Demografie und Entwicklung

Menschen an Marktständen © GIZ/Tsegaye

Demografische Prozesse und Szenarien betreffen fast alle Länder und Politikfelder: Von Sozialer Sicherung, Gesundheit und Bildung über Migration, ländliche Entwicklung und Wasser, bis hin zu Klima und Konfliktprävention.

Zahlreiche Beispiele zeigen, dass sich die Verteilungsprobleme lebensnotwendiger Ressourcen wie Wasser oder Boden verschärfen werden. Neben klimatischen Veränderungen liegt die Ursache hierfür in demografischen Prozessen. Durch die Bevölkerungszunahme konkurrieren immer mehr Menschen um Lebensraum, wodurch gesellschaftliche Spannungen entstehen. Dies zeigt sich auch in der Bildungs- und Beschäftigungssituation zahlreicher Länder, wo schon heute ausgebildete Lehrer, Schulen und Ausbildungsplätze fehlen. Durch das hohe Wachstum der jungen Bevölkerung können nicht alle Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden, um sich ein unabhängiges Leben zu ermöglichen. Frustration und Perspektivlosigkeit sind oft die Folgen. Was bedeuten diese Trends vor dem Hintergrund eines so starken Anstiegs der Weltbevölkerung? Oder vor dem Hintergrund einer dramatisch wachsenden Zahl älterer Menschen und zugleich Rückgang der jungen Bevölkerung?

Obwohl demografische Entwicklungen und Szenarien in Asien, Lateinamerika, Osteuropa, Afrika, besonders südlich der Sahara, aber auch in europäischen Industrieländern und Deutschland, häufig unterschiedlich aussehen, gibt es doch auch gemeinsame Fragen, Herausforderungen und Chancen: So werden Länder, die jetzt noch einen hohen Anteil an Jugendlichen haben, sich in Zukunft mit dem Thema Alterung auseinandersetzen müssen. Industrieländer, in denen bald ein Drittel der Bevölkerung über 60 ist, stehen vor immensen Problemen im Bereich der Rentenversicherung und Gesundheitsversorgung, besonders im Bereich der Altenpflege und Fachkräftesicherung. Sie werden sich überlegen müssen, wie Rahmenbedingungen verbessert werden können, damit wieder mehr Kinder geboren werden und eine altersgerechte Pflege möglich ist. Ein entscheidender Ansatz für den Ausbau eines gegenseitigen und generationsübergreifenden Verständnisses für die unterschiedlichen Bedarfe, Probleme und Perspektiven der verschiedenen Bevölkerungsgruppen ist das Modell des Generationendialogs. Ziel ist die Stärkung des Dialoges zwischen „Jung“ und „Alt“ über zentrale Fragen aus dem Projekt- und Lebensumfeld der Zielgruppe (u.a. zu Themen wie: Aufwachsen und Leben im städtischen und ländlichen Raum, Familie, Schule, Beschäftigung, Einkommensgenerierung und gewaltfreie Konfliktbearbeitung etc.) sowie die Entwicklung gemeinsamer gesellschaftlicher Zukunftsperspektiven.

Die Gestaltung demografischer Szenarien ist deshalb eine übergreifende und gemeinsame Aufgabe von Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft, bei der alle Beteiligten voneinander lernen können. Im Auftrag der Bundesregierung bieten wir hierzu einschlägige Expertise und Zugang zu Netzwerken an und verweisen auf „Schlüsselpersonen“ und Projekte GIZ-intern und -extern.

Gemeinsam mit unseren Partnern finden wir maßgeschneiderte Antworten auf die drängenden bevölkerungspolitischen Fragen, um uns bereits heute auf die Herausforderungen und auch Chancen von morgen einzustellen.

Kontakt

Dorina Beck
demografie@giz.de
Telefon: +49 6196 79-1270