Klärschlamm-Management in Jordanien: Nachhaltigkeit durch Innovationen

Projektbeschreibung

Bezeichnung: Dezentralisiertes, integriertes Klärschlamm-Management (DISM)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanische Wasserbehörde
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

© GIZ

Ausgangssituation

Jordanien gehört zu den wasserärmsten Ländern der Welt. Wegen des Bevölkerungswachstums, des Klimawandels und der wirtschaftlichen Entwicklung nimmt der Druck auf die Wasserressourcen kontinuierlich zu. Derzeit wird die Wasserknappheit durch den Zustrom an Flüchtlingen noch verschärft. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind an das zentrale Abwasserkanalnetz angeschlossen.

Jordanien hat etwa 30 Kläranlagen zur Reinigung von Haushaltsabwässern. Die größte Kläranlage in As-Samra klärt die Abwässer von Amman und Zarqa, wo die Hälfte der Bevölkerung lebt. Damit fallen in der Kläranlage von As-Samra 60 Prozent der Abwässer des Landes an. Die anderen Kläranlagen befinden sich in kleineren Städten und Gemeinden in den übrigen Teilen des Landes. Während der Klärschlamm aus As-Samra als Energiequelle genutzt wird, wurden für die anderen Kläranlagen noch keine geeigneten Pläne für das Klärschlamm-Management entwickelt. Für Kläranlagen, die sich in kleineren Kommunen befinden, hat sich der Klärschlamm zu einer ökologischen und finanziellen Belastung entwickelt.

Denn von dem abgelagerten Klärschlamm gehen erhebliche Gesundheits- und Umweltrisiken aus, und er trägt zum Treibhausgasausstoß bei. Derzeit wird der Klärschlamm hauptsächlich als Abfall behandelt und nicht als eine Ressource gesehen, die Energie liefern oder für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden kann. Darüber hinaus verfügen nur die wenigsten Kommunen über leistungsfähige Festabfallmanagementsysteme und eine entsprechende Infrastruktur, so dass auch die Behandlung von anderen Biomasseabfällen schwierig ist. So sind viele Abfalldeponien nicht abgedichtet, wodurch das Grundwasser und die Umwelt belastet werden.

Ziel

Eine integrierte Strategie zur Behandlung und Nutzung von Klärschlamm ist umgesetzt, um die Probleme in den Griff zu bekommen, die mit dem in Kläranlagen anfallenden Klärschlamm verbunden sind, und um einen Beitrag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes zu leisten.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ die jordanische Wasserbehörde bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen für die Behandlung und Nutzung von Klärschlamm. Das Projekt zielt auf die Verringerung des Treibhausgasausstoßes, der im Zusammenhang mit Klärschlamm anfällt. Zu diesem Zweck soll der Klärschlamm in erster Linie als Energiequelle, darüber hinaus aber auch zur Verbesserung und Düngung von Böden genutzt werden. Das Projekt will ferner zeigen, dass die Behandlung von Klärschlamm sowie dessen Nutzung im Zusammenspiel mit anderen Biomasseträgern (Kofermentation) sinnvoll und möglich ist. Sobald das Potenzial des Klärschlamms als Energielieferant ausgeschöpft ist, wird der Restschlamm zusammen mit anderen Biomasseträgern zu einem organischen Materialmix weiterverarbeitet, der zur Bodenverbesserung eingesetzt werden kann.

Durch die integrierte Herangehensweise des Projekts ist gewährleistet, dass alle wichtigen Stakeholder von den relevanten Ministerien und Kommunen, über die Wasserwerke bis hin zu den Bauern einbezogen werden. Das Projekt sieht auch eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Mutah University in der Nähe der Pilotanlage Mutah-Mazar im Gouvernement al-Karak vor.

Das Projekt ist Teil der Deutschen Klimatechnologieinitiative (DKTI), die die Einführung von Klimatechnologien in Schwellen- und Entwicklungsländern fördert und dabei Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung und Armutsminderung miteinander verbindet. Die Initiative fördert den Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft und leistet einen Beitrag zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels. Darüber hinaus mobilisiert die Initiative wirtschaftliche Potenziale für Klimatechnologien.