Cash for Work: Schutz von Stauseen in Jordanien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz von Wasserspeichern in Jordanien durch beschäftigungsintensive Maßnahmen (Cash for Work)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordantalbehörde
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

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Ausgangssituation

Jordanien gehört zu den wasserärmsten Ländern der Welt. Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum sowie die hohe Anzahl an Flüchtlingen – vor allem aus dem benachbarten Syrien – erhöhen den Druck auf die ohnehin knappen Wasserressourcen. Derzeit ist Jordanien mit 87 Flüchtlingen pro 1.000 Einwohnern das Land mit der zweithöchsten Flüchtlingsquote weltweit.

Die Infrastruktur des Landes ist über die Maßen beansprucht und kann die Bedarfe der wachsenden Bevölkerung nicht mehr decken. Trinkwasserversorgung steht nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Zudem herrscht in vielen flüchtlingsaufnehmenden Gemeinden eine hohe Arbeitslosigkeit, da sich die wirtschaftliche Lage Jordaniens seit Beginn der Syrienkrise zunehmend verschlechtert. In Folge steigt die Konkurrenz zwischen der jordanischen Bevölkerung und den Flüchtlingen um knappe Ressourcen. Der soziale Zusammenhalt der Gemeinschaft ist gefährdet.

Zusätzlich droht aufgrund der Erosion von Uferflächen mittelfristig die Versandung der Staudämme King Talal Damm, Mujib Damm und Wadi Arab Damm. Diese sind wichtig, um abfließende Niederschläge zu speichern.

Mit einer Kapazität von 350 Millionen Kubikmetern liefern die Dämme Wasser, unter anderem für die Bewirtschaftung von 24.000 Hektar Land im Jordantal. Die zunehmende Ablagerung von Sand und anderen Sedimenten ist eine Gefahr für die Wasserversorgung in der Landwirtschaft: Gibt es nicht mehr ausreichend Niederschlagswasser aus den Stauseen für die Bewässerung, greifen Landwirte auf die knappen Grundwasserressourcen des Landes zurück.

Ziel

Durch arbeitsintensive Maßnahmen wird die Speicherkapazität der Stauseen erhalten und die Erosion im Einzugsgebiet der Dämme reduziert. Gleichzeitig verbessern sich die Lebensbedingungen von bedürftigen jordanischen Familien und Flüchtlingen durch befristete Beschäftigungsmöglichkeiten.

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Vorgehensweise

Das Projekt ist Teil der Sonderinitiative „Fluchtursachen mindern, Aufnahmeregionen stabilisieren, Flüchtlinge unterstützen“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die geförderten Maßnahmen kommen Flüchtlingen und aufnehmenden Gemeinden gleichermaßen zugute. Langfristig mindern sie durch ihren nachhaltigen Ansatz strukturelle Fluchtursachen wie soziale Ungleichheit oder Perspektivlosigkeit. Außerdem trägt das Projekt zu einer sicheren Wasserversorgung bei und beschäftigt Flüchtlinge und Bedürftige aus aufnehmenden [RKA1] [SG2] Gemeinden. Es fördert den sozialen Zusammenhalt und eine nachhaltige Entwicklung in der Region und konzentriert sich auf zwei Handlungsfelder.

Im ersten Handlungsfeld forsten registrierte Flüchtlinge und Jordanierinnen und Jordanier aus bedürftigen Familien in direkt entlohnten Beschäftigungsmaßnahmen erosionsgefährdete Ufer an drei Staudämmen auf. Die Bewaldung der Uferflächen im Einzugsgebiet der Wasserdämme reduziert die Erosion und die bei Niederschlägen entstehenden Sedimente in den Stauseen. So bleibt die Speicherkapazität der Stauseen erhalten und sichert mittel- und langfristig die Bewässerungslandwirtschaft im Jordantal. Außerdem versorgen die Stauseen mittelbar die Bevölkerung mit Trinkwasser. In Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) unterstützen die sogenannten Cash Worker im zweiten Handlungsfeld die Restaurierung historischer Wassersysteme im Norden von Jordanien.

Die internationalen Nichtregierungsorganisationen Danish Refugee Council (DRC) und Norwegian Refugee Council (NRC) sind Durchführungspartner. Sie rekrutieren die Cash Worker, planen deren Einsätze und zahlen die Löhne aus. Zusätzlich entwickeln und unterstützen die lokalen Partner Jordanian Hashemite Fund for Human Development (JOHUD) und Royal Botanical Garden (RBG) Begleitmaßnahmen. Diese beziehen die ansässige Bevölkerung beim Schutz der aufgeforsteten Flächen ein und stellen so die Nachhaltigkeit der Maßnahmen sicher.

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Wirkungen 

Von April 2017 bis September 2019 werden 5.600 Personen für durchschnittlich mindestens 40 Tage als Cash Worker beschäftigt. Frauen sind vor allem in Baumschulen und bei der Versorgung der Cash Worker auf den Pflanzflächen tätig.