Ansatz

Spätestens seit dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung von Rio de Janeiro 1992 hat sich das Verständnis durchgesetzt, dass Biodiversität lebensnotwendige Ressourcen sichert – vor allem in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Geht diese Vielfalt verloren, bedeutet das eingeschränkte (Zukunfts-) Optionen, die meist mit einer Verschlechterung der Lebenssituation einhergehen. Der Mensch ist dabei häufig gleichzeitig Opfer und sein Handeln Ursache: Armut verleitet die Bevölkerung zu Raubbau und Übernutzung der natürlichen Ressourcen und fördert auf diesem Wege den weiteren Verlust biologischer Vielfalt – ein Teufelskreis.

Es ist ein wichtiges Anliegen der GIZ, diesem Trend gemeinsam mit den Partnern etwas entgegenzusetzen. Erklärtes Ziel aller GIZ-Maßnahmen ist die langfristige Aufrechterhaltung der Ökosysteme und der für den Menschen unverzichtbaren Ökosystemleistungen.

Grundlage dafür ist die Verankerung der Ziele und Umsetzungskonzepte der Biodiversitätskonvention und weiterer international relevanter Verträge in der Beratung und Umsetzung von Maßnahmen. Die Handlungsfelder des Beratungsprojektes „Umsetzung der Biodiversitätskonvention“ orientieren sich an den fünf Bereichen des strategischen Plans der Biodiversitätskonvention:

Handlungsfelder des Beratungsprojekts „Umsetzung der Biodiversitätskonvention“

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(1) Beseitigung der Ursachen des Verlusts von Biodiversität und systematische Integration des Themas in Politik und Gesellschaft

Erfolgreiches Biodiversitätsmanagement braucht Veränderungen in verschiedenen Politikfeldern und der Gesellschaft. Für Biodiversitätsthemen wie beispielsweise die Bedeutung biologischer bzw. genetischer Vielfalt als ein zentraler Produktions- bzw. Nachhaltigkeitsfaktor wird in den Partnerländern und in Deutschland sensibilisiert. Die GIZ berät und unterstützt gezielt Bewusstseinsbildung und politische Reformen für eine bessere Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Strategic Plan for Biodiversity 2011–2020 and the Aichi Targets (pdf, 1.2 MB, EN)
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(2) Milderung des direkten Drucks auf Biodiversität und Förderung ihrer nachhaltigen Nutzung

Hier steht die Arbeit mit „Verursachersektoren“ im Fokus: Übernutzung soll verringert, Umweltverschmutzung vermieden und nachhaltige Nutzungspraktiken gefördert werden, insbesondere in Landwirtschaft, Fischerei und in der Waldbewirtschaftung. Die GIZ unterstützt den Dialog unterschiedlicher Akteure über den kulturellen und sozioökonomischen Wert von Biodiversität, um diesen in der Entwicklungsplanung zu berücksichtigen.

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(3) Erhalt von Ökosystemen, Arten und genetischer Vielfalt

Die Kategorie Schutzgebiete umfasst eine Vielzahl von Konzepten die jeweils ein unterschiedliches Maß an Schutz- und Nutzungszielen verfolgen. Von den derzeit weltweit registrierten ca. 130.000 marinen und terrestrischen Schutzgebieten liegt ein hoher Prozentsatz in Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit. In der Beratungsarbeit der GIZ spielen Fragen des Managements und den Regelstrukturen von Schutzgebieten eine zentrale Rolle sowie zunehmend auch die Wechselwirkungen zwischen Biodiversität und dem Klimawandel.

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(4) Teilhabe an den Leistungen der Biodiversität und von Ökosystemen verbessern und Gewinne gerecht verteilen

Neben den Schutz und Nutzungskonzepten ist für den Erfolg von Maßnahmen auch die gerechte Teilhabe an den vielfältigen Leistungen, die Ökosysteme erbringen und an den Gewinnen (Vorteilen), die durch die Nutzung von Ökosystemen entstehen, zu gewährleisten. Dies bedeutet beIspielsweise im Falle der Nutzung genetischer Ressourcen und damit verbundenen traditionellen Wissens konkret die Zustimmung der Bevölkerung einzuholen und gemeinsam Projektbedingungen, also auch die für die Nutzung zu leistenden monetären und nicht-monetären Ausgleichsleistungen, festzulegen. Die GIZ berät hierbei Regierungen in Partnerländern zu gesetzlichen Rahmenbedingungen für ABS und unterstützt für ausgewählte Wertschöpfungsketten den Abschluss von ABS-Abkommen zwischen Interessengruppen aus Regierung, Privatwirtschaft und indigenen und lokalen Gemeinschaften. Die ABS-Initiative, die von verschiedenen Gebern unterstützt wird, unterstützt den Aufbau von Fach- und Verhandlungskompetenzen in Afrika sowie in den Ländern des karibischen Raumes und des Pazifischen Ozeans (AKP Länder):

www.abs-initiative.info
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(5) Weiterentwicklung der Implementierung der CBD durch partizipative Planung, Wissensmanagement und Aufbau von Kompetenzen

Die Umsetzung der Konvention soll auf allen Ebenen verbessert werden, wichtige Elemente dafür sind die Weiterentwicklung von nationalen Biodiversitätsstrategien und Aktionsplänen, Regelungen zum Schutz von traditionellem Wissen, Austausch von Informationen und Mobilisierung adäquater Ressourcen zur Implementierung des strategischen Plans. Die GIZ unterstützt ihre Partner dabei und fördert insbesondere eine enge Zusammenarbeit zwischen den internationalen Abkommen zu Klima, zur Wüstenbekämpfung und zum Erhalt der biologischen Vielfaltauf nationaler Ebene.