Polizeiarbeit bürgernah gestalten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Community Policing in Afghanistan (CPA)
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Innenministerium der Islamischen Republik Afghanistan / Ministry of Interior Affairs (MoIA) of the Islamic Republic of Afghanistan
Gesamtlaufzeit: 2018 to 2020

Meeting between the police and local people.

Ausgangssituation

Der Aufbau einer gut strukturierten und organisierten afghanischen Polizei (Afghan National Police, ANP) gehört zu den Schwerpunkten des deutschen Engagements in Afghanistan. Er ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Neben der angespannten Sicherheitslage und operativen Defiziten behindern besonders das fehlende Vertrauen der Bevölkerung und die mangelnde Zusammenarbeit zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und der Polizei eine effektive und rechtsstaatliche Polizeiarbeit. Soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit sowie Konfliktbearbeitung und -bewältigung werden kaum berücksichtigt, was die Entwicklung der ANP hin zu einer professionellen Polizei beeinträchtigt.

Ziel

Das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei ist gestärkt. Die Polizei kann innerbehördliche Schwierigkeiten und Konflikte professioneller lösen.

Trust is created through dialogue and exchange.

Vorgehensweise

Weltweit hat sich inzwischen die Überzeugung durchgesetzt, dass die Polizei mit ihren zentralistischen, bürokratischen und hauptsächlich am Vollzug orientierten Strukturen die Bevölkerung stärker in die Polizeiarbeit miteinbeziehen muss.

Auch für die afghanische Polizei ist der Ansatz des Community Policing (CP) mittlerweile von zentraler Bedeutung. Dieses Konzept setzt insbesondere auf einen engen Austausch zwischen Polizei und Bevölkerung. Dafür wurden durch das afghanische Innenministerium in allen 34 Provinzen des Landes die erforderlichen Strukturen geschaffen, woran die Unterstützung durch die GIZ anknüpft.

Um das Vertrauen der afghanischen Bevölkerung in die Polizei zu stärken, hilft die GIZ bei der Organisation und Durchführung von Dialogforen, in denen sich die Bevölkerung mit der Polizei über Sicherheitsbelange austauschen kann. Schulungen vermitteln den Ansatz des Community Policing und sensibilisieren die Polizistinnen und Polizisten für soziale Kompetenzen, welche zur verbesserten Lösung von innerbehördlichen Schwierigkeiten und Konflikten beitragen sollen. Sie richten sich, je nach Schwerpunkt, an die Führungsebene, an Lehrpersonal, an speziell für Community Policing ausgebildete Polizeikräfte sowie an den einfachen Streifendienst.

Nach einem anfänglichen Fokus auf die Nordprovinzen wird die Unterstützung auf weitere Landesteile ausgeweitet. Neben den afghanischen Behörden arbeitet das Projekt eng mit der deutschen Polizeimission in Afghanistan (GPPT), dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) sowie dem Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen (UN-Habitat) zusammen.

Skills such as active listening and conflict management are passed on.

Wirkungen

  • Im ersten Halbjahr 2018 fanden mehr als 160 durch das Projekt unterstützte Dialogforen statt. Sie ermöglichten einen lebhaften Austausch zwischen der Polizei und der Bevölkerung.
  • Durch regelmäßige Schulungen wurden die Polizistinnen und Polizisten über den CP-Ansatz und die damit verbundenen Aufgaben und Verhaltensweisen aufgeklärt. 
  • Es wurden Informationsveranstaltungen in Schulen unterstützt, bei denen den Schülerinnen und Schülern die Polizei und deren Rolle in der Gesellschaft nähergebracht wurden. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Vermittlung von praktischem Wissen durch die Polizei wie beispielsweise dem korrekten Verhalten in Notsituationen. 
     

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