Modernisierung der Hochschulausbildung im Bergbausektor Afghanistans

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Konsolidierung des Ausbaus berufsqualifizierender Hochschulausbildung für den afghanischen Bergbausektor
Auftraggeber: Auswärtiges Amt
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Ministry of Higher Education (MoHE)
Gesamtlaufzeit: 2014-2019

Ausgangssituation

Afghanistan verfügt über umfangreiche Rohstoffvorkommen. Bislang nutzt das Land diese Bodenschätze nicht ausreichend, um staatliche Einnahmen zu generieren. Ein Grund dafür: Es fehlen gut ausgebildete technische Fach- und Führungskräfte. Die afghanischen Hochschulen mit Bergbau- und Geologiefakultäten sind derzeit noch nicht in der Lage, dringend benötigte Experten qualitativ hochwertig auszubilden. Den Studiengängen fehlt es an Praxisbezug und Arbeitsmarktorientierung. Durch die jahrzehntelangen gewaltsamen Konflikte haben die Hochschulen ihre Fachlabore und internationalen Kontakte verloren. Die Bibliotheken sind auf dem Stand der Siebzigerjahre. Viele Lehrkräfte und Studierende haben kaum Zugang zu aktuellem Know-how. Die Lehrmethoden sind darüber hinaus oft veraltet und dem Management der Hochschulen fehlen internationale Erfahrungen und Kompetenzen.

Ziel

Die afghanische Hochschulausbildung im Bergbausektor ist modernisiert, so dass der afghanischen Wirtschaft und Verwaltung qualifizierte Fach- und Führungskräfte zur Verfügung stehen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben Academic Mining Education in Afghanistan (AMEA) berät das Ministerium für Hochschulbildung bei der Einführung von Qualitätsstandards für bergbaurelevante Studiengänge. Gemeinsam mit den Verantwortlichen führender afghanischer Universitäten arbeiten sie an der Modernisierung der Hochschulausbildung und überarbeiten die vierjährigen Bachelor-Studiengänge unter Berücksichtigung internationaler Standards unter besonderer Berücksichtigung der Bedarfe afghanischer Arbeitgeber. Dabei geht es nicht nur um fachliche und didaktische Reformen, sondern auch um mehr Praxisbezug und Einblicke in den konkreten Arbeitsalltag der Wirtschaft und Verwaltung. Aus diesem Grund nimmt das Lehrpersonal an fachlichen, praxisorientierten und methodischen Schulungen im In- und Ausland teil. Zudem wird an der Polytechnischen Universität Kabuls (KPU) ein modernes Fakultätslabor aufgebaut. Das Projekt entwickelt bergbaubezogene Wahlpflichtfächer für Studienprogramme der Öffentlichen Verwaltung, Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften an ausgewählten Hochschulen; damit erweitert sich das Ausbildungsangebot im Bereich der Rohstoffgewinnung. Mit der modernisierten und praxisnahen Ausbildung haben Absolventinnen und Absolventen bessere Berufschancen. Indem Afghanistan eigenes Know-how im Rohstoffsektor aufbaut, wird es unabhängiger von externer Expertise. Mit eigenen Fachkräften wird es dem Land künftig möglich sein, den Rohstoffbereich nachhaltiger zu organisieren. Durch die enge Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, der Ruhr-Universität Bochum, aber auch mit Hochschulen im Iran und in China erhalten die Lehrenden und Studierenden afghanischer Universitäten Zugang zu aktuellem Fachwissen und innovativen Lehrmethoden. 13 Lehrkräften aus den afghanischen Universitäten wird ein Masterstudium im Fach Bergbau an der TU Freiberg in Kooperation mit der Montanuniversität Leoben ermöglicht, um so das Ausbildungsniveau auf den Mindeststandard anzuheben. Besonders qualifizierte Bachelorstudentinnen und -studenten des siebten Semesters erhalten die Möglichkeit ein Praktikum in Afghanistan oder im Iran zu absolvieren. Neben Winter Schools, Fachkonferenzen, wissenschaftlichen Tagungen und Symposien zu aktuellen Themen umfasst das Angebot Exkursionen und praktische Trainingsmaßnahmen. Gastvorträge von Vertretern internationaler und nationaler Unternehmen an den Hochschulen ergänzen künftig das Ausbildungsangebot.

Wirkungen

Auf nationaler und internationaler Ebene findet mittlerweile ein umfassender wissenschaftlicher Austausch statt. Die enge Kooperation mit ausländischen Hochschulen, staatlichen und privaten Bergbauunternehmen sowie Behörden vernetzt die bisher eher isolierten afghanischen Bergbaufakultäten.

Curricula von fünf Bachelorstudiengängen (Open Pit Mining, Underground Mining, Geology and Exploration, Exploration of Oil and Gas Mines, Hydrogeology and Engineering Geology) der Polytechnischen Universität Kabul wurden modernisiert und befinden sich in der Akkreditierungsphase im Ministry of Higher Education in Afghanistan.

Ein neues Labor für die Fakultät „Geology and Mines“ der Polytechnischen Universität Kabul wurde beschafft und steht vor der Installation.

138 Studierende nahmen an Praktikumsprogrammen in Iran teil.

215 Lehrkräfte nahmen an Fortbildungen und Trainingsmaßnahmen teil.

An Netzwerkveranstaltungen (Konferenzen, Studienreisen, Symposien und ähnlichem.) nahmen 358 Beschäftigte von Universitäten und Behörden teil.

76 Lehrende erhielten Kurzzeitstipendien und absolvierten Fortbildungsprogramme in Deutschland.

13 Lehrkräfte erhielten ein Stipendium für ein Masterstudium in Deutschland, welches sie 2018 abschließen werden.