Interview mit Katrin Hermsen (Nationale Frauenkommission, Nepal)

Was sind Sie von Beruf?

Ich habe einen Master in Comparative Social Studies, ein Diplom in Sozialer Arbeit und habe eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Heilerziehungspflegerin absolviert.

Was ist Ihre Aufgabe als EH?

Ich berate die Nationale Frauenkommission Nepals bezüglich ergebnisorientierter Planung und Monitoring, sowie Kommunikation, Wissensmanagement und Teambuilding.

Warum haben Sie sich dafür entschieden, für die GIZ als Entwicklungshelferin zu arbeiten?

Einsatzmöglichkeiten als Entwicklungshelferin sind für mich sehr interessant, da sie fachliches Wissen und praktische Erfahrung mit interkultureller Herausforderung vereinen. Auch die Möglichkeit mit einer Partnerorganisation alltäglich zusammen zu arbeiten, Austausch auf der Fachebene zu ermöglichen und Beratungsleistung zu betreiben, ist beruflich und persönlich äußerst attraktiv für mich. Ich habe mich darüber hinaus schon immer für den Bereich Internationale Kooperation als auch Menschenrechte interessiert.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Einen typischen Arbeitsalltag zu beschreiben, fällt mir gar nicht so leicht. Wenn ich morgens in die Frauenkommission komme, gehört es dazu, mich zunächst mit meinen Kollegen zu besprechen. Ein morgendliches Begrüßungsgespräch ist immer Teil des Arbeitsanfangs und dient auch dem informellen Informationsaustausch. Danach stehen Beratungsleistungen in vielfältiger Form an. Bei über 40 Mitarbeitern/innen gibt es vielfältige Anliegen, so dass ich oft von einzelnen Beschäftigten aufgesucht werde. Gleichzeitig nutze ich den Kontakt zu einzelnen, um gezielt beraten zu können. So besteht mein Arbeitsalltag aus Besprechungen mit einzelnen Kollegen/innen sowie der ganzen Mitarbeiterschaft, dem Durchführen von Workshops oder zum Beispiel der Beratung bei der Entwicklung von Dokumenten für das Monitoring. Nicht selten begleite ich die Frauenkommission bei Monitoring Besuchen in Distrikte Nepals. Darüber hinaus werde ich angefragt, die Kommission bei Meetings mit Regierungsmitgliedern oder Nichtregierungsorganisationen zu unterstützen und diesbezüglich zu beraten. Arbeitsfahrten sowie Meetings können sich äußert spontan ergeben. Außerdem ist es mir wichtig, an das GIZ Hauptbüro in Kathmandu angebunden zu sein. Daher stehen auch Aufgaben für die GIZ Nepal an, wie zum Beispiel eine Einführung in das Thema Gender für neue Entwicklungshelfer/innen. Natürlich arbeite ich auch am Computer, entwickle Ideen, kommentiere Dokumente, schreibe und beantworte Emails. Es wird definitiv nicht schnell eintönig!

Wie ist es, als Entwicklungshelferin für den Entwicklungsdienst der GIZ zu arbeiten?

Als Entwicklungshelferin habe ich die Chance, in großem Umfang meine fachlichen und interkulturellen Kenntnisse einzubringen. Ich werde herausgefordert und fordere heraus, um die Partnerorganisation bestmöglich zu beraten. In meiner Arbeit stehe ich in ständigem Austausch mit Menschen und merke immer wieder, wie wichtig es ist, eine gemeinsame Kommunikationsbasis zu finden. Es gibt sehr viele Herausforderungen, seien es sprachliche, kulturelle oder fachliche. Zusammen gefasst: Ich gehe sehr gerne zur Arbeit!

Was ist Ihre wichtigste Erfahrung, seit Sie als Entwicklungshelferin arbeiten?

Geschickte Kommunikationsfähigkeit ist der Schlüssel zu einer guten Beratungsleistung. Dies beinhaltet sowohl die Fähigkeit, die lokale Sprache zu sprechen als auch eine Balance zwischen kulturell angepasster Kommunikation und Anstoß zur Veränderung durch herausfordernde Kommunikation zu betreiben. Dann kann fachliche Expertise ihren Weg finden.

Ihr Rat für jemanden, der als Entwicklungshelfer/in für den Entwicklungsdienst der GIZ tätig werden will?

Um Spaß an der Arbeit zu haben und Veränderungen anzuregen, ist es von großem Vorteil, neben den Fachkenntnissen eine große Portion Motivation, Sprachkenntnisse und kulturelles Interesse mitzubringen. Die eine oder andere Frustration muss auch überstanden werden können. Mein Rat ist also, dies vorab bei sich selbst zu überprüfen.