Jugendbeschäftigungsförderung in Serbien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Jugendbeschäftigungsförderung / Programm nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung in Serbien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Serbien
Politischer Träger: Ministerium für Jugend und Sport der Republik Serbien
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Career guidance training

Ausgangssituation

Serbien befindet sich nach wie vor in einem schwierigen Transformationsprozess, die eingeleiteten politischen Reformen zeigen jedoch deutliche Auswirkungen. So ist beispielsweise die Arbeitslosigkeit erheblich gesunken. Sie lag im Jahr 2018 bei 13 Prozent (Quelle: Weltbank). Trotz der Fortschritte bei den Wirtschaftsreformen sind die Arbeitslosigkeit und die Nichterwerbstätigkeit junger Menschen nach wie vor sehr hoch und bleiben eine zentrale Herausforderung für die serbische Gesellschaft. Der Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die nicht in Bildung, Beschäftigung oder Ausbildung sind, betrug im Jahr 2018 17,5 Prozent (Quelle: Weltbank).

In Serbien bestehen große regionale Unterschiede. Im Süden, Südwesten und Osten des Landes liegen die wirtschaftlich und sozial am stärksten benachteiligten Regionen. Für Jugendliche aus ländlichen Gebieten, Jugendliche mit Behinderungen, Jugendliche ohne oder mit niedrigem Bildungsniveau sowie inaktive oder langzeitarbeitslose junge Menschen ist der Zugang zum Arbeitsmarkt zusätzlich erschwert.

Während die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt und sich die Qualität der Arbeitsplätze in den wirtschaftlich stärkeren Teilen des Landes verbessert, bleibt die Auswanderung der Hochqualifizierten eine große Herausforderung. Sie ist das Ergebnis wirtschaftlicher Härten, fehlender Möglichkeiten und Perspektiven, die einen starken Schubfaktor für die Migration schaffen. Die begehrtesten Auswanderungsziele für junge Menschen in Serbien sind Deutschland und andere europäische Länder.

Ziel

Jugendliche in benachteiligten Regionen sind in der Lage, sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren.

Young beekeeper

Vorgehensweise

Das Projekt fokussiert auf bessere Beschäftigungsaussichten für junge Menschen in benachteiligten Regionen. Dabei werden sowohl die Bedarfe der Jugendlichen als auch jene des Arbeitsmarktes berücksichtigt. Neben der bedarfsgerechten Beratung hat das Projekt auch Dienstleistungen zum Aufbau von Sozialunternehmen eingerichtet. Dadurch verbessert es den Zugang zum Arbeitsmarkt und fördert die Teilhabe benachteiligter Personengruppen.

Das Projekt fördert die Zusammenarbeit zwischen lokalen und nationalen Partnern. Ziel ist es, Beschäftigungsinitiativen in den Regionen dabei zu unterstützen, ihr Wissen und ihre Empfehlungen an Entscheidungsträger*innen in den Ministerien weiterzugeben. Damit ist ein Dialog über Jugendbeschäftigung zwischen Ministerien, Institutionen, Expert*innen, Jugendlichen und Arbeitgeber*innen möglich.

Die Koordinierung der Deutsch-Serbischen Initiative für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung ist ebenfalls Teil des Projekts. Die Deutsch-Serbische Initiative wurde durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Zusammenarbeit mit zwei serbischen Ministerien ins Leben gerufen. Die Deutsch-Serbische Initiative verbindet nicht nur alle laufenden und neuen Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, sondern verzahnt diese und bereitet zukünftige Maßnahmen vor. So werden etwa thematische Studien durchgeführt und die serbischen Partner in strategischen Schritten unterstützt.

Welding training

Wirkungen

  • 10.376 junge Menschen erwarben Fertigkeiten im Bereich Karrieremanagement, Existenzgründung und Jobsuche. 1.181 sind Roma und 209 Rückkehrer*innen aus den EU-Ländern
  • 1.609 arbeitslose Jugendliche haben Fachqualifizierungsmaßnahmen durchlaufen, unter anderem in der Textilindustrie, im Schweißbereich, im Kundenservice, in der Autozuliefererindustrie und IT. 957 der Jugendlichen sind beschäftigt; 97 der Beschäftigten sind Roma
  • 496 junge Menschen werden durch Genossenschaften/Kooperativen, landwirtschaftliche Schulen und landwirtschaftliche Verbände bei der Existenzgründung in der Landwirtschaft unterstützt
  • Das Programm „Growthub“ fördert 15 Hubs und Coworking-Spaces bei der Entwicklung ihrer Dienstleistungen und unterstützt Jugendliche bei der Gründung von Start-ups in verschiedenen Bereichen. Sie unterstützten bisher 189 junge Menschen, von denen 54 (selbstständig) beschäftigt sind
  • 21 Sozialunternehmen wurden durch das Programm „Kapazitätsausbau für soziale Unternehmen“ unterstützt und konnten infolgedessen 64 Jugendliche aus benachteiligten Personengruppen beschäftigen
  • Der „Nationale Dialog für Jugendbeschäftigung“ dient als Plattform zum Austausch von Erfahrungen, aber auch zur (Be-)Förderung der Ergebnisse des Projekts. Damit trägt er zur Verbesserung der serbischen Politiken, Praktiken und Strategien für die Jugendbeschäftigung bei.