Agrarhandel und Standards

Die Agrarwirtschaft ist in den meisten ländlichen Regionen von Entwicklungsländern der wichtigste Motor für Entwicklung. Durch die Globalisierung, und den steigenden Bedarf nationaler Märkte, ergeben sich für den ländlichen Raum und die Landwirtschaft neben einigen Herausforderungen auch neue Potenziale.

Wirtschaftliches Wachstum ist unabdingbar für eine erfolgreiche Armutsminderung in Entwicklungsländern. Die für die ländliche Bevölkerung wichtigsten Möglichkeiten zur Wertschöpfung liegen in hochwertigen Agrar- und Naturprodukten und in der arbeitsintensiven Verarbeitung.

Die GIZ widmet sich im Auftrag der Bundesregierung diesen Themen in den nachfolgenden Feldern:

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Agrarhandel

Die Vermarktung von Agrarprodukten spielt für die Entwicklung ländlicher Räume eine zentrale Rolle. Aufgrund stark schwankender Agrarpreise, kleiner Produktpaletten und fehlendem Qualitätsmanagement ist die Nutzung der Potenziale aus dem Agrarhandel für viele Entwicklungsländer jedoch schwierig.

Die Kenntnisse über Anforderungen der Lebensmittelsicherheit und -qualität sind auf politischer und privatwirtschaftlicher Ebene oft unzureichend. Zudem werden die Chancen regionaler Handelsbeziehungen zur Erschließung neuer Märkte und zur besseren Lebensmittelversorgung innerhalb einer Region wenig genutzt. Auch politische Rahmenbedingungen spielen eine große Rolle: ein gerechter Abschluss der WTO-Doha-Runde ist ebenso wichtig wie die Ausgestaltung der Handels- und Agrarpolitik der EU.

Stärkung der Potenziale vor Ort

Entwicklungsländer müssen ihre Agrarmärkte und ihre Agrarhandelspolitik strategisch ausrichten, um Chancen im internationalen Wettbewerb nutzen und Ernährungssicherheit gewährleisten zu können. Über die Qualifizierung staatlicher, privater und zivilgesellschaftlicher Akteure und ihrer Beteiligung an agrarhandelsrelevanten Abstimmungs- und Kooperationsprozessen unterstützen wir, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die bessere Anbindung der lokalen Produktion an nationale und regionale Märkte und bei der Platzierung ihrer Agrarprodukte im internationalen Wettbewerb.

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Fischerei und Aquakultur

Weltweit verdienen ca. 500 Millionen Menschen mit und in der Fischerei ihren Lebensunterhalt. 3 Milliarden Menschen decken 20% ihres durchschnittlichen Konsums an tierischem Eiweiß mit Fischprodukten. Der Zustand der weltweiten Fischbestände ist jedoch alarmierend. Insgesamt gelten 31% als überfischt und 58 % sind heute bis an ihre Grenzen befischt. Diese Herausforderung wird durch die wachsende Weltbevölkerung und dem damit drastisch steigenden Nahrungsbedarf verschärft.

Im Auftrag der Bundesregierung fördern und unterstützen wir relevante Behörden und Interessenverbände der Fischer bei ihren Verantwortungen für nachhaltiges Fischereimanagement. Dadurch werden die Einkommensmöglichkeiten für die Menschen, die ihren Lebensunterhalt durch Fischerei bestreiten gesichert, wenn nicht verbessert. Für den Fischereisektor sind die Einführung verbindlicher Nutzungsrechte für die Fischer, die Unterstützung von Fischereimanagement, die Entwicklung von Wertschöpfungsketten und die Förderung von Alternativen zum Wildfang durch die Entwicklung einer umweltschonenden und nachhaltigen Aquakultur, die wichtigsten Handlungsfelder.

Die Aquakultur gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die Produktion aus Wildfang nicht weiter gesteigert werden kann. Die Produktion aus Aquakultur hingegen wächst weltweit jährlich um 8,8 Prozent. Diese Produktion findet vor allem in kleinbäuerlichen Betrieben in Entwicklungsländern statt.

Fischerei ist ein wichtiger Bestandteil des nachhaltigen Küstenzonenmanagements. Küstenzonen repräsentieren einen der wichtigsten Wirtschafts- und Siedlungsräume. Für Küstenzonen, wie auch die Fischerei und Aquakultur, stellt der Klimawandel eine besondere Herausforderung dar. Sie sind zunehmend aufgrund von Meerwasserspiegelanstieg, Versauerung, und der Zunahme in Frequenz und Intensität an extremen Wetter- und Meeresbedingungen gefährdet.

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Sozial- und Umweltstandards

Herausforderungen des Weltmarktes

Hohe Ansprüche an Lebensmittelsicherheit und an Umwelt- und Sozialbedingungen führen zu großen Herausforderungen für Produzierende in Entwicklungsländern – vor allem in Gebieten, die von wenigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen (z.B. Kaffee, Kakao, Baumwolle etc.) abhängig sind. Zusätzlich verlangen Konsumenten günstige Preise, nachhaltige Anbaumethoden und hohe Qualität, was den Druck auf die bäuerlichen Betriebe zusätzlich steigert. Eine kostengünstigere Produktion erfolgt allerdings oftmals zu Lasten der Nachhaltigkeit. Ein Ende dieses Teufelskreises erfordert eine gemeinsame Verpflichtung zu ökonomischer, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit aller Beteiligten an der Produktionskette. Verhaltenskodizes und Standards sind beispielhafte Ergebnisse für eine solche Zusammenarbeit.

Gemeinsame Standards bieten Orientierungsrahmen

Bei der Entstehung von Standardinitiativen entwickeln Produzierende, Privatsektor und Zivilgesellschaft der Produzenten- und Konsumentenländer ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit. Sie erarbeiten freiwillige Verhaltenskodizes und tragen die Verantwortung für deren Umsetzung. Dies führt zu ökonomischen, sozialen und ökologischen Verbesserungen in Produktion und Verarbeitung, wovon am Ende vor allem die daran beteiligten Menschen profitieren. Die GIZ engagiert sich im Auftrag der Bundesregierung zum Thema Nachhaltigkeitsstandards, die ökologische Standards, fairen Handel und Sozialstandards in der Landwirtschaft umfassen.

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Wertschöpfungsketten

Das Konzept der Wertschöpfungskette umfasst die miteinander verbundenen Stufen der Erzeugung, des Handels, der Verarbeitung und des Vertriebs oder Exports von Agrarprodukten. Dazu zählen die weltweit gehandelten Agrarrohstoffe genauso wie Grundnahrungsmittel, verarbeitete Lebensmittel oder handwerkliche Produkte. Die öffentliche Förderung von Wertschöpfungsketten ist vor allem dort notwendig, wo Märkte schwach organisiert sind, Technologie, Infrastruktur und Dienstleistungsangebote fehlen, keine Handelsklassen und Standards definiert sind oder die Regulierung der ökologischen und sozialen Belange nicht ausreicht. Für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg auf dem Weltmarkt wird die Koordinierung von Produktion und Vermarktung immer bedeutender. Die Wettbewerbsposition von Produzenten hängt von der Koordination und Verlässlichkeit der Vertragsbeziehungen entlang der Wertschöpfungsketten ab.

Ziel der Entwicklung von Wertschöpfungsketten ist der Aufbau wirtschaftlicher Strukturen und die Erhöhung der Wertschöpfung innerhalb des Landes oder einer Region. Das Hauptkriterium ist ein Einkommenszuwachs, der vor allem armen Bevölkerungsgruppen zu Gute kommt oder zumindest ihre relative Situation verbessert. Andere Kriterien sind die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Schutz und effiziente Nutzung von Naturressourcen. Die GIZ berät ihre Partner im Auftrag der Bundesregierung hinsichtlich der Entwicklung von Wertschöpfungsketten.

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Kontakt

Helmut Albert
rural.development@giz.de


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