Unterstützung nationaler Klimawandel-Anpassungspläne im frankophonen Subsahara-Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wissenschaftsbasierte Unterstützung nationaler Anpassungsplan (NAP)-Prozesse in frankophonen LDC in Subsahara-Afrika
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Afrika, Benin
Politischer Träger: Ministère du Cadre de Vie et du Développement Durable
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

Die Risiken des Klimawandels sind besonders für die, nach Definition der Vereinten Nationen, „am wenigsten entwickelten Länder“ im frankophonen Gebiet Subsahara-Afrikas immens: Unter ohnehin meist schwierigen politischen Rahmenbedingungen ist es schwer, Entwicklungsziele zu erreichen. Zusätzlich nehmen Naturereignisse wie Dürren, Hitzewellen, Stürme und Überschwemmungen zu. Politik und Staat fehlen die Strukturen, Mitarbeitenden das Know-how, um Anpassungen an den Klimawandel zu realisieren.

Anlässlich der Klimakonferenz in Cancún im Jahr 2010 vereinbarten die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen den nationalen Anpassungsplan (NAP-Prozess). Dieser Prozess definiert die mittel- und langfristigen Anpassungsnotwendigkeiten, um die Anfälligkeit der Staaten und deren Bevölkerung gegenüber dem Klimawandel zu verringern. Mit dem NAP-Prozess integrieren die Staaten die Anpassung an den Klimawandel in ihre nationale Entwicklungsplanung. In dem Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 wurde die wichtige Bedeutung des NAP-Prozesses für die internationalen Bemühungen zur Anpassung an den Klimawandel unterstrichen.

Zwar bietet der international angestoßene NAP-Prozess den am wenigsten entwickelten Ländern in Subsahara-Afrika die Chance zu einer angemessenen Reaktion auf bedrohliche Klimarisiken – es fehlen für fundierte und politisch gut verankerte NAP-Prozesse jedoch Know-how und die nötigen Organisations-, Beteiligungs- und Steuerungs-Strukturen. Wissenschaftliche Unterstützung ist für die Erarbeitung der nationalen Anpassungspläne immens wichtig, derzeit jedoch nur unzureichend vorhanden. Unter anderem dadurch mangelt es an umfassenden Informationen zu regionalen Klimaveränderungen sowie Analysen, die den gesamten Prozess von Klimawirkungsketten als Basis für den Anpassungsprozess untersuchen. Der Zugang zu Wissen und Ressourcen ist für frankophone Länder schwierig, denn: die meisten wissenschaftlichen Informationen, Veranstaltungen, Dokumente und Trainingsangebote liegen nur auf Englisch vor.

Ziel

Die Fähigkeiten zur wissenschaftlich fundierten Gestaltung von wirkungsorientierten NAP-Prozessen sind in den am wenigsten entwickelten Ländern im frankophonen Subsahara-Afrika erhöht.

Vorgehensweise

Das Projektteam arbeitet eng mit Mitarbeitenden und Verantwortlichen in Behörden und Anbietern von Klimainformationen, wie beispielsweise meteorologischen Instituten, zusammen und organisiert Fort- und Weiterbildungen für sie. So erlangen die zuständigen Mitarbeitenden das notwendige Know-how, um die Anpassungspläne an den Klimawandel aktiv und wissenschaftlich fundiert mit zu gestalten. Der nationale Anpassungsplanungs-Prozess muss anschließend in der Praxis verwirklicht werden. Organisatorische und fachliche Beratung der nationalen Behörden hat zum Ziel, die Umsetzung des NAP-Prozesses unkompliziert zu ermöglichen. Dabei konzentriert sich das Projektteam auf Benin und ein weiteres, noch zu definierendes, Land. Um den Anpassungsplan auszuarbeiten und politisch zu verankern, benötigen Behörden und politische Entscheidungsträger wissenschaftlich fundierte Klimainformationen. Dazu unterstützt das Projekt nationale Anbieter von Klimainformationen.

Sind die wichtigsten Potenziale zur Anpassung an den Klimawandel ermittelt und im NAP-Prozess festgelegt, benötigen nationale und kommunale Verwaltungen Geld, um diese zu realisieren. Das Projektteam unterstützt sie dabei, Finanzierungsquellen zu identifizieren und zu erschließen.

Die nationalen und regionalen Verantwortlichen für die Anpassung an den Klimawandel sammeln während ihrer Arbeit nach und nach Wissen und Erfahrung. Durch die vom Projekt gegründeten nationalen und regionalen Austauschformate für Praktiker können sie sich untereinander vernetzen und gemeinsame Aktivitäten planen. Dabei werden auch Experten aus anderen frankophonen Ländern in Subsahara-Afrika einbezogen. Eine frankophone regionale Plattform erlaubt es allen Beteiligten, Wissen, Erfahrung und in der Praxis Erprobtes auszutauschen und in die internationale Klimadebatte einzuspeisen.

Das Projekt wird gemeinsam mit dem gemeinnützigen Institut Climate Analytics durchgeführt. Dabei konzentriert sich Climate Analytics gemeinsam mit nationalen Anbietern von Klimainformationen auf die Erstellung von Berichten und Analysen zu den Themenbereichen „Folgen und Risiken des Klimawandels“ sowie „Anpassung an den Klimawandel“ auf der Grundlage bereits existierender, angepasster Methoden.