Hintergrund

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Nach Schätzung von WHO und UNICEF lebt nach wie vor über ein Drittel der Weltbevölkerung ohne hygienische sanitäre Anlagen. Dies bedeutet, dass sie Eimer, unhygienische Latrinen, oder Gemeinschaftslatrinen nutzen oder gar keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen haben. Besonders betroffen ist die arme Bevölkerung in rasch wachsenden Stadtrandgebieten und ländlichen Regionen. Auch dort, wo sanitäre Einrichtungen bereits bestehen, wird der Großteil der Abwässer nur unzureichend gereinigt, Fäkalschlamm wird nicht ordnungsgemäß entsorgt. Viele der existierenden Kläranlagen und dezentralen sanitären Einrichtungen funktionieren nicht. Wasserressourcen werden durch Abwässer verunreinigt und gefährden Gesundheit, Umwelt, Grundwasser und Gewässer. Durch verunreinigtes Wasser und mangelhafte Hygiene werden zahlreiche Krankheiten übertragen. An wasserinduzierten Krankheiten wie Durchfall oder Cholera sterben nach Schätzung der WHO täglich rund 5.000 Kinder unter fünf Jahren. Verbesserungen der Trinkwasser- und Sanitärversorgung und damit der Siedlungshygiene reduzieren die Gesundheitsrisiken der Menschen und verbessern ihre Lebensverhältnisse. Sie ermöglichen Menschen, ihre Arbeitskraft produktiv einzusetzen.

Die GIZ berät ihre Partner weltweit im Auftrag der Bundesregierung bei der dauerhaften und breitenwirksamen Verbesserung der Dienstleistungen im Bereich der Wasser- und Sanitärversorgung. Denn nur wenn alle Akteure des Wassersektors eines Landes in der Lage sind, ihre Fähigkeiten optimal einzusetzen, ist eine nachhaltige Entwicklung möglich. Eine effizientere und sozial gerechte Erbringung von Wasser- und Sanitärdienstleistungen ist dabei in der Regel eingebettet in langfristigere Reformen des Wassersektors: Politische Entscheidungsträger werden dabei unterstützt, die Gesetze als Grundlage für den Sektor so zu definieren, dass die Wasserversorgungsunternehmen ihre Aufgaben effektiv wahrnehmen können. Regulierungsinstanzen werden in die Lage versetzt, die Dienstleistungen zu kontrollieren und Transparenz herzustellen.

Die Versorgungsunternehmen stehen vor vielschichtigen Herausforderungen: Viele leiden unter einer schlechten Führung, Intransparenz, Missmanagement und politischer Einflussnahme. Häufig ist die Wasser- und Sanitärversorgung noch ein „Verlustgeschäft“, Tarife decken nicht die laufenden Betriebskosten, dringend notwendige Investitionen werden nicht getätigt. Oft zahlen die Verbraucher ihre Rechnungen nicht. Die Unternehmen müssen in die Lage versetzt werden, Dienstleistungen entsprechend dem Stand der Technik anzubieten und genügend Fach- und Führungspersonal auszubilden oder zu rekrutieren, um eine sichere Wasser- und Sanitärversorgung zu gewährleisten.
Die Versorgung von Armutsgebieten stellt die Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen wie soziale Akzeptanz, Kostendeckung und angepasste technische Lösungen. Daher werden gemeinsam innovative technische und betriebliche Lösungen entwickelt und Anreize für die Unternehmen geschaffen, Dienstleistungen auch in Armutsgebieten anzubieten.

Effektives Management, angepasste Versorgungskonzepte, kundenorientierter Service und betriebswirtschaftliches Handeln mit schonendem Umgang mit Wasserressourcen zu verbinden ist das Merkmal einer modernen, nachhaltigen und armutsorientierten Trinkwasser- und Sanitärversorgung.

Kontakt

Manfred Scheu
water.sanitation@giz.de


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