Entwicklung der südöstlichen Küstenregion Albaniens

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integrierte nachhaltige Entwicklung in der Region der Südküste
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien
Politischer Träger: Ministerium für Stadtentwicklung
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

Albanien: Ein Schafhirte mit seiner Herde; im Hintergrund die Burg von Himara. © GIZ

Ausgangssituation

Der Tourismus gehört in Albanien zu den wachsenden Branchen. In den letzten Jahren erlebten die Küstenregionen des Landes, insbesondere die im Süden, in den Monaten Juli und August einen Boom des Strandtourismus. Allerdings hat die einheimische Bevölkerung vor allem im ländlichen Hinterland nur wenig von dieser Entwicklung profitiert. Gleichzeitig haben illegale Bauvorhaben entlang der Küste die Möglichkeiten des Tourismus bereits erheblich beeinträchtigt. Dennoch kann das Land sowohl an der Küste als auch im Gebirge nach wie vor viel unberührte Natur, Kulturlandschaften, traditionelle Dörfer und historische Hinterlassenschaften vorweisen, die ein enormes Potenzial für die Diversifizierung des Tourismus bieten.

Ziel

Die ländliche Bevölkerung profitiert von der Entwicklung des nachhaltigen Tourismus an der Südküste.

Albanien: Qeparo, ein Dorf an einem Hügelhang mit traditioneller, denkmalgeschützter Architektur. © GIZ

Vorgehensweise

Die Bundesregierung arbeitet mit der albanischen Regierung an der Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung der südlichen Küstenregion, die letztlich der gesamten Volkswirtschaft zugutekommen soll. Das Vorhaben unterstützt die ländliche Entwicklung in der Region Vlora, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Tourismus in der Gemeinde Himara und den Dörfern im Hinterland sowie verschiedenen anderen Dörfern in Küstennähe liegt.

Dabei arbeitet das Vorhaben eng mit den relevanten Stellen zusammen, zu denen das Ministerium für Stadtentwicklung, das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Tourismus, die Nationale Tourismusagentur, die Region Vlora, die Gemeinde Himara sowie die Tourismusverbände gehören. Zwei Handlungsfelder stehen im Mittelpunkt der Maßnahmen:

  1. Ausarbeitung nationaler und regionaler Raumentwicklungspläne – Das Projekt leistet technische Unterstützung bei der Entwicklung von Raumplänen und der Stärkung von Koordinationsmechanismen, und zwar sowohl auf nationaler Ebene als auch auf regionaler Ebene für die Region Vlora). Das Vorhaben unterstützt die Entwicklung von Planungsprozessen in der Region, um eine effiziente Landnutzung zu fördern und öffentlich-private Investitionen in eine nachhaltige Nutzung der Entwicklungspotenziale zu lenken.
  2. Entwicklung von Modellen für einen nachhaltigen Tourismus – In diesem Handlungsfeld unterstützt das Vorhaben seine Partner bei der Gestaltung von Modellen und Produkten, die für die Weiterverbreitung geeignet sind. Die Projektmaßnahmen erstrecken sich auf den gesamten Gestaltungsprozess von der Bewertung von Ideen über die Durchführung von Planungs-Workshops bis hin zur Suche nach potenziellen Multiplikatoren. Konkret unterstützt das Vorhaben die Entwicklung von Outdoor-Aktivitäten und -Veranstaltungen wie Wandern, Mountainbike-Fahren, Kulturreisen und Festivals, die als Katalysator für die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus genutzt werden. In dieser Hinsicht fördert das Vorhaben auch die Identifizierung von Wander- und Fahradrouten und fördert die Kapazitäten der ländlichen Touristik-Dienstleister (Unterkunft und damit zusammenhängende Dienstleistungen). Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die lokale und internationale Wettbewerbsfähigkeit der Touristik-Dienstleister zu stärken.

Neben diesen beiden konkreten Interventionsbereichen unterstützt das Vorhaben die Entwicklung einer Marketing-Strategie. Diese umfasst die Markenentwicklung, Absatzförderungskampagnen sowie eine engere Anbindung an den internationalen Markt.

Albanien: Mountainbike-Fahrer fahren den Hügel von Pilur nach Himara hinunter. © GIZ

Außerdem organisiert das Vorhaben Foren auf lokaler Ebene, um die Zusammenarbeit zwischen den Begünstigten, d. h. den lokalen Gemeinden und den privatwirtschaftlichen Akteuren, bei der Entwicklung des ländlichen Tourismus zu fördern. In diesen Foren hat das Vorhaben die Möglichkeit, über eigene Fortschritte zu berichten und dabei die Diskussion zwischen lokalen Gemeinden und den Vertretern staatlicher Akteure über Fragen und Probleme im Zusammenhang mit dem Tourismus zu fördern.