutschland eine lebhafte öffentliche Debatte zur gemeinsamen Entwicklungspolitik statt. In beiden Ländern besteht ein öffentlicher Druck und es werden Fragen gestellt, ob die angestrebten Ziele zur Weiterentwicklung des Landes erreicht und der damit verbundene Mitteleinsatz sinnvoll ist. In Afghanistan müssen sich erst noch geeignete Strukturen entwickeln, um die Fortschritte im Land systematisch zu erfassen und zu kommunizieren und dadurch das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken, dass ihr Staat für sie Leistungen erbringt.

Ziel

Die Öffentlichkeit und politische Entscheidungsträger sowohl in Afghanistan als auch in Deutschland werden über die zivile Aufbauarbeit informiert. Die afghanische Regierung ist in der Lage, Aufgaben in den Bereichen Monitoring und Evaluierung sowie Kommunikation selbstständig wahrzunehmen.

Vorgehensweise

Um die afghanische Öffentlichkeit über Erfolge der deutsch-afghanischen Zusammenarbeit zu informieren, stellt das Vorhaben den afghanischen Medien Informationen zur Verfügung, die die Bevölkerung erreichen und ansprechen. Eine projektübergreifende Datenbank, der sogenannte Development Tracker, gewährleistet die kontinuierliche Bereitstellung quantitativer Daten zur deutsch-afghanischen Zusammenarbeit. Das System erfasst alle Beiträge der Bundesregierung zum Aufbau und zur Entwicklung in Afghanistan seit 2009.

Das Ziel, die Kompetenzen in der afghanischen Regierung in den Bereichen Monitoring und Evaluierung und Kommunikation zu stärken, wird in Zusammenarbeit mit dem afghanischen Finanzministerium und dem afghanischen Wirtschaftsministerium verfolgt.

Das Finanzministerium verwaltet die internationalen Hilfsgelder und ist gegenüber der Bevölkerung, dem afghanischen Parlament und den Medien dazu verpflichtet, zu berichten, wie vor allem im Bereich der zivilen Aufbauarbeit öffentliche Gelder verwaltet und eingesetzt werden. Mithilfe von Fortbildungen und laufender Beratung durch das Vorhaben wird die strategische Öffentlichkeitsarbeit des Finanzministeriums kontinuierlich verbessert. Die Abteilung für Medien- und Kommunikationsarbeit wird in der Zusammenarbeit mit der Presse geschult. Außerdem wird das Finanzministerium bei der jährlichen Kampagne zur Verabschiedung des Staatshaushalts unterstützt, um die Transparenz für die Öffentlichkeit zu erhöhen.

Das Wirtschaftsministerium wird durch Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung in die Lage versetzt, aktuelle Entwicklungsdaten zu sammeln, auszuwerten und für die politische Kommunikation zu nutzen.

Wirkungen

Eine neue Website mit Fakten, Geschichten und Bildmaterial zur zivilen Aufbauarbeit wurde entwickelt und präsentiert die Leistungen der deutsch-afghanischen Zusammenarbeit auf anschauliche Weise. Ein zehnminütiger Imagefilm sowie acht Kurzfilme stehen zur Verfügung und werden bei öffentlichen Veranstaltungen sowie im Internet gezeigt. Zu allen Programmen der deutsch-afghanischen Zusammenarbeit sind Factsheets in den vier Sprachen Dari, Paschto, Deutsch und Englisch erhältlich, die Interessierte über die Projektarbeit näher informieren. Als Teil der kontinuierlichen Medien- und Kommunikationsarbeit wurde die afghanische Medienlandschaft regelmäßig mit Informationen, Nachrichten und Daten versorgt. Bei insgesamt sieben Presseklubveranstaltungen kamen Pressevertreter mit Vertretern der deutschen Zusammenarbeit, afghanischer Ministerien und der Zivilbevölkerung zusammen, um Themen der Entwicklungszusammenarbeit offen zu diskutieren und somit einen Diskurs zu starten.

Mit dem Development Tracker liegt ein neues Online-Instrument vor, das kontinuierlich und systematisch die Sammlung und Analyse von Daten ermöglicht. Für das Finanzministerium wurden darüber hinaus Daten zu mehr als 250 Projekten der deutsch-afghanischen Zusammenarbeit bereitgestellt und in die Datenbank für Entwicklungshilfe eingepflegt. Zur Evaluierung der Länderstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellte das Programm relevante Daten zusammen.

Die Maßnahmen in den afghanischen Finanz- und Wirtschaftsministerien haben bewirkt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun Standardprozesse einer strategischen Kommunikation in ihren Ressorts umsetzen können. Dadurch ist die Voraussetzung für Transparenz, Partizipation, Rechenschaftspflicht und Inklusion geschaffen. Im Wirtschaftsministerium wurden Dialogprozesse zwischen nationalen Stellen und den staatlichen Stellen auf Provinzebene etabliert. Durch Maßnahmen bei der IT-Entwicklung wurden bestehende Datenbanken dem aktuellen Bedarf angepasst. Der bestehende Leitfaden für Monitoring und Evaluierung wurde überarbeitet und zur besseren Handhabung gekürzt und auch übersetzt.