Projekte

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt gefährdete und betroffene Staaten bei der Bekämpfung von Desertifikation und Landdegradierung. Die folgenden Projektbeispiele aus Afrika, Asien und Lateinamerika sowie überregionale Programme veranschaulichen die unterschiedlichen Erfahrungen der GIZ an den Schnittstellen zur Desertifikationsbekämpfung.

CCD Projekt

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Aktiv im Kampf gegen die Desertifikation

Als Beitrag zur Internationalen Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) hat Deutschland 1999 das „Konventionsprojekt Desertifikationsbekämpfung“ (CCD-Projekt) unter dem Dach der GIZ gestartet. Das Projekt entwickelt Konzepte und Instrumente zur Umsetzung der Konvention. Es berät das BMZ im internationalen Politikdialog und arbeitet eng mit internationalen Einrichtungen wie dem UNCCD-Sekretariat in Bonn, dem Global Mechanism (GM) und der Globalen Umweltfazilität (GEF) zusammen. In ausgewählten Partnerländern unterstützt das GIZ-Projekt innovative Ansätze zur nachhaltigen Landnutzung.

Die Ziele der Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) lassen sich nur erreichen, wenn alle relevanten staatlichen und nichtstaatlichen Akteure an ihrer Umsetzung mitwirken. Die Verankerung der Konventionsinhalte und -leitlinien in allen relevanten nationalen Politikbereichen und in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist deshalb ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des CCD Projekts der GIZ.

Ein weiterer wichtiger Bereich der Desertifikationsbekämpfung ist die Sensibilisierung der Bevölkerung in den nicht direkt betroffenen Ländern. Das CCD Projekt informiert daher nicht nur politische Entscheidungsträger, sondern auch die Fach- und die breitere Öffentlichkeit in Deutschland und anderen Geberländern.

  

Beispiele aus Zentralasien

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Regionale Kooperation stärkt nationale Umsetzung

Probleme wie Desertifikation und Wasserknappheit machen nicht an den Landesgrenzen halt. Um einen grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch zu fördern, unterstützt Deutschland auch regionale Ansätze der Desertifikationsbekämpfung und des nachhaltigen Landmanagements.

Ein ehrgeiziges Beispiel für die regionale Zusammenarbeit ist die gemeinsame Initiative für Landmanagement in fünf Ländern Zentralasiens (Central Asian Countries Initiative for Land Management, CACILM). Erstmals wird hier grenzüberschreitend eine ganze Region von einer Gruppe von Gebern dabei unterstützt, die UN-Konvention umzusetzen und konkrete Maßnahmen zur Desertifikationsbekämpfung durchzuführen.

Der Beitrag der deutschen Bundesregierung zu dieser Kooperation ist die Entwicklung und Umsetzung lokaler Strategien der Desertifikationsbekämpfung in den fünf Ländern. Im Rahmen der nationalen und regionalen Kooperation werden erprobte Lösungen effektiv und flächendeckend verbreitet.

Die Wirkungen des Programms entfalten sich in rund zehn Projekten in Zentralasien. Regional kann bereits in allen fünf Ländern auf eine zunehmende Zahl erfolgreich getesteter Ressourcenschutzansätze zurückgegriffen werden. Diese wurden teilweise an die jeweilige nationale Regierung übergeben und finden dort Eingang in eine Verbesserung der gesetzlichen und regulativen Rahmenbedingungen.

Projektsteckbrief: Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen in Zentralasien
Klimatolerante Rehabilitierung degradierter Großlandschaften in Georgien
Klimatolerante Rehabilitierung degradierter Großlandschaften in Georgien

 

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Wiederaufforstung in Tadschikistan

In Tadschikistan wurde 2008 der Ansatz eines Gemeinsamen Waldmanagementsystems (Joint Forest Management) eingeführt, mit dem Ziel die degradierten Waldflächen zu rehabilitieren und dadurch die Lebenssituation der Bevölkerung, die auf diese Ressource angewiesen sind, vor Ort zu verbessern.

Bei diesem Ansatz bekommen die lokalen, vormals illegalen Nutzer über Pachtverträge Eigentums- und Nutzungsrechte zugesprochen, die sie wiederum motivieren, in die Rehabilitierung der Waldressourcen zu investieren.

Bisher wird dieser Ansatz in 3 Bezirken im Osten von Tadschikistan (Pamirregion) durchgeführt. 408 lokalen Nutzern wurden Eigentums- und Nutzungsrechte zugesprochen und in einem Gebiet von 1826 ha wird bereits nachhaltig wiederaufgeforstet. Gleichzeitig wurde beratend bei der Einführung einer neuen Forstsektorreform mitgewirkt, in der eine nachhaltige Nutzung der Waldressource verankert ist.

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Ökologisches Wirtschaften – Green Economy

Wirtschaftliches Wachstum muss nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen berücksichtigen. Tut es dies nicht, hat das verheerende Folgen. Der weltweite Energiekonsum und der Verbrauch von Rohstoffen steigen dramatisch an. Die westlich geprägten Konsummuster sind nicht nachhaltig, auch weil die Weltbevölkerung wächst und Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern ebenfalls den konsumorientierten “Way of Life” anstreben.
Der Ansatz des ökologischen Wirtschaftens (Green Economy) versucht, diesem Trend entgegenzuwirken, und spiegelt das Nachhaltigkeitsprinzip wider. Der Ansatz berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt - erst eine Balance dieser drei Dimensionen ermöglicht eine sozial und ökologisch positive Entwicklung. Viele Institutionen und Organisationen engagieren sich daher, wirtschaftliches Wachstum in Richtung eines ökologischen Wirtschaftens voranzutreiben und somit aufzuzeigen, dass Armutsminderung und Ressourcenschutz kein Gegensatz ist.
In Tadschikistan wird auf Basis dieses Ansatzes und im Rahmen des BMZ finanzierten Projektes zur „Nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen in Zentralasien“ eine Wertschöpfungskette für die Vermarktung von nachhaltig produziertem Feuerholz entwickelt.

Ökologisches Wirtschaften - Green Economy
Informationsbroschüre des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Thema Green Economy.

www.bmz.de/.../Informationsbroschuere.pdf (5 MB, DE)

  

Beispiele aus Afrika

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Westafrika – Mali: Pilotprojekt zur Integration von Klimaanpassung in Gemeindeplanung

Wie in den meisten afrikanischen Ländern lebt auch in Mali der größte Teil der Bevölkerung in ländlichen Räumen von Land-, Forst- und Viehwirtschaft. Die Übernutzung dieser natürlichen Ressourcen lässt sie zunehmend degradieren. Zudem zählt Mali zu den am meisten vom Klimawandel betroffenen Ländern.

Im Zuge der Dezentralisierungspolitik der malischen Regierung haben die Gemeinden die Verantwortung für die Planung und Umsetzung von Entwicklungsmaßnahmen. Dies geschieht in lokalen Entwicklungsplänen.

Als rechtlich fest verankertes Instrument dienen diese lokalen Entwicklungspläne als Grundlage, die Auswirkungen des Klimawandels mit den Gemeinden zu diskutieren und gemeinsam geeignete Maßnahmen zu identifizieren. Dazu muss lokales Wissen mobilisiert werden. Da gerade die Bevölkerung in trockenen Regionen schon immer von einer gewissen Variabilität des Klimas betroffen war, gibt es bereits Techniken und Ansätze, die in lokaler Klimaanpassung genutzt werden können.
Der methodische Ansatz, Klimaanpassung in Gemeindeplanung zu integrieren, basiert auf dem von der GIZ entwickelten Instrument „Climate Proofing for Development“. Durch Einbindung dieses Instruments in die lokalen Planungen ist es in sechs Pilotgemeinden gelungen, die beteiligten Akteure nicht nur für Fragen des Klimawandels zu sensibilisieren, sondern auch praktische Anpassungen im nachhaltigen Landmanagement zu identifizieren und umzusetzen.

Diese positiven Erfahrungen wurden mit der malischen Agentur für Umwelt und nachhaltige Entwicklung ausgewertet und werden in den kommenden drei Jahren verbreitet.

Mali

Incorporating the concept of climate change adaption into municipal planning – Initial experiences in Mali (pdf, 0.97 MB, EN)
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Weitere Beispiele aus Afrika

Projektsteckbrief: Burkina Faso – Landwirtschaftliche Entwicklung Projektsteckbrief: Niger - Nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung und Gemeindeentwicklung
Hütte in der Landschaft des Pendjari-Nationalparks im Norden Benins. Die 275.ooo Hektar sind ein wichtiges Schutzgebiet für Flora und Fauna.
Hütte in der Landschaft des Pendjari-Nationalparks im Norden Benins. Die Parkdirektion wird Im Rahmen des Programmes zum Schutz und Management der natürlichen Ressourcen beim Management des Parks beraten.

 

  

Beispiele aus Lateinamerika und der Karibik

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Desertifikationsbekämpfung Karibik /Zentralamerika

Mehr als ein Viertel der Fläche Zentralamerikas und der Karibik sind von Desertifikation betroffen. So ging die Waldfläche in der dominikanischen Republik in den letzen 100 Jahren um über 60 Prozent zurück. In Haiti sind nur noch 2 Prozent der Landesfläche mit Vegetation bedeckt und das Land verliert jedes Jahr 37 Millionen Tonnen an fruchtbarem Boden.

Deshalb unterstützte die GIZ zwischen 2003 und 2009 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgewählte Länder der Region bei ihren Anstrengungen zur Umsetzung der UNCCD. In Haiti, der Dominikanischen Republik und Honduras hat das Projekt die Erarbeitung und Umsetzung der Nationalen Aktionsprogramme unterstützt. Ein Schwerpunkt war hier die verbesserte Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen auf lokaler und nationaler Ebene.

Für die dominikanische Grenzregion zu Haiti wurde eine inter-institutionelle Arbeitsgruppe (Grupo Técnico Inter-Institucional) etabliert, die als nationales Koordinierungsorgan die Konventionsumsetzung in der Dominikanischen Republik steuert. Auch in Honduras konstituierte sich ein vergleichbares Koordinierungsorgan zur Konventionsumsetzung. Ein besonderer Erfolg in Honduras ist die enge Verknüpfung des Nationalen Aktionsprogramms mit dem nationalen Poverty Reduction Strategy Paper (PRSP).

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Brasilien - Auf allen Ebenen gegen die Desertifikation

Der Nordosten Brasiliens ist das am dichtesten besiedelte Trockengebiet der Erde und das Armenhaus Brasiliens. In dieser Region bedroht eine rapide fortschreitende Desertifikation die Lebensgrundlagen der armen Bevölkerung. Die deutsche EZ unterstützte im Vorhaben „Integrierte regionale Entwicklung“ Brasilien von 2004 bis 2010 bei der Umsetzung der UNCCD im Nordosten Brasiliens. Zu den Schwerpunkten des Programms gehörte es, alle Beteiligten und Betroffenen an einen Tisch zu bekommen, um gemeinsame Strategien gegen die Desertifikation zu entwickeln.

Mit großem Erfolg: Denn unter anderem wurden Nationale Programme mit einem Fördervolumen von über 200 Millionen Euro an die spezifischen Gegebenheiten der semi-ariden Räume und Bedürfnisse der bäuerlichen Landwirtschaft angepasst und die Einkommen besonders in benachteiligten Regionen erhöht. Zusätzlich haben fast 60.000 Bauern im semi-ariden Raum ein erhöhtes Einkommen aus der Zulieferung für das Biodieselprogramm erzielt. Aber nicht nur Bauern konnten von dieser regionalen Entwicklung profitieren. Es konnte eine flächendeckende positive Konjunktur für alle Beteiligten erzielt werden.

Brazil - Combating desertification on all levels (pdf, 1.41 MB)
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Peru: Pilotprojekt zur Desertifikationsbekämpfung in Piura

Peru gehört zu den am stärksten von Desertifikation betroffenen Ländern Lateinamerikas. Gerade in den trockenen und von Desertifikation bedrohten Gebieten leben etwa 90 Prozent der Bevölkerung des Landes. Dazu gehört auch das Departement Piura in der semi-ariden und ariden nördlichen Küstenregion. Hier führen insbesondere die Abholzung des Trockenwaldes, unangepasste Landnutzungsformen sowie Busch- und Waldbrände zu Landdegradierung.

Gemeinsam mit dem GIZ Programm „Nachhaltige Ländliche Entwicklung Peru“unterstützt das Konventionsprojekt Desertifikationsbekämpfung die Regionalregierung von Piura bei ihren Anstrengungen zum nachhaltigen Landmanagement. Ziel ist es, nachhaltiges Landmanagement besser in die Entwicklungs- und Haushaltsplanung zu integrieren. Ökonomische Bewertungsansätze liefern wichtige Informationen für politische Entscheidungsträger und konkrete Maßnahmen der Desertifikationsbekämpfung zeigen beispielhaft deren positive Wirkungen auf Ernährungssicherheit, den Erhalt der Biodiversität und den Klimaschutz. Die Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit dem peruanischen Umweltministerium durchgeführt, das diese Erfahrungen für die Entwicklung nationaler Strategien und Politiken nutzt.

Projektsteckbrief: Nachhaltige ländliche Entwicklung in Peru

Kontakt

Walter Engelberg
ccd-projekt@giz.de
Telefon: +49 228 4460-3441
Fax: +49 228 4460-803441