Effektives Abwassermanagement durch bessere Kläranlagen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Kapazitäten für Abwassermanagement
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanische Wasserbehörde; Water Authority of Jordan (WAJ)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Jordanien ist eines der wasserärmsten Länder der Welt. Schon heute werden jährlich mehr Grundwasserressourcen für Trinkwasser sowie Landwirtschaft und Industrie entnommen als sich neu bilden können. Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen, und Niederschläge werden unregelmäßiger, so dass die Wasserverfügbarkeit weiter abnimmt. Gleichzeitig verschlechtert sich die Qualität der Wasservorräte, unter anderem durch ungenügende Abwasserbehandlung oder Düngemittel.

Die jordanische Regierung investiert verstärkt in den Ausbau von Kläranlagen, die Abwasser aufbereiten und so eine Wiederverwertung ermöglichen. Der Betrieb dieser Anlagen ist jedoch technisch komplex. Fachpersonal ist nur eingeschränkt verfügbar oder hat nicht die erforderlichen Spezialkenntnisse. Die Folge sind Störungen im Klärbetrieb und eine unzureichende Reinigung, so dass behandeltes Abwasser nur eingeschränkt wiederverwendet werden kann.

Ziel

Die jordanische Regierung stellt einen effektiven Klärbetrieb sicher und verbessert das Qualitätsmanagement im Abwassersektor.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die jordanische Regierung beim Aufbau von Wissen und Kompetenzen für die staatliche Aufsicht über den Abwassersektor. Gleichzeitig etablieren die GIZ und ihre Partner effektive und effiziente Prozesse für den Betrieb von Kläranlagen und schulen Fachpersonal zu neuen technischen Anforderungen.

Staatliche Aufsichtsfunktion über den Abwassersektor stärken: Damit die jordanische Wasserbehörde (WAJ) ihre Aufsicht besser ausüben kann, wird das bereits in Ägypten etablierte Qualitätsmanagementinstrument „Technical Sustainable Management“ (TSM) eingeführt und an jordanische Verhältnisse angepasst. Die GIZ und ihre Partner definieren dazu unter anderem Standards für den Betrieb und die Wartung von Kläranlagen. Anlagen, die alle Anforderungen erfüllen, erhalten ein Zertifikat. Parallel überprüfen die GIZ und ihre Partner das System finanzieller und technischer Leistungskennzahlen der Wasserbehörde und entwickeln es weiter.

Effiziente Prozesse für den Betrieb von Kläranlagen: Das Vorhaben fördert schwerpunktmäßig die Yarmouk Water Company (YWC), die für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung im Norden Jordaniens zuständig ist. Die GIZ unterstützt YWC unter anderem bei der TSM-Zertifizierung für seine Kläranlagen. Dafür analysiert sie gemeinsam mit dem Partner die technischen Anlagen und Prozesse im Klärbetrieb und verbessert diese. Dazu gehören kleinere Reparaturen und Austausch fehlerhafter Teile sowie die Optimierung von Betriebs- und Wartungsabläufen, ein verbessertes Ersatzteilmanagement oder die Überprüfung von Sicherheitsvorkehrungen. Die GIZ und ihre Partner beraten YWC außerdem zur organisatorischen Weiterentwicklung und dem Finanzmanagement der Abwasserabteilung. Ein Konsortium aus den Beratungsunternehmen GOPA Infra und GOPA Jordan unterstützt gemeinsam mit der Stadtentwässerung Dresden die Umsetzung dieser Aktivitäten.

Fachpersonal schulen: Abwasserfachkräfte von YWC können sich in individuell angepassten Weiterbildungsmaßnahmen qualifizieren. Das technische Personal der Kläranlagen wird nach dem im jordanischen Wassersektor etablierten „Water Operators Certification Program“ (WOCP) fortgebildet und zertifiziert. Ergänzend wird untersucht, welche zusätzlichen Weiterbildungen die Fachkräfte benötigen. Anhand der Ergebnisse werden dann maßgeschneiderte Trainingspläne konzipiert und umgesetzt.