Wasserverluste vermeiden, Versorgung verbessern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Reduktion von Wasserverlusten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanische Wasserbehörde
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Jordanien gehört zu den wasserärmsten Ländern der Welt. Die Wasserknappheit steigt infolge von Bevölkerungswachstum, Flüchtlingszustrom, der wirtschaftlichen Entwicklung und Urbanisierung weiter an. Klimaprognosen zufolge wird das Klima in Jordanien trockener, wärmer und extremer. Dadurch schwinden die knappen Wasserressourcen des Landes auch in Zukunft: Die Versorgungssicherheit der Bevölkerung ist gefährdet.

Jordaniens Bevölkerung ist innerhalb weniger Jahre auf 9,5 Millionen Einwohner angewachsen. Infolge des Bürgerkriegs in Syrien hat Jordanien zudem mehr als 655.000 offiziell registrierte Flüchtlinge aufgenommen, für welche eine ausreichende Wasserversorgung sichergestellt werden muss. Dadurch stieg die Nachfrage nach Trinkwasser stark. Die Strategie der jordanischen Regierung zur Bewältigung des erhöhten Wasserbedarfs basiert unter anderem auf der Reduktion der Wasserverluste: Landesweit liegt die Verlustrate durchschnittlich bei 51 Prozent, in den nördlichen Verwaltungsbezirken, die besonders vom Flüchtlingszustrom gekennzeichnet sind, teilweise sogar bei über 70 Prozent. Insbesondere dort stehen die Behörden zunehmend unter Druck, ihren Ver- und Entsorgungsleistungen nachzukommen.

Die hohen Verlustraten resultieren jeweils etwa zur Hälfte aus technischen und administrativen Wasserverlusten. Technische (oder physische) Verluste sind dabei auf undichte Stellen im Versorgungsnetzwerk zurückzuführen. Zu den Ursachen gehört neben Leckagen in der veralteten Infrastruktur auch die unterbrochene Wasserversorgung im Land. Da nicht ausreichend Wasser für eine kontinuierliche Versorgung verfügbar ist, erfolgt diese unregelmäßig und in der Regel nur an einem Tag pro Woche. Der schwankende Wasserdruck beansprucht die Wassernetze zusätzlich und steigert die Wasserverluste. Im Gegensatz dazu beschreiben administrative Verluste das Fehlen schriftlich dokumentierter Wasserressourcen, unter anderem aufgrund von Diebstahl, nicht in Rechnung gestellter Wasserlieferungen oder auch ungenauen Zählermessungen.

Die Kapazitäten der jordanischen Wasserbehörde (WAJ) zur nachhaltigen Reduktion der technischen und administrativen Wasserverluste sind zurzeit noch unzureichend.

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Ziel

Die jordanische Wasserbehörde hat bessere Kompetenzen und Fähigkeiten, um die technischen und administrativen Wasserverluste nachhaltig zu reduzieren.

Vorgehensweise

Das Vorhaben umfasst drei Handlungsfelder. Diese werden im Distrikt Salt umgesetzt, der sich nordwestlich der Hauptstadt Amman im Gouvernorat Balqa befindet.

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Zum einen wird ein Konzept zum Monitoring der Verluste auf nationaler Ebene entwickelt. Damit wird das WAJ bei der Weiterentwicklung des politisch-institutionellen Rahmens zur Reduktion der Wasserverluste unterstützt. Hierfür wird in enger Kooperation mit den regionalen Wasserversorgern eine national einheitliche Methode zur Erhebung relevanter Daten definiert und umgesetzt.

Zum anderen entsteht ein Monitoring-Konzept für die Regionalbehörde WAJ Balqa, das auch mit dieser zusammen umgesetzt wird. Durch das verbesserte Monitoring und eine detailliertere Berichterstattung wird gleichzeitig die Aufsichtsfunktion der verantwortlichen Abteilung der überregionalen Wasserbehörde gestärkt.

Schließlich werden technische Maßnahmen zur Reduktion der Wasserverluste umgesetzt. Zunächst wird mithilfe von Großwasserzählern für einzelne Zonen des Leitungsnetzes eine akkurate Wasserbilanz erstellt. Diese gibt Aufschluss über die genauen technischen Wasserverluste. Anschließend werden Leckagen im Versorgungssystem ausgebessert. Zusätzlich wird der Wasserdruck in diesen Zonen des Leitungsnetzes abgesenkt und auf einem konstanten Wert zwischen sechs und acht bar stabilisiert, um die Infrastruktur zu schonen.