Stadt- und Regionalentwicklung

Müll vor Kleinstadt

Städte und Regionen entwickeln – Zukunft gestalten

Globaler Wandel verwirklicht sich in Städten und Regionen. Sie sind kultureller Ausdruck der in ihnen lebenden Menschen; sie sind Bezugspunkt lokaler, regionaler und nationaler Akteure, politisch-administratives Handlungsfeld, Wirtschaftsraum, Lebenswelt. Unsere Zukunft hängt von ihrer nachhaltigen Transformation ab. Politische und soziale Teilhabe, ressourcenschonendes Wirtschaften, Umweltschutz und Armutsbekämpfung gelingt nur in und mit Städten und Regionen. Hierzu bedarf es einer kompetenten Förderung, Steuerung und Verwaltung, der Beteiligung und Aushandlung, verlässlicher Dienstleistungen und verantwortungsvoller Institutionen.

Die Menschheit lebt heute vorwiegend in Städten. Wir verstehen den rasanten Urbanisierungsprozess als Chance, menschenwürdiges und umweltverträgliches Leben mitzugestalten. Wir fördern Regionalisierung mit dem Ziel, Lebenschancen in Teilräumen anzugleichen sowie regionale Entwicklungspotenziale zu nutzen.

Unsere Partner sind Regierungsinstitutionen der verschiedenen Ebenen, Verbände, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Wir arbeiten im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), greifen auf deutsches und internationales Knowhow zurück und finden gemeinsam wirksame Lösungen.

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Inklusive und sichere Städte

In urbanen Ballungsräumen kommt es zunehmend zu einer wachsenden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Ausgrenzung großer Teile der Bevölkerung. Soziale Ungerechtigkeit und Perspektivlosigkeit, politische und wirtschaftliche Benachteiligung ganzer Bevölkerungsgruppen verfestigen strukturelle Armut und schaffen einen Nährboden für Gewalt.

Inklusive Stadtentwicklung, als ein Leitbild wie auch als Prozess verstanden, trägt zu sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit und effektiver politischer Teilhabe bei. Städtische Armut ist multidimensional und bedeutet nicht nur Einkommensarmut, sondern auch einen beschränkten Zugang zu öffentlichen Dienstleitungen, begrenzte Handlungsoptionen und einen Ausschluss von Teilhabe, Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten. Der Ansatz der „Inklusiven Stadt“ trägt dieser Komplexität Rechnung. Er wirkt systematisch auf Ursachen und Mechanismen sozialer, politischer und wirtschaftlicher Ausgrenzung ein und dient der Prävention von Gewalt in städtischen Räumen.

Die GIZ setzt sowohl bei der Formulierung von Stadtentwicklungsstrategien als auch bei der städtischen Gewaltprävention auf inklusive und Sektor übergreifende Lösungsansätze. So werden nationale und subnationale Partnerregierungen in der Entwicklung von Strategien zur Prävention und Verminderung von Gewalt unterstützt. Entsprechende Maßnahmen werden gemeinsam mit Partnern auf lokaler Ebene entworfen und umgesetzt.

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Resiliente und ressourceneffiziente Städte und Regionen

Aufgrund der hohen Konzentration von Produktion und intensiver Ressourcennutzung durch Industrie, Verkehr und Haushalte sind Städte und Regionen zugleich Verursacher und Leidtragende von Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung. Der hohe Landbedarf, die Übernutzung von Ressourcen sowie unbehandelte Abfälle und Abwässer verschärfen das Problem. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Anzahl von Katastrophen infolge extremer Naturereignisse deutlich gestiegen. Städte sind Hauptverursacher des Klimawandels. Sie sind aber auch Hauptakteure für die Durchsetzung von Maßnahmen zur Prävention und Minderung negativer Klimafolgen. Besonders anfällig sind Städte und Regionen in küstennahen Siedlungsgebieten und die Bewohner informeller Siedlungen.

Die GIZ fördert ressourceneffiziente und Resilienz steigernde Maßnahmen in Städten und Regionen. Gemeinsam mit öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren auf kommunaler und regionaler Ebene entwickeln wir Strategien und Maßnahmen, um die negativen Auswirkung des Klimawandels zu minimieren und die Anpassungsfähigkeit von Städten und Regionen zu stärken. Wir fördern ein integriertes Umweltmanagement, so dass Städte und Regionen befähigt werden, ihre Entwicklung umweltgerecht und ressourcen-effizient zu planen. Wir unterstützen die Städte und Regionen dabei, den notwendigen rechtlichen Rahmen zu schaffen und Lösungen für die ökologischen Schlüsselprobleme zu entwickeln.

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Bürgerorientierte und gut regierte Städte

Stadtverwaltungen nehmen in ihrem Hoheitsgebiet eine Vielzahl staatlicher Funktionen wahr. Im Zentrum steht dabei die Pflicht, Bürgern sowie Unternehmen den Zugang zu adäquaten Versorgungs- und Dienstleistungen zu sichern. Dazu zählt eine nachfrageorientierte Versorgung mit Basisinfrastruktur wie Wasserversorgung, Abwasser- und Müllentsorgung, Straßen und Straßenbeleuchtung, Energie und Transport sowie die Bereitstellung von sozialen Dienstleistungen, Wohnraum und Gewerbeflächen. Zur Erfüllung dieser Aufgaben haben Stadtverwaltungen das Recht, Steuern, Gebühren und Beiträge zu erheben.

Die GIZ stärkt die Leistungs- und Steuerungsfähigkeit von Stadtverwaltungen mit dem Ziel, nachfrageorientierten und gleichwertigen Zugang zu öffentlichen Versorgungs- und Dienstleistungen für alle Bürger zu gewährleisten. Ein leistungsfähiges Stadtmanagement ist darüber hinaus ein wichtiger Faktor, um die notwendigen Rahmenbedingungen für eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Entwicklung einer Stadt und deren Region zu schaffen.

Unsere Zusammenarbeit mit Stadtverwaltungen wird geleitet vom Prinzip der guten Regierungsführung. Dabei geht es unter anderem um

  • Transparente Haushaltsführung
  • Legitimiertes staatliches Handeln
  • Rechenschaftspflicht der Entscheidungsträger gegenüber den Bürgern
  • Armutsorientierte Stadtentwicklung
  • Effektive Beteiligung der städtischen Bevölkerung an städtischen Entscheidungsprozessen

Dadurch fördern wir lokale Selbstverwaltung, vorhandene Ressourcen bedarfsorientiert und wirtschaftlich zum Wohl der Bevölkerung einzusetzen.

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Nachhaltige Entwicklung von Metropolregionen

Die weltweite Dynamik der Urbanisierung führt zu bedeutenden wirtschaftlichen, politischen und sozialen Veränderungsprozessen. 95 Prozent des städtischen Wachstums findet in urbanen Ballungsräumen von Entwicklungsländern statt: Städte wandeln sich zu Stadtregionen. Metropolregionen werden Lebensmodell und Handlungsraum zugleich. Als Knotenpunkte der nationalen und teils globalen Wirtschaft und Vorreiter technologischer, sozialer und kultureller Innovation tragen Metropolregionen entscheidend zu nachhaltiger Entwicklung bei. Sie verzahnen zugleich Stadt und Land im Hinblick auf Ressourcenmanagement und Ernährungssicherung, Migration und Infrastruktur.

Um den wachsenden Herausforderungen in den interkommunalen sowie Stadt-Umland Beziehungen weltweit gerecht zu werden, bietet die GIZ nationalen und subnationalen Verwaltungen Unterstützung an. Ziel ist, dass Metropolregionen zu Innovationen für ein nachhaltiges Wirtschaften beitragen und als Arbeits- und Wohnstandorte insbesondere armen Bevölkerungsgruppen verbesserten Zugang zu Versorgung und Einkommensmöglichkeiten ermöglichen. Außerdem sollen sie durch Ressourceneffizienz den Wandel vom Großverbraucher natürlicher Ressourcen zum Gestalter effizienter Infrastruktur- und Versorgungssysteme umsetzen. Nicht zuletzt müssen Metropolregionen als effektive Governancesysteme auf die Vielzahl und Vielschichtigkeit von Entwicklungsherausforderung einerseits antworten sowie politische und institutionelle Verantwortlichkeiten andererseits effektiv und demokratisch wahrnehmen.

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Produktive Städte und Regionen

Ein Großteil der weltweiten Wirtschaftsleistung wird in Städten erbracht. Die Dichte an Information und Wissen, Institutionen und Dienstleistungen, Diversität und Kreativität, Markt und Arbeit schaffen Standortvorteile für die Wirtschaft und Beschäftigungsmöglichkeiten. Dies zu nutzen und Einkommens- und Beschäftigungschancen zu sichern und zu verbessern, ist Ziel kommunaler und regionaler Wirtschaftsförderung. Städte, Kommunen und Regionen stehen dabei zunehmend in nationalem und internationalem Wettbewerb, in dem es insbesondere um Lebensqualität und öffentliche Einnahmen geht.

Die GIZ unterstützt Vertreter von Gebietskörperschaften, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft darin, zukunftsfähige, sozial verträgliche und ökologisch nachhaltige Entwicklungspfade einzuschlagen sowie Einkommens- und Beschäftigungschancen der Bürger zu sichern und zu verbessern.

Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Sicherstellung eines inklusiven Wirtschaftswachstums und die Nutzung lokaler Potenziale. Die Einbindung marginalisierter Bevölkerungsgruppen insbesondere des sogenannten informellen Sektors in Maßnahmen kommunaler Wirtschaftsförderung ist dabei von besonderer Bedeutung. Weltweit arbeiten mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen im informellen Sektor. Es gilt, mit lokal angepassten Ansätzen die Arbeitsplätze dieser Menschen zu sichern, Arbeitsbedingungen zu verbessern und Potentiale zu fördern.

Durch die Unterstützung der GIZ stellen Städte und Regionen bedarfsgerechte Infrastruktur und Dienstleistungen zur Verfügung. Sie etablieren Kooperationen mit Wirtschaftsverbänden und Handelskammern und gestalten Arbeits- und Wohnbedingungen. Städte und Regionen verbessern somit Standortfaktoren für die Ansiedlung von Unternehmen und für die Sicherung und den Ausbau bestehender Wirtschaftsstrukturen. Die GIZ berät ihre Partner bei der Entwicklung von sozial- und umweltgerecht gestalteten Rahmenbedingungen.

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Regionale Strukturpolitik und Raumordnung

Gleichwertige Lebensbedingungen und gleiche Entwicklungschancen für Menschen in den verschiedenen Teilräumen eines Landes zu schaffen, ist das Ziel von Regionalpolitik und Raumordnung. Regionale Strukturpolitik ist ein wesentliches Instrument der Europäischen Union (EU) zum Ausgleich regionaler Ungleichheiten und zur Förderung des sozialen, wirtschaftlichen und territorialen Zusammenhalts. Nationale und grenzüberschreitende Raumordnungspolitik verbessert die Bedingungen für die Entwicklung einzelner Regionen, beispielsweise durch die Bereitstellung von Infrastruktur. Sie sichert vorsorgend natürliche Lebensgrundlagen. Der Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen und sozio-kulturellen Belangen in und zwischen Regionen erfolgt in der wechselseitigen Beeinflussung von örtlicher und überörtlicher wie auch regionaler und überregionaler Planung. Sie bedarf entsprechender Aushandlungsprozesse zwischen den Ebenen.

Wir beraten öffentliche Verwaltungen auf nationaler und subnationaler Ebene zu Steuerungsformen regionaler Politik und Entwicklung, beim Regionalmanagement, bei der regionalen Wirtschaftsförderung sowie der interkommunalen Zusammenarbeit. Wir unterstützen Zweck- und Regionalverbände, regionale Entwicklungskonzepte und vorsorgende Landnutzungsplanungen, um die Stadt-Landverflechtungen zu stärken. Hierzu greifen wir auch auf unsere Zusammenarbeit mit deutschen und internationalen Institutionen zurück, wie dem Rat der Gemeinden und Regionen Europas.

Länder in Nachbarschaft der EU unterstützen wir explizit beim Aufbau EU-konformer Regionalpolitik.

Aus unserer Arbeit

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Demografie und Entwicklung

Demografische Prozesse und Szenarien betreffen fast alle Länder und Politikfelder: Von Sozialer Sicherung, Gesundheit und Bildung über Migration, ländliche Entwicklung und Wasser, bis hin zu Klima und Konfliktprävention.
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Kontakt

Dr. Ute Böttcher
ute.boettcher@giz.de


Beratungs- und Dienstleistungsangebot

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URBANET

Plattform für den internationalen Dialog zu Urbanisierung und nachhaltiger Entwicklung