Internationale Waldpolitik

Die GIZ hilft ihren Partnern im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) dabei, Wälder zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.

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Wälder sind Lebensraum...

.. aber auch Produktionsmittel, Wasserspeicher, Klimaregulator und vieles mehr. Das Leben von 1,6 Milliarden Menschen hängt – vornehmlich in den Entwicklungsländern – von Wäldern ab. Wälder beherbergen mehr als 70 Prozent aller terrestrischen Tier- und Pflanzenarten. Indem sie Kohlendioxid speichern, sind sie von globaler Bedeutung für das Klima und die Anpassung an den Klimawandel.

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... und werden dennoch zerstört

Jedes Jahr zerstören Menschen weltweit 13 Millionen Hektar Wald – eine Fläche fast doppelt so groß wie Bayern. Dieser gewaltige Waldverlust verursacht fast ein Fünftel des weltweiten CO2 Ausstoßes und damit mehr als der gesamte Verkehrssektor weltweit. Lediglich rund zehn Prozent der Wälder dieser Erde befinden sich in Schutzgebieten, wobei der Schutz oft unzureichend ist. Zudem ist nachhaltige Waldwirtschaft insbesondere in den Tropen kaum verbreitet.

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Was sind die Ursachen?

Die Übernutzung der Waldressourcen kann ihre Ursache in verschiedenartigen Fehlfunktionen haben: Politik-, institutionelles und Marktversagen. In den meisten Fällen stehen Wälder in Konkurrenz zur Landwirtschaft, die – zumindest kurzfristig – profitabler ist; Entwaldung geschieht deshalb hauptsächlich an der Grenze der landwirtschaftlichen Nutzung. Aufgrund von Marktversagen sind stehende Wälder in der Regel unterbewertet. Ihr Nutzen, wie die lebenserhaltenden Funktionen und der Wert der Biodiversität, lassen sich für Eigentümer oder Besitzer des Waldes nicht in ökonomische Vorteile übersetzen. Weitere Faktoren sind u.a.:

  • Nutzungsdruck durch Bevölkerungswachstum und Armut
  • Wachsende Weltnachfrage an Bodenschätzen, Bioenergie, Holz, Nahrungs- sowie Futtermitteln und damit verbunden höhere Renditen konkurrierender Landnutzungsformen
  • Mangelnde Rechtsdurchsetzung, illegale Aktivitäten
  • Zentralistische Entscheidungswege ohne Mitsprache der Bevölkerung, unsichere Landbesitzverhältnisse
  • Bewaffnete Konflikte, die Wälder ausgeplündert zurücklassen.
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Für den Erhalt der Wälder weltweit

Internationale Waldpolitik ist seit vielen Jahren ein wichtiger Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik. In den für den Erhalt der Tropenwälder besonders relevanten Ländern bzw. Regionen Amazonas/Brasilien, Indonesien und dem Kongobecken arbeitet die GIZ seit vielen Jahren mit den Partnern in den Bereichen Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder, Kontrolle des illegalen Holzeinschlags und gute Regierungsführung, Aufbau von Kapazitäten, Feuerprävention, Biodiversitätsschutz, Landnutzungsplanung und Vergabe von Nutzungsrechten, Zahlung für Umweltdienstleistungen und kommunale Waldwirtschaft zusammen.

All diese Arbeitsfelder sind im Rahmen einer breit angelegte entwicklungspolitischen Strategie (Armutsbekämpfung, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Erhalt der Biodiversität, Klimaschutz, gute Regierungsführung etc.) relevant.

Die GIZ hilft ihren Partnern dabei, Wälder zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Sie unterstützt Wissens- und Personalaustausch und bietet Fach- und Politikberatung für Ministerien, dörfliche Gemeinschaften und kleine und mittelständische Unternehmen. Weiter begleitet sie Süd-Süd-Kooperationen und unterstützt Partnerländer dabei, sich in internationale Verhandlungen einzubringen.

Das Beratungsvorhaben „Internationale Waldpolitik“ (IWP) setzt mit seiner Arbeit bei den politischen Faktoren an. IWP verbindet die Beratungsarbeit in Partnerländern mit der Politikgestaltung auf internationaler Ebene.

Kontakt

Herbert Christ
herbert.christ@giz.de
Telefon: +49 6196 79-1282
Fax: +49 6196 79-7333


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