Integrierte nachhaltige Entwicklung in der südlichen Küstenregion

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integrierte nachhaltige Entwicklung in der südlichen Küstenregion
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien
Politischer Träger: Ministerium für Stadtentwicklung
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

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Ausgangssituation

Albanien besitzt ein reiches Natur- und Kulturerbe. Dies trifft auch auf die südliche Küstenregion zu. Mit seinen Bergen, naturbelassenen Flüssen und bewirtschafteten Flächen entspricht der 150 km lange Küstenstreifen entlang des Ionischen Meers einer typisch mediterranen Landschaft. Ein umfangreiches Kulturerbe, beeindruckende Landschaften und die für diese Gegend charakteristischen traditionellen Dörfer bieten ein enormes Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung. Die wichtigsten Wirtschaftssektoren der Region sind Landwirtschaft und Tourismus, wobei letzterer in Albanien zu den wachsenden Branchen gehört. In den vergangenen Jahren erfuhren die Küstenregionen Albaniens, insbesondere die im Süden des Landes, einen starken Zuwachs des Strandtourismus in den Sommermonaten. Die ländliche Bevölkerung, insbesondere im Hinterland, profitierte jedoch kaum von dieser Entwicklung. Zudem fehlen klare Entwicklungsperspektiven, so dass Teile der ländlichen Bevölkerung aus dem Hinterland in die Nähe der Küste ziehen oder die Region ganz verlassen.

Ziel

Die ländliche Bevölkerung profitiert stärker von der Entwicklung des nachhaltigen Tourismus in der südlichen Küstenregion.

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Vorgehensweise

Historisch betrachtet fiel der Landbevölkerung keine aktive Rolle in den Planungsprozessen von Entwicklungsstrategien zu. Das Vorhaben unterstützt Foren auf lokaler Ebene, um eine enge Zusammenarbeit mit den Endbegünstigten sicherzustellen, darunter die lokale Bevölkerung sowie privatwirtschaftliche Akteure im aufstrebenden Sektor des ländlichen Tourismus. Das Vorhaben fördert die Teilhabe der Landbevölkerung an der wirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere in den Gemeinden Vlora, Himara und Konispol. Dabei liegt der Fokus im Bereich des ländlichen Tourismus sowie des Natur- und Kulturtourismus.

Um Perspektiven für die 60.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Region zu schaffen, arbeitet das Projekt eng mit lokalen und nationalen Behörden sowie mit der lokalen Bevölkerung und Akteuren der Tourismusbranche zusammen. Besonderes Augenmerk gilt dem ländlichen Raum, der Bewahrung des historischen und kulturellen Erbes und dem Naturschutz. 

Zwei Handlungsfelder stehen im Mittelpunkt des Vorhabens: Das erste Handlungsfeld umfasst die Raumentwicklungsplanung, basierend auf dem integrierten sektorübergreifenden Küstenplan (Integrated Cross-Sectorial Plan of the Coast) und damit verbunden die Entwicklung von Mechanismen für die städtebauliche Erhaltung sowie von Modellen zur Wiederbelebung traditioneller Dörfer. Das zweite Handlungsfeld umfasst die Entwicklung von Modellen für einen nachhaltigen Tourismus sowie die Integration von Produkten in touristische Wertschöpfungsketten. Dies geschieht unter besonderer Berücksichtigung von Instrumenten zur Steigerung des Einkommens von Frauen. Zudem leistet das Vorhaben, abgestimmt auf die Phasen des lokalen Entwicklungsplans, einen Beitrag zur Planung und Umsetzung lokaler Tourismusstrategien für drei Gemeinden in großen ländlichen Gebieten.

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Wirkung

  • Es besteht ein Raumentwicklungsplan für die Küstenregion, der auf einem gemeinsamen Verständnis von nachhaltiger regionaler Entwicklung der nationalen und lokalen Stakeholder beruht. Das Vorhaben unterstützt wichtige Partner beim Ausbau ihrer Kapazitäten für den Aufbau einer Monitoring-Plattform für die regionale Entwicklung.
  • Drei Gemeinden der Region verfügen über Strategien für den Aufbau einer diversifizierten Tourismuswirtschaft.
  • Durch Schulungen, das Kennenlernen von erfolgreichen Modellen aus anderen Ländern und die Bereitstellung von Know-how verfügen Gemeinden der Region, die Regionalentwicklungsagentur in Vlora, die Ministerien für Tourismus und Umwelt sowie die nationale Tourismusagentur über ein besseres Verständnis von Betrieb und Verwaltung von Tourismusinformationszentren und Destinationsmanagementorganisationen.
  • Es werden verschiedene Modelle und Produkte des ländlichen Tourismus genutzt, um die Einnahmen aus dem Tourismussektor zu erhöhen. Ende April 2017 fand das erste South Outdoor Festival statt. Ziel des Festivals war die Verlängerung der touristischen Saison durch Veranstaltungsangebote. An der Veranstaltung nahmen etwa 1000 Personen teil und es wurden über 20 Outdoor-Aktivitäten angeboten.
  • Inhaber von Pensionen in der Region werden in ländlichem Tourismus und Gebirgstourismus geschult (Qualitätskriterien für Unterkünfte) und anschließend durch Subventionen unterstützt. 
  • Die gemeinsame Vermarktung der Region wird durch die Entwicklung einer regionalen Marke und eines Logos unterstützt. 
  • In internationalen Medien wird über die Region vermehrt als Urlaubsziel berichtet. Deutsche Anbieter von Alternativreisen haben die südliche Küstenregion in ihr Programm für 2017 und die Folgejahre aufgenommen. 
  • Nachhaltige Wirtschaftsmodelle für die Erhaltung und Wiederbelebung traditioneller Dörfer in Himara werden erarbeitet.
  • Das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung für das Kulturerbe wird durch Leitlinien zur Erhaltung von Dörfern sowie durch weitere unterstützende Maßnahmen gestärkt. 
  • Im Jahr 2017 verzeichneten in der Tourismusbranche tätige Unternehmen einen deutlich früheren Saisonbeginn als in den Vorjahren. Gleichzeitig zeigten Touristen ein zunehmendes Interesse daran, den landschaftlichen und kulturellen Reichtum der Region zu erkunden.