Olympische und Paralympische Spiele 2016 − Sport bewegt was!

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit präsentiert ihre „Sport für Entwicklung“-Maßnahmen in Rio de Janeiro.

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    In unseren Projekten lernen Jugendliche, Verantwortung zu übernehmen – für sich und andere. ©GIZ/Florian Kopp
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    Dr. Tania Braga, Verantwortliche für Nachhaltigkeit der Spiele, gibt einen Input zu Rio 2016. ©GIZ/Marco Terranova
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    Britta Heidemann, Fecht-Olympiasiegerin und Botschafterin „Sport für Entwicklung“, wirbt für das Potenzial von Sport. ©GIZ/Kathrin Schmid

Mit einer feierlichen Zeremonie begannen am Freitag, den 5. August,  die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Brasilien und die Stadt Rio de Janeiro haben viel in diese Spiele investiert. Wie bei anderen Sportgroßveranstaltungen stellt sich die Frage, inwieweit diese Investitionen zu nachhaltigen Entwicklungen für die Gesellschaft führen. Wie können die Spiele genutzt werden, damit auch breite Teile der Bevölkerung und die Stadt als solche davon profitieren? Welche Herausforderungen entstehen für die Umwelt? Und wie können Sportgroßveranstaltungen transparent gestaltet werden? 

Auf Einladung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der GIZ und des Goethe-Instituts Rio diskutierten am 3. August internationale Experten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur im Rahmen der Konferenz „MEGA ↔ SUSTAINABILITY − Nachhaltigkeit von Sportgroßveranstaltungen“ über diese Fragen. Der deutsche Botschafter Dirk Brengelmann und Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts eröffneten die Veranstaltung. Zu der Debatte trugen neben vielen anderen Experten auch Dr. Tania Braga, Verantwortliche für Nachhaltigkeit der Spiele in Rio, Dr. Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Dr. Dawid Danilo Bartelt, Vorsitzender der Heinrich-Böll-Stiftung in Brasilien und Wilfried Lemke, Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden bei.

In prominent besetzten Arbeitsgruppen zu Menschenrechten, ökologischer Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung und guter Regierungsführung wurden Empfehlungen entwickelt, wie eine nachhaltige Gestaltung von Sportgroßveranstaltungen gelingen kann. Zentral ist eine aktive, frühzeitige und fortwährende Einbindung der lokalen Bevölkerung in den Bewerbungsprozess sowie die Formulierung realistischer Nachhaltigkeitsziele. Des Weiteren spielen Transparenz, Rechenschaftslegung und gute Regierungsführung seitens aller Beteiligten eine große Rolle. Bislang mangelt es an Kontrollmechanismen, die die Einhaltung der im Bewerbungsprozess gemachten oft großen Versprechungen garantieren. Dies führt zu Unzufriedenheit bei den Bewohnern der Austragungsstädte und bewirkt einen großen Glaubwürdigkeitsverlust für die Ausrichter und den internationalen Sport. Der ehemalige Sportminister und jetzige Vorsitzende der städtischen Olympiagesellschaft Rios Ricardo Leyser Gonçalves nahm die Empfehlungen der Experten entgegen und versprach die Offenlegung aller während der Spiele gesammelten Daten.

Das Ergebnis der Konferenz ist auch ein Appell an die internationalen Sportorganisationen: Gute Regierungsführung fängt bei ihnen an. Überhöhte Anforderungen an Bewerberstädte führen zu unrealistischen, den lokalen Umständen nicht gerecht werdenden Versprechungen, deren Einhaltung keiner externen Kontrolle unterliegt.

Auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit erkennt das Potenzial von Sport als Instrument zur Erreichung entwicklungspolitischer Ziele an. Seit vielen Jahren integriert die GIZ im Auftrag des BMZ den Ansatz „Sport für Entwicklung“ in Vorhaben weltweit – besonders in die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Durch „Sport für Entwicklung“ werden in den Gemeinden Rios Angebote zur Förderung von Gesundheit, Bildung und Gewaltprävention verbessert und ausgebaut. Pädagogisch richtig eingesetzt, stärkt Sport das Selbstvertrauen und vermittelt Kindern und Jugendlichen wichtige Kompetenzen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit nutzt die Olympischen und Paralympischen Spiele in Rio, um ihre Aktivitäten in Brasilien vorzustellen. Im OliAle Pavillon des deutschen Konsulats am Strand von Leblon können Besucher sich zum einen über die deutsch-brasilianische Zusammenarbeit im Bereich ökologische Nachhaltigkeit informieren, zum anderen aber auch den „Sport für Entwicklung“-Ansatz in einer Trainingseinheit interaktiv ausprobieren. Bereits vor Beginn der Spiele besuchte Fecht-Olympiasiegerin und Botschafterin der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für „Sport für Entwicklung“ Britta Heidemann einige Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Rio. Beeindruckt von der Arbeit unserer Partnerorganisation Promundo in der Gemeinde Guararapes wird sie während der Spiele auf das Potenzial von „Sport für Entwicklung“ aufmerksam machen. Auch der deutsche Sportausschuss und Wilfried Lemke werden die Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Rio besichtigen.

Bei einem internationalen Thementag erarbeiten Jugendliche des Deutschen Olympischen Jugendlagers, das unter dem Dach des DOSB von der Deutschen Sportjugend und der Deutschen Olympischen Akademie organisiert wird, mit Jugendlichen unserer brasilianischen Partnerorganisationen gemeinsam ihre Idealvorstellung einer nachhaltigen Olympia-Stadt. Außerdem besuchen die deutschen Jugendlichen an einem weiteren Tag die Gemeinden und Projekte der brasilianischen Jugendlichen. Ihre Eindrücke können sie dann in eine Podiumsdiskussion über „Sport für Entwicklung und Nachhaltigkeit“ mit brasilianischen und deutschen Politikern, Britta Heidemann und Fußballweltmeister Jorginho im Deutschen Haus des DOSB am 16. August 2016 einbringen.

Unter #SportForDevRio können die Aktivitäten in den Sozialen Medien verfolgt werden.

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