Soziale Sicherung

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Das Recht auf soziale Sicherheit ist seit 1948 in Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen verankert. Dennoch verfügen weltweit über 70% aller Menschen über gar keine oder nur über eine unzureichende Absicherung von individuellen Lebensrisiken wie Krankheit, Unfall, Mutterschaft, Behinderung, Alter, Ernteausfall oder Tod.

Verschiedene Instrumente der sozialen Sicherung federn individuelle Krisen und finanzielle Notlagen ab, stellen die Selbsthilfefähigkeit armer Menschen wieder her oder verhindern das Abgleiten in die Armut. Sie ermutigen Haushalte in Bildung, Gesundheit und produktives Sachkapital zu investieren, die eigene Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten und befähigen arme Haushalte ihre sozio-ökonomische Lage aus eigener Kraft zu verbessern. Damit tragen kohärente Systeme der sozialen Sicherung nicht nur zur Armutsminderung bei, sie fördern langfristig die soziale und wirtschaftliche Entwicklung, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und tragen zur Reduzierung von Ungleichheiten bei.

Diese vielfältigen Funktionen sozialer Sicherung spiegeln sich auch in den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wider: Maßnahmen der sozialen Sicherung tragen zu Ziel 1 (Keine Armut), Ziel 5 (Gleichberechtigung der Geschlechter), Ziel 10 (Reduzierte Ungleichheiten) sowie zu Ziel 3 (Gute Gesundheitsversorgung) und Ziel 8 (Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum) bei.

Die GIZ engagiert sich im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in ihren Partnerländern für den Auf- und Ausbau kohärenter sozialer Sicherungssysteme.

Aus unserer Arbeit

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Globale Allianzen für Soziale Sicherung

Dieses globale Vorhaben fördert den Dialog, Austausch sowie gegenseitiges Lernen und Wissenstransfer zu Themen der sozialen Sicherung. Fokussierte Länder sind die Globalen Entwicklungspartner (GEP) Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko und Südafrika, aber auch weitere interessierte Länder wie Chile, Peru oder die Philippinen.
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Soziale Grundsicherung

Soziale Grundsicherungssysteme sind individuen- und haushaltsbezogene staatliche Transferleistungen mit dem Ziel der Mindestsicherung bzw. zur Armutsbekämpfung und Vorbeugung vor Verarmung bzw. der Weitergabe von Armut von einer Generation auf die nächste. Im Auftrag des BMZ bündelt die GIZ die fachliche Expertise im Bereich sozialer Grundsicherung, um diese den Partnerländern und der Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Soziale Absicherung im Krankheitsfall

Das Ziel sozialer Absicherung im Krankheitsfall ist, dass Menschen Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen können, sei es im Krankheitsfall oder zur Gesundheitsvorsorge, ohne dass sie dafür individuelle Direktzahlungen leisten müssen, die sie aus eigenen Möglichkeiten nicht tragen können.

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Alterssicherung

Das Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Alterssicherung ist es, den Zugang älterer Menschen zu regelmäßigem Einkommen und sozialen Grunddiensten zu verbessern und somit Altersarmut zu verringern. Entwicklungs- und Schwellenländer stehen dabei aktuell insbesondere vor der Herausforderung, ihre Systeme der Alterssicherung an den demografischen Wandel anzupassen. 

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(Mikro)-versicherungen

Der Zugang zu (Mikro)-Versicherungen ermöglicht v.a. Menschen mit niedrigem Einkommen sich gegen Lebensrisiken, Ernteausfälle oder auch Naturkatastrophen abzusichern. (Mikro)-Versicherungen tragen zur Stabilität der Haushalte bei, indem sie ein Abrutschen in die Armut durch unvorhergesehene hohe finanzielle Belastungen abfedern. Sie verhindern negative Anpassungsstrategien, wie beispielsweise den Verkauf von Produktionsgütern und tragen so zu einer kontinuierlichen Einkommensgenerierung und Teilnahme am Wirtschaftsleben bei.

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Sozialpolitik, Politik- und Sozialfolgenabschätzung

Politische und wirtschaftliche Reformen in Entwicklungsländern verfolgen vielfältige Ziele. Oft geht es dabei um die Bekämpfung der Armut und eine gerechtere Verteilung vorhandener Ressourcen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Armutsbekämpfung ist neben dem politischen Willen auch die Anwendung geeigneter Ansätze und die Betrachtung eventueller Risiken bestimmter Maßnahmen für die arme Bevölkerung. Werden die ökonomischen und sozialen Folgen der Reformen auf verschiedene Gruppen unzureichend berücksichtigt, können Reformen auch die Lage armer Menschen verschlechtern.
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