Jugendbeschäftigungsförderung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Jugendbeschäftigungsförderung / Programm nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung in Serbien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Serbien
Politischer Träger: Ministerium für Jugend und Sport der Republik Serbien
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Career guidance training

Ausgangssituation

Jugendliche in Serbien haben auf dem sich verändernden, dynamischen Arbeitsmarkt mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Anteil der Jugendlichen an der Bevölkerung sinkt stetig; die Altersgruppe der 15- bis 30-Jährigen beträgt gegenwärtig ein Fünftel.

Jugendliche und junge Erwachsene sind überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen: 2015 waren es 43,2 Prozent. Die Arbeitslosigkeit weiblicher Jugendlicher war mit 48,2 Prozent deutlich höher ist die männlicher Jugendlicher (40,1 Prozent). Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen mit Primarschulbildung ist erheblich höher als unter jenen mit Hochschulabschluss, 40,7 gegenüber 32,9 Prozent. Ein Vergleich verschiedener Altersklassen zeigt, dass der größte Anteil der Arbeitslosen bei den 25 - 34-Jährigen auszumachen ist, gefolgt von den 15 - 24-Jährigen.

Die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung befinden, ist mit fast 20 Prozent ebenfalls sehr hoch. Kinder und Jugendliche bis 24 Jahre, vor allem aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen und aus abgelegenen ländlichen Regionen sowie aus der Gruppe der Rückkehrenden, sind die am meisten gefährdete Risikogruppe: Ihnen drohen Armut und soziale Exklusion

Ziel

Jugendliche in benachteiligten Regionen Serbiens sind in der Lage, sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren.

Welding training

Vorgehensweise

Das Vorhaben baut an zwei Pilotstandorten in Serbien Jugendbeschäftigungsinitiativen auf. Die lokalen Initiativen berücksichtigen sowohl die Bedürfnisse der Jugendlichen als auch die des Arbeitsmarktes. Neben der bedarfsorientierten Beratung wurden Angebote für Sozialunternehmen eingerichtet, um die Integration benachteiligter Gruppen in den Arbeitsmarkt zu verbessern.

Das Projekt unterstützt die Zusammenarbeit nationaler Kooperationspartner. Geplant ist ein Wissenstransfer sowie Empfehlungen von den lokalen Beschäftigungsinitiativen an die auf nationaler Ebene Verantwortlichen weiterzuleiten. Auf dieser Basis sollen Ministerien, Institutionen, Experten, junge Menschen und Arbeitgeber einen nationalen Dialog über Jugendbeschäftigung führen.

Das Projekt wird an einem Standort von der Consultingfirma „FAKT– Consult for Management, Training and Technolgies“, Stuttgart, durchgeführt werden.

Die Koordinierung der Deutsch-Serbischen Initiative für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung ist ebenfalls Teil des Projekts. Die Initiative wurde vom Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Zusammenarbeit mit zwei serbischen Ministerien initiiert. Sie verbindet alle laufenden und neuen Vorhaben der deutsch-serbischen Entwicklungszusammenarbeit. Darüber hinaus bereitet die Initiative zukünftige Maßnahmen vor und verzahnt sie, beispielsweise durch Studien oder die Unterstützung der serbischen Partner bei strategischen Schritten.

Young beekeeper

Wirkungen

Rund 6.750 serbische Jugendliche wurden zum Karrieremanagement, zu Strategien der Arbeitssuche und in grundlegenden Fertigkeiten des Unternehmertums geschult. Um unternehmerische Fertigkeiten zu erwerben und gegebenenfalls ein eigenes Unternehmen gründen zu können, haben rund 50 Jugendliche in von der GIZ unterstützen Co-Working-Einrichtungen und anderen berufsbezognenen Zentren und Organisationen ein anregendes Umfeld gefunden.

Von 370 arbeitslosen Jugendlichen, die an Kompetenztrainings teilgenommen haben, haben 50 in der Textilindustrie, 100 als Schweißer, 34 im IT-Kundenservice und 44 in der Autoindustrie einen Arbeitsplatz bekommen.

57 weitere Jugendliche, darunter 32 Frauen, aus den benachteiligten Gruppen der Roma und der Rückkehrenden nahmen an Ausbildungsmaßnahmen in Belgrad und Subotica teil. Sie haben die Ausbildung mit Zertifikaten abgeschlossen und Arbeitsverträge erhalten.

In zwei landwirtschaftlichen Genossenschaften in Leskovac und einer sozialverantwortlichen Kooperative in Niš, die neben ihrer wirtschaftlichkeit einen Fokus auf die Inklusion sozialbenachteiligter Gruppen legt, wurden bis jetzt 230 Jugendlichen, die sich nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung befinden, dabei unterstützt, ihre Beschäftigungsfähigkeit und ihr Potenzial zur Selbstständigkeit auszubauen.

Landesweit werden 20 Sozialunternehmen dabei unterstützt, ihre Leistungsfähigkeit zu intensivieren, um neue Beschäftigungsmöglichkeiten für benachteiligte Jugendliche schaffen zu können.

Der Rat für regionale Beschäftigung, wessen Gründung von der GIZ unterstützt wurde, führte in den Bezirken Süd-Banat und Jablanica ein Pilotprojekt zur Entwicklung eines interkommunalen Aktionsplans für Beschäftigung durch.

Der vom Vorhaben geförderte nationale Dialog über die Herausforderungen der Jugendbeschäftigungsförderung hat begonnen.