Kinder- und Jugendrechte

Kinder und Jugendliche stellen in vielen Entwicklungsländern die Mehrheit der Bevölkerung dar. Junge Menschen sind als autonome Zielgruppe mit hohem Potenzial und gleichzeitig starken Schutzbedarfen zu erkennen. Ihre bürgerlichen, kulturellen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte werden jedoch weltweit nicht ausreichend umgesetzt und verwirklicht. Der physische und psychische Entwicklungsstand macht junge Menschen besonders schutzbedürftig. Nur wenn Kinder und Jugendliche vor Rechtsverletzungen geschützt und in ihrer Entwicklung gefördert werden, können sie nachhaltig und effektiv gesellschaftliche Entwicklungsprozesse mitgestalten. Nur dann können sie sich als Hoffnungsträger der Gesellschaft frei entfalten.

Die GIZ unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Partnerländer und Organisationen bei der Verankerung der Kinder- und Jugendrechte auf nationaler und kommunaler Ebene. Sie bietet Aus- und Fortbildung für staatliche und nicht-staatliche Akteure an und stärkt deren Vernetzung.

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Beispiel: Burkina Faso – Bekämpfung von Kinderarbeit und Kinderhandel<

53 Prozent der Bevölkerung Burkina Fasos sind Kinder und Jugendliche, die jünger als 18 Jahre sind. Grundprobleme der Entwicklung sind Armut, eine geringe Alphabetisierungsrate, Jugendarbeitslosigkeit, Arbeitsmigration von Kindern und Kinderhandel.

41 Prozent der 5 bis 17-Jährigen gehen bereits einer wirtschaftlichen Aktivität nach. Schlimmste Formen der Kinderarbeit sind oft zusätzlich mit sexueller Ausbeutung und Schulabbruch verbunden.

Das GIZ-Vorhaben „Programme Santé Sexuelle, Droits Humains“ (PROSAD) unterstützt die burkinische Regierung seit 2004, Maßnahmen zum Schutz von Kindern umzusetzen. Dabei arbeitet es mit dem Vorhaben „Menschenrechte/Bekämpfung von Kinderarbeit und Kinderhandel“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW Entwicklungsbank) zusammen, das über einen Kinderfonds finanziert wird. Die gemeinsame Arbeit hat folgende Komponenten:

  • Förderung der Familienplanung und der sexuellen/reproduktiven Gesundheit Jugendlicher
  • Stärkung der Frauenrechte und Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt
  • Förderung der Kinderrechte, Bekämpfung von Kinderhandel und den schlimmsten Formen von Kinderarbeit

  
Ziele des Vorhabens sind, Kinder und Jugendliche vor den schlimmsten Formen von Kinderarbeit und Kinderhandel zu schützen und das Recht auf Bildung durchzusetzen. Dies ist die Grundlage für ihre nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Dazu werden Mütter durch Einkommen schaffende Maßnahmen gefördert und Eltern in das schulische Leben von Kindern einbezogen. Die Bekämpfung der Kinderarbeit setzt hauptsächlich durch Sensibilisierungsmaßnahmen im Privat-, Produktions- und Transportsektor an. Auch NGOs, Gemeinden, dörfliche Selbsthilfevereinigungen und traditionelle Autoritäten werden in das Vorhaben miteinbezogen.

Es sind deutliche Erfolge des Vorhabens zu verzeichnen: Der Anteil von Jungen und Mädchen, die die Schule besuchen, ist signifikant höher als außerhalb des Projektgebiets: In 30.000 Fällen konnte ein vorzeitiger Schulabbruch verhindert werden. Weiterhin gilt es, alle Teile der burkinischen Gesellschaft zu erreichen und maßgeblich auf die Überwindung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit hinzuwirken.

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Beispiel: Serbien – Konflikttransformation und Teilhabe Jugendlicher

Junge Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren stellen in Serbien mehr als 20 Prozent der Bevölkerung. Geringes soziales Engagement und der gesellschaftliche Ausschluss marginalisierter Gruppen führen dazu, dass Konflikte häufig gewalttätig ausgetragen werden.

Das Vorhaben berät zivilgesellschaftliche Organisationen, Schulen und Berufsverbände, ebenso wie das Ministerium für Jugend und Sport sowie das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie in Hinblick auf Konflikttransformation und Jugendpolitik.

Durch Schaffung nationaler, regionaler und kommunaler Jugendförderungsstrukturen wird die soziale und politische Teilhabe der jungen Menschen unterstützt. Dafür wurden Programme entwickelt, die Mediation, Wissens- und Kompetenztransfer beinhalten. An besonders benachteiligte Gruppen richten sich Pilotprojekte, beispielsweise solche, die für LGBT-Rechte (Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen) sensibilisieren.

Eine Verbesserung der Situation junger Menschen ist anhand vieler Faktoren sichtbar: Die Einrichtung von Schulparlamenten ist in Serbien inzwischen obligatorisch. In rund 12 Prozent aller Schulen Serbiens wurden Mediationsprogramme eingeführt. 119 kommunale Jugendbüros haben Aktionspläne entwickelt. Um der Herausforderung einer fehlenden einheitlichen Arbeitsbeschreibung für die Jugendkoordination und damit einhergehenden Konflikten zu begegnen, wurde zur nachhaltigen Absicherung und Vernetzung ein Dachverband gegründet.

Kontakt

Nieves Alvarez
youth@giz.de
Telefon: +49 6196-791697


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