Kann weg! Copy of Globale Initiative Katastrophenrisikomanagement

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globale Initiative Katastrophenrisikomanagement (GIKRM)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global; Pilotländer: Bangladesch, Brasilien, Chile, China, Dominikanische Republik, Kolumbien, Indien, Indonesien, Marokko, Mexiko, Myanmar, Oman, Peru, Philippinen, Thailand, Vietnam, Deutschland
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Bangladesch. Simulationsübung für den Katastrophenschutz © GIZ

Ausgangssituation
Jährlich sind etwa 200 Millionen Menschen von Naturereignissen wie Erdbeben, extremen Stürmen, anhaltenden Dürren oder massiven Überschwemmungen betroffen. Immer mehr Menschen, Infrastrukturen und Güter befinden sich auf dicht besiedeltem Raum und in zunehmend gefährdeten Gebieten. Katastrophenrisiken werden bei der rasanten Entwicklung urbaner Räume und Wirtschaftszonen jedoch kaum berücksichtigt. Viele deutsche Akteure verfügen über profundes Fachwissen und Erfahrungen im Katastrophenrisikomanagement, nutzen diese jedoch bislang nicht immer gemeinschaftlich und koordiniert, um den globalen Herausforderungen zu begegnen.

Ziel
Der von deutschen und regionalen Akteuren gemeinsam in Netzwerken entwickelte Beitrag zu einem verbesserten Katastrophenrisikomanagement weltweit ist gestärkt.

Vorgehensweise
Die Bundesregierung hat unter Federführung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Globale Initiative Katastrophenrisikomanagement (GIKRM) gegründet. Sie fördert Netzwerke, in denen sich deutsche und internationale Akteure aus Politik, Privatwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenschließen. Ihr Ziel ist es, passgenaue Lösungen für spezifische Herausforderungen im Katastrophenrisikomanagement zu entwickeln und mit hochwertigen, innovativen und nachhaltigen Ansätzen auf eine globale Nachfrage zu antworten.

Schwerpunktthemen der GIKRM sind: Stärkung des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes, Schutz kritischer Infrastrukturen und von Wirtschaftskreisläufen, (Weiter-)Entwicklung und Ausbau von Frühwarnsystemen. Die Initiative leistet damit einen Beitrag zur Umsetzung des internationalen Sendai-Rahmenabkommens für Katastrophenrisikominderung sowie regionaler Aktionspläne. Sie entwickelt nachfrageorientierte Produkte und Systemlösungen für ein effizienteres Katastrophenrisikomanagement.

Die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ist Partner für die Finanzierung und Umsetzung der regionalen Simulationsübungen für den Katastrophenschutz (ASEAN Regional Disaster Emergency Response Simulation Exercises, ARDEX).

Stärkung der Resilienz von kleinen- und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Asien
In vielen Ländern Südostasiens liegt der Anteil kleiner und mittelständischer Unternehmen an der Wirtschaft bei etwa 97 bis 99 Prozent. Sie sind von den wirtschaftlichen Auswirkungen extremer Naturereignisse oft besonders stark betroffen. Durch die global vernetzten Wirtschaftskreisläufe haben Ausfälle von KMU durch lokale Katastrophen oft nicht nur Folgen für einzelne Unternehmen, Sektoren oder Branchen; sie können durchaus systemische Auswirkungen auf ganze Volkswirtschaften haben.

Zusammen mit dem Asian Disaster Preparedness Center (ADPC), der Asian Development Bank (ADB) und den für KMU zuständigen Behörden in Indonesien, auf den Philippinen, in Thailand und Vietnam erarbeitet die Initiative Länderstudien zur Spezifizierung des Leistungsangebots und zur Erfassung der institutionellen, legislativen und operativen Rahmenbedingungen. Im Vordergrund steht jeweils der Aufbau eines von den zuständigen Regierungsstellen und Wirtschaftsverbänden getragenen sogenannten One-Stop-Shops für KMU zu allen Fragen des Katastrophenrisikomanagements. Zur besseren Einschätzung der Vulnerabilität von KMU werden Risikoanalysen durchgeführt. Daneben werden, gemeinsam mit den Unternehmen, Maßnahmen ermittelt, um Risiken zu reduzieren außerdem Risikotransfer- und Finanzierungsoptionen sowie betriebliche Kontinuitätsmanagementansätze.

Katastrophenrisikominderung in öffentlichen Investitionen
Öffentliche Verkehrsinfrastruktur und Dienstleistungen wie Wasser- und Gesundheitsversorgung sind für das Funktionieren von Gesellschaften besonders wichtig. Wenn diese kritische Infrastruktur durch Extremereignisse zerstört oder unterbrochen wird, sind die Folgen für die Bevölkerung häufig katastrophal und die sozioökonomische Entwicklung kann lang anhaltend beeinträchtigt werden. Katastrophen- und Klimarisiken bei Investitionsprojekten der öffentlichen Hand zu berücksichtigen, ist für eine nachhaltige Entwicklung deshalb besonders wirksam.

Das Leistungsangebot der Globalen Initiative Katastrophenrisikomanagement baut auf einem zuerst in Peru umgesetzten Ansatz auf, wo Risiken bei Investitionsprojekten systematisch identifiziert und risikomindernde Maßnahmen nach ihrem Kosten-Nutzen-Verhältnis ausgewählt und umgesetzt werden. So lässt sich auch die Nachhaltigkeit der Investition selbst gewährleisten. Die GIKRM konzentriert sich bei der Weiterentwicklung und Verbreitung des Ansatzes auf die Anwendung beim korrektiven Management und beim katastrophenresilienten Wiederaufbau.

Grenzüberschreitendes Wassermanagement mit der Mekong River Commission. Strand in Vietnam bei Duyen Hai. © GIZ
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