Globalvorhaben Agrarpolitischer Beratungsfonds

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globalvorhaben Agrarpolitischer Beratungsfonds
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Benin, Namibia, Deutschland, weitere in Vorbereitung
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2023

Ausgangssituation

Die Landwirtschaft mitsamt allen weiterverarbeitenden Betrieben ist für viele Länder Afrikas ein bedeutender Wirtschaftszweig. Durch die enge Verkopplung der Landwirtschaft mit den ihr vor- und nachgelagerten Bereichen wird der Bereich zu einem Motor wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung. Durch regionalen Handel kann die saisonale und lokale Knappheit von Nahrungsmitteln ausgeglichen und die Ernährungssicherheit gesteigert werden. Der Wirtschaftszweig schafft Arbeitsplätze und reduziert die Armut im ländlichen Raum.

Derzeit findet jedoch weniger als 20 Prozent des Handels zwischen den afrikanischen Ländern statt. Die regional schwache Ausprägung führt zu einer größeren Abhängigkeit vom Weltmarkt für Nahrungsmittel, zu einer geringeren landwirtschaftlichen Produktion und unzureichender Nutzung vorhandener Einkommens- und Beschäftigungspotenziale, vor allem im ländlichen Raum sowie für Frauen und junge Menschen.

Der geringe regionale Agrarhandel resultiert aus nicht auf einander abgestimmten Landwirtschafts- und Handelspolitiken. Es fehlt an bereichsübergreifenden agrarhandelspolitischen Strategien und den analytischen Grundlagen, um Reformbedarfe zu identifizieren. Modellierungen und Politikfolgeabschätzungen stehen den Entscheidungsträger*innen oft nicht zur Verfügung, so dass kaum fundierten Entscheidungen und abgestimmten Strategien formuliert werden können.

Des Weiteren fehlt es häufig an Reformwillen und an Prozesskompetenzen, um in den Austausch mit anderen Ministerien zu treten und getroffene Entscheidungen im eigenen Zuständigkeitsbereich zu verankern. Interessenskonflikte und Konkurrenz zwischen den Ministerien stellen weitere Herausforderungen dar.

Ziel

Der Prozess zur Entwicklung abgestimmter Maßnahmen der Agrar- und Handelspolitiken ist in ausgewählten Ländern verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Partner*innen bei allen Prozessschritten der Politikreformen. Es hilft, relevante Akteure für Beratungsprozesse zu finden, analytische Grundlagen zu schaffen sowie technische Prozessberatung zu planen und umzusetzen.

Unter Einbeziehung von Wissenschaft und Interessenvertreter*innen verbessert das Projekt die Entscheidungsgrundlagen für abgestimmte Politikmaßnahmen. Relevante Informationen werden fallspezifisch analysiert. Das Vorhaben unterstützt beteiligte Ministerien beim Erstellen von wirtschaftspolitischen Analysen, Modellierungen, Politikfolgeabschätzungen und Studien. Durch Coaching, Trainings und Expert*innenaustausch stärkt das Vorhaben die strategischen Kompetenzen der Partner*innen.

Das Vorhaben fördert den stärkeren Austausch der Partner*innen. Kontinuierliche fachliche Beratung sichert ab, dass aufkommende Fragen in laufenden Konsultationsprozessen adäquat beantwortet werden und Analysen relevant bleiben. Auf dieser Grundlage werden Strategieoptionen und Politikempfehlungen erarbeitet, die die Entwicklung wichtiger Wertschöpfungsketten und entsprechende Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten für den ländlichen Raum fördern. Zudem fokussieren sich die Aktivitäten auf die Moderation wesentlicher Meilensteine des Reformprozesses. Treibende Kraft der Reformprozesse sind die Partner*innen vor Ort.