Agroforstwirtschaft fördert die Beschäftigung von marginalisierten Gruppen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beschäftigungsförderung für marginalisierte Gruppen
Auftraggeber: Europäische Union (EU) und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kofinanziert von: Europäische Union
Land: Timor-Leste
Politischer Träger: Ministeriu Agrikultura no Peskas (MAP) / Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2022

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Augangssituation

In ländlichen Gebieten von Timor-Leste sind Beschäftigungsmöglichkeiten rar. Sozial schwache Gruppen – wie Frauen, Jugendliche und Teile der ländlichen Bevölkerung – haben oft Schwierigkeiten damit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und sind besonders häufig von Perspektivlosigkeit betroffen. Traditionelle Anbaumethoden und eine geringe Anbauvielfalt erzielen oft nur geringe Erträge, sodass es zu regelmäßiger Lebensmittelknappheit kommt. Die Land- und Forstwirtschaft stellt eine der wenigen Einkommensmöglichkeiten im ländlichen Raum dar, in dem etwa 70 Prozent der Bevölkerung leben. 

Das Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei (MAF) fördert mit verschiedenen Vorhaben Maßnahmen, die zur Ernährungssicherung und Produktionssteigerung beitragen. 
Alternativen in der Landwirtschaft, beispielsweise eine verbesserte Agroforstwirtschaft und deren Wertschöpfungsketten, sind jedoch wenig bekannt und werden kaum gefördert. Marginalisierte Gruppen in Timor-Leste profitieren bisher nicht von besseren Beschäftigungsmöglichkeiten durch die Agroforstwirtschaft, bei der Ackerbau und Forstwirtschaft kombiniert werden. 
 

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Ziel

Die Agroforstwirtschaft verbessert die Beschäftigungsmöglichkeiten von marginalisierten Gruppen in Timor-Leste. 

Vorgehensweise

Das Vorhabens arbeitet in vier Handlungsfeldern mit dem Ziel:

  • Die Produktion und Produktivität in der Agroforstwirtschaft zu steigern.
  • Marginalisierte Gruppen in agroforstwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten auszubilden.
  • Den Marktzugang für agroforstwirtschaftliche Produkte zu verbessern.
  • Die institutionellen Rahmenbedingungen zur Förderung der Agroforstwirtschaft zu stärken.

Das Projektgebiet umfasst die Regionen Manatuto, Baucau, Viqueque und Lautem im Osten des Landes. Das Vorhaben unterstützt Bauerngruppen dabei, agroforstwirtschaftliche Systeme mithilfe verbesserter landwirtschaftlicher Praktiken zu entwickeln. Parallel dazu stärkt das Vorhaben die Fähigkeiten zur friedlichen Konfliktlösung, beispielsweise durch eine partizipative Landnutzungsplanung im ländlichen Raum.

Neben der Produktion beinhaltet das Vorhaben auch die Ausbildung entlang der gesamten agroforstwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. In Kooperation mit den landwirtschaftlichen Schulen in Timor-Leste entwickelt das Projekt Lehrpläne und verbessert die Berufsbildung im Bereich Forstwirtschaft – von der Produktion bis zur Holzverarbeitung. Trainingsmaßnahmen sollen den oft schwierigen Marktzugang erleichtern und fehlende Kompetenzen in der Produktverarbeitung ausgleichen.

Das Vorhaben setzt die Teilbereiche in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeiter*innen des MAF um. Die Europäische Union (EU) kofinanziert das Vorhaben. Weiterhin unterstützt die Consultingfirma Arge GOPA-AFC die Umsetzung des Vorhabens.
 

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Wirkungen

Seit Beginn des Projektes bauten 40 Gemeinden Agroforstsysteme auf. Bis zum Ende der Regenzeit 2019/2020 pflanzten 4.000 Landwirt*innen etwa 1,8 Millionen Baumsetzlinge. Diese liefern in Zukunft Holz, Nahrungs- und Futtermittel.

Mehr als 500 Berater*innen, Landwirt*innen, Baumschulleiter*innen und Waldwächter*innen schulte das Vorhaben zu Themen bezüglich nachhaltigen agroforstwirtschaftlichen Produktionssystemen. Durch die Einrichtung von vier Agroforst-Demonstrationsplots können Landwirte nun direkt auf dem Feld agroforstwirtschaftliche Prinzipien lernen. Darüber hinaus trägt das Projekt zum langfristigen Aufbau von Kompetenzen bei: Es vergibt 15 Stipendien für einen Masterabschluss in relevanten Fächern an der landwirtschaftlichen Universität Bogor (IPB) in Indonesien. 

Das Vorhaben hat die Einrichtung von vier Bambusverarbeitungszentren unterstützt. Dies schafft Arbeitsplätze und erhöht das Angebot des stark nachgefragten Rohstoffs. Zusätzlich haben sich sechs Gemeinden durch eine partizipative Landnutzungsplanung auf allgemeine Regeln zur Landnutzung geeinigt.

Stand: Oktober 2020

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