Dreieckskooperation Mexiko, Kolumbien, Deutschland: Monitoring der Landnutzungsänderungen und der Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionaler Fonds zur Förderung der Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik – Einzelmaßnahme: Monitoring der Landnutzungsänderungen und der Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kolumbien (Empfängerland), Mexiko (Partnerland)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2015

Ausgangssituation

Die Abholzung von Naturwäldern führt weltweit zum Verlust der Artenvielfalt; immer mehr Pflanzen und Tiere sind vom Aussterben bedroht. Besonders schwere Folgen hat dies in sogenannten megadiversen Ländern wie Mexiko oder Kolumbien, die große Anteile der weltweiten Artenvielfalt beherbergen.

Die mexikanische Kommission für Biodiversität CONABIO hat seit 1998 eine Abteilung aufgebaut, die Eingriffe in die Ökosysteme ermittelt. Unterstützt wurde sie dabei von Anfang an durch Fachkräfte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Ursprünglich zum Aufspüren von Waldbränden gestartet, überwacht die Abteilung heute auch Korallenriffe, Mangroven, das Leben von Tieren und Eingriffe in die Pflanzenwelt. Dafür kommen hochaufgelöste Satellitenaufnahmen sowie Kameras und Mikrofone am Boden zum Einsatz. Seit kurzem steht ein leistungsfähiges Computersystem zur Erkennung von Entwaldung und Veränderungen der Landnutzung zur Verfügung, das die Daten von fünf Jahren innerhalb weniger Tage auswerten kann.

Für die mexikanische Regierung ist das Monitoring ein essenzielles Instrument, um Auswirkungen des Klimawandels im Land zu erfassen. Zudem ist das Monitoring ein wichtiger Bestandteil des nationalen MRV-Systems (Monitoring, Reporting and Verification) für die UN-Klimarahmenkonvention und deren Waldschutzprogramm REDD+. Mexiko nimmt in Lateinamerika eine Vorreiterrolle beim Monitoring ein; mehrere Länder haben großes Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet.

Ziel

Unterstützt durch eine Dreieckskooperation mit Mexiko und Deutschland führen die kolumbianischen Behörden ein Monitoring ein, das schnell aussagekräftige Daten über Eingriffe in die Ökosysteme bereitstellt. Es ist Bestandteil des nationalen MRV-Systems im Rahmen von REDD+.

Vorgehensweise

Kolumbien profitiert von den Erfahrungen, die Mexiko und Deutschland in mehr als 15 Jahren der internationalen Zusammenarbeit bei der Umweltbeobachtung gemacht haben. CONABIO und die mexikanische Forstkommission CONAFOR, die das technische Know-how besitzen, kooperieren mit der mexikanischen Entwicklungsagentur AMEXCID und der GIZ. Sie unterstützen das kolumbianische Institut für Hydrologie, Meteorologie und Umweltstudien IDEAM sowie das Umweltministerium beim Aufbau einer Erdbeobachtungsabteilung nach mexikanischem Vorbild. Mit dem Computersystem, das hochaufgelöste Satellitenaufnahmen analysiert und Veränderungen in der Landnutzung zum Vorjahr aufzeigt, tragen die mexikanischen Projektpartner dazu bei, das kolumbianische Verfahren zu beschleunigen und zu präzisieren. Sie informieren IDEAM-Mitarbeiter über die notwendigen Hardware- und Software-Spezifikationen und schulen sie in der Bedienung des Systems.

Zudem legen sie gemeinsame kartografische Standards fest. Erst so wird die Berichterstattung über Abholzung und Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt in Mexiko und Kolumbien vergleichbar. Der globale Waldverlust durch Feuer und nichtnachhaltige Forstpraktiken trägt je nach Schätzung zwischen 17 und 28 Prozent zu den vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen und damit zur globalen Erwärmung bei.

Wirkungen

Die Partner führten einen Testlauf mit Daten aus den Jahren 2000 und 2010 durch. Kolumbien verfügt dadurch über genaue Statistiken zu Abholzung, Degradierung und Aufforstung in diesem Zeitraum. Die Daten und Karten wurden im Land offiziell vorgestellt.

IDEAM wird zum Ende der Dreieckskooperation in der Lage sein, jährlich aktualisierte Karten zu Landnutzung und Vegetation zu erstellen, die mit einem Maßstab von 1:20.000 rund 20-mal mehr Details als das bisher produzierte Material liefern. Sie zeigen deutlich die Entwaldung und die Degradierung der Ökosysteme und sind damit eine genaue Planungsgrundlage. Die kolumbianische Regierung kann auf dieser Basis bessere Gesetze zum Schutz der Artenvielfalt und zur Minderung des Klimawandels formulieren.
Jüngst entschieden Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko, das Erdbeobachtungssystem im Rahmen der wissenschaftlichen Zusammenarbeit der Pazifikallianz in allen Mitgliedsstaaten einzuführen und so ein regionales Monitoring aufzubauen.