Globale Unterstützungsinitiative zur Umsetzung guter Regierungsführung für den Walderhalt

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globale Unterstützungsinitiative Forest Governance (FGP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2018

Forest land near Ban Houaxiang in Xam Neua district - Sebastian Koch 201.._

Ausgangssituation

Das internationale Interesse, die Zerstörung der Tropenwälder zu stoppen, ist so groß wie nie zuvor. Internationale Initiativen zum Erhalt von Wäldern – „Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation (REDD+)“ und „Forest Law Enforcement, Governance and Trade“ (FLEGT) – sollen die institutionellen, rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen in den Partnerländern verbessern. Die aus der Klimapolitik stammende Initiative REDD+ verfügt über erhebliche Fördermittel und verfolgt ambitionierte Ziele, verbunden mit aufwändigen Verfahren und komplexen inhaltlichen Vorgaben. Die ursprünglich zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags gegründete FLEGT-Initiative wird vor allem von der Europäischen Union (EU) und ihren Mitgliedsstaaten vorangebracht. Sie zielt darauf ab, dass nationale waldrelevante Gesetze bei Holzernte, -verarbeitung und -export eingehalten werden. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag, Entwaldung und Walddegradierung einzudämmen.

Das Interesse der Entwicklungsländer, sich an diesen Initiativen zu beteiligen, ist groß. Aber weder die Partnerländer, noch die mit der Umsetzung der Initiativen beauftragten Institutionen, wie Weltbank oder EU-Kommission, verfügen über ausreichend  Ressourcen, um notwendige Abkommen und Strategien zügig zu verhandeln und deren Inhalte umzusetzen. Der Erfolg der internationalen REDD+- und FLEGT-Bemühungen zum Walderhalt ist dadurch in Frage gestellt.

Ziel

In Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist die Wirksamkeit der internationalen Forest-Governance-Initiativen zu REDD+ und FLEGT erhöht.

Timber truck in Xieng Khouang province - Sebastian Koch 2013

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in enger Kooperation mit weiteren Vorhaben vor Ort und unterstützt besonders bei der Erarbeitung und Verhandlung von nationalen REDD+-Strategien und freiwilligen FLEGT-Partnerschaftsabkommen. Es leistet vor allem gutachterliche Beratung, entsendet Experten, entwickelt und setzte einzelne Maßnahmen um, zum Beispiel Workshops, Trainings, Publikationen und Pilotmaßnahmen und leistet Finanzierungsbeiträge. Bei allen Maßnahmen werden systematisch mögliche Kooperationen mit internationalen Partnern verfolgt, darunter mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem Center for International Forestry Research (CIFOR) oder dem European Forest Institute (EFI). Aktionspartner sind Vertreter von Regierungen, Behörden und zivilgesellschaftlichen Gruppen in den Partnerländern sowie von internationalen Organisationen.

Peru -Cordillera Azul 2015-Kay Kallweit (1)

Wirkungen

Das Vorhaben hat zur Entwicklung nationaler REDD+ Strategien, der Verhandlung freiwilliger Partnerschaftsabkommen im Rahmen von FLEGT und der Lösung besonderer Governance-Herausforderungen in Partnerländern wesentlich beigetragen.

In Laos wurde beispielsweise mithilfe des Forest Governance Programms (FGP) ein BMZ-finanziertes FLEGT-Vorhaben zur Unterstützung des laotischen FLEGT-Prozesses, initiiert.

In Honduras und der Elfenbeinküste finanziert das Vorhaben Experten, die die nationalen Akteure vor Ort dabei unterstützten, ein freiwilliges Partnerschaftsabkommen mit der EU zu verhandeln.

Im Rahmen von REDD+ wurde unter anderem eine Analyse der vorhandenen Strategien, Regularien und Gesetzgebungen in Laos gefördert. Die Ergebnisses sind Bestandteil der nationalen REDD+-Strategie zur Berücksichtigung von Sozial- und Umweltstandards bei der Umsetzung von REDD+.

Auf den Philippinen sind ungeklärte Landbesitz- und Nutzungsrechte eine zentrales Governance-Problem, das zur Degradierung der natürlichen Ressourcen führt. Eine vom Programm unterstützte, partizipative Landrechtsstudie hat die nationale Diskussion zur Landrechtsvergabe neu entfacht, von der im Verlauf vor allem die lokale indigene Bevölkerung profitieren soll.