Wiederaufforstung in Afghanistan

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch: Wiederherstellung von Waldlandschaften in Afghanistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ( BMZ)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Ministry of Agriculture and Irrigation and Livestock (MAIL), General Directorate of Natural Resource Management (GD-NRM)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2020

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Ausgangssituation

Afghanistan ist heute ein Land ohne geschlossene Wälder. Jahrzehntelange Kriegshandlungen und die Übernutzung der natürlichen Ressourcen durch die verarmte Bevölkerung haben die ursprünglichen Landschaften zerstört. Die negativen Auswirkungen des Klimawandels verschlimmern die Situation zusätzlich. Fast die Hälfte der Menschen in Afghanistan ist jedes Jahr von zunehmenden Naturkatastrophen betroffen.

Bisher gibt es nur sehr vereinzelte Initiativen, die auf der lokalen Ebene die natürlichen Ressourcen bewahren und gleichzeitig den verarmten Menschen eine lebenswerte Umwelt bieten. Deshalb ist es nun notwendig, diese Aktivitäten zur verstärken zu bündeln und zu erweitern und durch ein integriertes Landschaftskonzept wirksamer zu machen.

Ziel

Degradierte und entwaldete Landschaften in Afghanistan sind wiederhergestellt und bieten der lokalen Bevölkerung verbesserte Lebensgrundlagen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben trägt dazu bei, die afghanische Strategie zum Management der natürlichen Ressourcen umzusetzen. Es arbeitet in den Provinzen Badakhshan, Khost, Paktiya, Samangan und Takhar in vier Handlungsfeldern:

  • Wiederherstellung der Waldlandschaften auf Dorfebene: Das Projekt erstellt gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Pläne zur Wiederherstellung ihrer Landschaften. Dabei sollen auch Konflikte im Bereich Weidemanagement und Wiederaufforstung sowie Wassermanagement gelöst werden, so dass sich die Waldflächen langfristig regenerieren können. Anvisiert ist dabei die Pflanzung von Waldbäumen, von Sträuchern, von Obst- und Nussbäumen und von Kräutern und Gräsern.
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegen Naturkatastrophen: Erosionsschutzterrassen und Überflutungsdämme werden errichtet. Neue Baum- und Kulturfruchtsorten werden eingeführt, damit längere Dürreperioden überstanden werden können. Langfristige Arbeitsplätze für Männer und Frauen werden geschaffen z. B. der Aufbau von lokalen Baumschulen in den Frauenhöfen. Brennholzsparende Öfen sollen den Feuerholzverbrauch senken.
  • Verbesserung des institutionellen Rahmens für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen: Dörfliche Komitees werden gestärkt, damit die natürlichen Ressourcen gemeinsam geschützt werden können. Auf der Provinz- und der nationalen Ebenen werden die Fachbehörden dabei unterstützt, sich besser abzustimmen und gemeinsame Strategien und Umsetzungskonzepte zu entwickeln.
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  • Stärkung der Leistungsfähigkeit bedeutender Akteure bei der Wiederherstellung von Waldlandschaften: Hier entwickelt das Vorhaben sektorspezifische Fort- und Ausbildungsprodukte zur nachhaltigen Nutzung der waldnahen Ressourcen. Maßnahmen konzentrieren sich dabei sowohl auf den Aufbau langfristiger Maßnahmen in Berufsschulen und Hochschulen als auch auf die praktische Aus- und Weiterbildung forst- und landwirtschaftlicher Berater*innen und sonstiger Beteiligter.

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