Interview mit René Rösler (Finanzsystementwicklung, Laos)

Was sind Sie von Beruf?

Ich bin gelernter Bankkaufmann sowie Betriebs- und Volkswirt mit Fokus auf die Internationale Entwicklungszusammenarbeit.

Was ist Ihre Aufgabe als EH?

Ich bin im Mikrofinanzsektor tätig und unterstütze dabei den Aufbau von Dorfbanken, sowie einen Dorfbankendachverband. Ich arbeite hier in Laos zusammen mit der Partnerorganisation sowohl auf der lokalen als auch auf der Provinzebene. Unser Projekt verfolgt den Mehrebenenansatz (Mikro, Meso, Makro) und es besteht auf einen engen Austausch mit dem Projektmanagement auf nationaler Ebene.

Warum haben Sie sich dafür entschieden, für die GIZ als Entwicklungshelfer zu arbeiten?

Ich denke, dass die Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit in den Partnerländern nur gut gemeistert werden können, wenn die Bedürfnisse auf lokaler Ebene verstanden und berücksichtig werden. Als Entwicklungshelfer vor Ort kann ich daran maßgeblich mitwirken. Ich finde die Tätigkeit als Entwicklungshelfer deswegen sehr wichtig und die Arbeit und den Austausch mit den lokalen Kollegen vor Ort unheimlich spannend und bereichernd.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Mein Arbeitsalltag lässt sich grob in drei Schwerpunkte unterteilen. Auf der lokalen Ebene sind es die regelmäßigen Besuche der Dorfbanken, in denen ich die nationalen Fachkräfte unterstütze und fachlich berate. Dabei suche ich den direkten Kontakt mit den Dorfbankkomitees. Diese bestehen nur aus Dorfbewohnern, die in ihrem Alltag z.B. Landwirtschaft betreiben. Neben der Beratung lerne ich hier die täglichen Herausforderungen der Dorfbanken kennen. Der zweite Teil besteht in der Beratung eines Dorfbankendachverbandes, der auf regionaler Ebene zum einen die Interessen der Dorfbanken vertritt und zum anderen versucht, die Qualität der einzelnen Dorfbanken zu verbessern. Der dritte Teil ist die enge Zusammenarbeit mit dem Projektmanagement auf nationaler Ebene. Da wir als GIZ den Dorfbankenansatz in mehreren Provinzen des Landes unterstützen, hilft ein regelmäßiger Austausch komplexere Entwicklungsthemen gemeinsam zu meistern und von einander zu lernen.

Wie ist es, als Entwicklungshelfer für den Entwicklungsdienst der GIZ zu arbeiten?

Ich habe bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Das liegt in erster Linie an der guten Zusammenarbeit mit meiner Partnerorganisation. Die Arbeit des Entwicklungshelfers wird bei uns sehr wert geschätzt.

Was ist Ihre wichtigste Erfahrung, seit Sie als Entwicklungshelfer arbeiten?

Die persönliche Bestätigung, dass zu einer guten Entwicklungszusammenarbeit ein Wissenstransfer von der lokalen zur nationalen Ebene unbedingt stattfinden muss. Da Entwicklung ein fortlaufender Prozess ist, reicht es nicht aus, Momentaufnahmen oder Erfahrungen aus der Vergangenheit als Grundlage für nationale Programme oder Strategien zu verwenden, die an den Bedürfnisse der eigentlichen Zielgruppe vorbei gehen.

Ihr Rat für jemanden, der als Entwicklungshelfer/in für den Entwicklungsdienst der GIZ tätig werden will?

Ohne Grundkenntnisse der nationalen Sprache würde ich viele Prozesse und wichtige kulturelle Feinheiten nicht verstehen und deuten können. Deswegen ist eine hohe kulturelle Sensibilität sehr wichtig. Neben den vielen fachlichen und sozialen Kompetenzen, die von dem heutigen Entwicklungshelfer gewünscht werden, hilft mir bei den täglichen Herausforderungen und den nicht immer einfachen Arbeitsbedingungen eine gewisse Portion an Gelassenheit und Ausgeglichenheit. Des Weiteren sollte der Entwicklungshelfer persönlich von dem Konzept seines Projektes überzeugt sein.