Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Einkommensmöglichkeiten benachteiligter Bevölkerungsgruppen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Friedensentwicklung durch Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und der Einkommensmöglichkeiten marginalisierter Bevölkerungsgruppen in Timor Leste
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Timor-Leste
Politischer Träger: Staatssekretariat für Berufliche Bildung und Beschäftigung
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

Intergenerational Dialogue: Young and Old Learning from each other. © GIZ/Feliciano de Jesus Goncalves Aleixio

Ausgangssituation

Viele Jugendliche und junge Erwachsene in Timor Leste haben Schwierigkeiten, Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden. Dies gilt insbesondere für Menschen aus ländlichen, entlegenen Regionen und für Frauen. Berufliche Ausbildungsmöglichkeiten befinden sich noch im Aufbau und die Beschäftigungsmöglichkeiten sind begrenzt. Darüber hinaus fehlen den Jugendlichen meist die berufliche Orientierung und von Arbeitgebern geforderte soziale Kompetenzen.

Skill development for young women and girls who could not finish school education. © GIZ/Danishwara Nathaniel

Ziel

Junge, benachteiligte Menschen in ländlichen Regionen Timor Lestes verfügen über einen besseren Zugang zum Beschäftigungsmarkt. Dies trägt zur Friedenssicherung im Land bei.

Vorgehensweise

Das Vorhaben engagiert sich in vier Handlungsfeldern, um seine Zielsetzungen zu erreichen:

  • Verbesserung der Beratungsangebote für Jugendliche durch Weiterentwicklung der Zentren zur beruflichen Orientierung und Arbeitsvermittlung
  • Verbesserung und Ausbau von arbeitsmarktorientierten Ausbildungsangeboten durch die Förderung von sozialen Kompetenzen in neuen Unterrichtsformen
  • Initiierung und Moderation von Intergenerations-Dialogen, um das gegenseitige Verständnis von Jung und Alt für ihre jeweiligen Lebenswelten und Zukunftsperspektiven zu verbessern
  • Beratung politischer Entscheidungsträger bei der Gestaltung und Umsetzung von Jugend-, Arbeitsmarkt- und Ausbildungspolitik. 

Das Vorhaben unterstützt in diesen Bereichen lokale Akteure in den Gemeinden Lautem und Viqueque. Diese entwickeln als Pilotmaßnahmen neue Ansätze bei der Begleitung junger Menschen in ihrem Übergang von der Schul- in die Berufswelt und führen sie durch.

Ausgangspunkt aller Aktivitäten sind die Bedürfnisse der Zielgruppen, in Absprache mit lokalen Institutionen wie Arbeitsagenturen, Schulen und Jugendzentren. Die Verbesserung der Kommunikation zwischen diesen Akteuren durch die Etablierung von Dialogplattformen, schafft die Voraussetzungen für ein integriertes Ausbildungs- und Berufswegeberatungssystem. Soziale Kompetenzen werden nicht direkt und isoliert angesprochen, sondern sind ein Teil verschiedener Lehrerfortbildungen und Aktivitäten. Das Programm an den Jugendzentren wird erweitert und wie auch die Lehrpläne der Schulen durch außerschulische Aktivitäten ergänzt. Das Konzept „Intergenerationendialog“ bringt Jung und Alt ins Gespräch und bietet die Grundlage für eine Fülle an weiteren Aktivitäten, die Akteure vor Ort planen und durchführen.

Alle Aktivitäten werden in enger Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Staatssekretariats für Berufliche Bildung und Beschäftigung, des Bildungsministeriums, Jugendzentren und anderen relevanten Institutionen geplant und umgesetzt. Das Vorhaben unterstützt die Partner durch den Einsatz von zwei Entwicklungshelfern. Zur Verbesserung der Beratungsangebote für Jugendliche wird das Vorhaben von der Beraterfirma GFA unterstützt.

Proud to be a farmer: Making farming attractive for young people. © GIZ/Danishwara Nathaniel

Wirkungen

Lehrkräfte haben in Fortbildungen partizipative Lehrmethoden unter Einbeziehung von sozialen und Konfliktlösungskompetenzen kennen gelernt und integrieren Gelerntes in ihren Unterricht. Auch praxisnahes, an der timoresischen Lebenswirklichkeit orientiertes Unterrichten, etwa in naturwissenschaftlichen Fächern, ist Thema von Lehrerfortbildungen und soll den theorielastigen Lehrstoff bereichern.

Lokale Akteure wie Arbeitsagenturen, Ausbildungseinrichtungen, Jugendzentren und kirchliche Organisationen tauschen sich regelmäßig über ihre Aktivitäten aus und leiten Informationen über Ausbildungsangebote und Berufs- und Arbeitsmöglichkeiten an die Jugendlichen weiter, mit denen sie arbeiten.

Mitarbeiter und Berater der Arbeitsagenturen haben begonnen, ihre Orientierungsangebote für arbeitssuchende Jugendliche, an Arbeitsmarktbedürfnissen und spezifischen Berufsprofilen auszurichten.

Jugendarbeiter sind mit dem Konzept des Intergenerationendialogs vertraut und können entsprechende Dialogprozesse gestalten.