Demografie

Menschenmenge ©GIZ / Kirchgessner

Die Weltbevölkerung ist im Wandel – ihre Gestalt in jeder Weltregion vielfältig.

Die Weltbevölkerung wird von heute 7,4 Milliarden bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf 9,7 Milliarden Menschen anwachsen. Mit Ausnahme von Europa wird die Zahl der Bewohner aller anderen Weltregionen zunächst weiter ansteigen, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent. Auch die Altersstruktur der Weltbevölkerung wird sich stark wandeln, der Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft in etlichen Regionen der Welt stark zunehmen. Zugleich wächst insbesondere in Afrika die bisher größte Gruppe junger Menschen heran: laut aktuellen Studien sind 43% der Menschen in Subsahara Afrika unter 15 Jahre alt. Diese überproportional hohe Anzahl junger Menschen wird auch als „Jugendüberhang“ oder „youth bulges“ bezeichnet. Sie birgt einerseits ein hohes Konfliktpotenzial, andererseits ergeben sich aber auch Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes, die sogenannte „demografische Dividende“. Letztere meint, dass unter der Voraussetzung vieler junger erwerbsfähiger Menschen durch Investitionen in Bildung und Arbeitsmarkt, ein „Plus“ an Wirtschaftsleistung entstehen kann. Daneben gelten auch die weltweit voranschreitende Urbanisierung und zunehmende Migrationsbewegungen als demografische Megatrends.

Vor diesem Hintergrund der Konzentration des Bevölkerungswachstums auf die ärmsten Länder der Welt ergeben sich Herausforderungen, wie z.B. Kampf um Wasser, Nahrungsmittel, Energie und Land sowie erhöhte Bedarfe in verschiedenen Bereichen: in (beruflicher) Bildung (Lehrerausbildung, Human Capacity Building), Beschäftigung (Einkommensmöglichkeiten, Arbeitsmarkt etc.), sozialer Sicherung (Armut etc.), Gesundheit (Familienplanung, grundlegende Gesundheitsversorgung etc.), guter Regierungsführung sowie ländlicher und städtischer Entwicklung. Der Ausbau und die Förderung einer wirkungsvollen „Demografie-Kompetenz“ ist dabei eine Grundlage für vorausschauende und bedarfsgerechte Politikberatung sowie für konkrete Projekte vor Ort. Damit ist das Verständnis und die Fähigkeit zur demografischen Analyse anhand von verlässlichen, ausdifferenzierten Daten und Projektionen für die Zukunft gemeint. Gemeinsam mit ihren Partnern arbeitet die GIZ daher im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) daran, auch durch Demografie-orientierte Politikberatung und Generationen- und Politikdialoge die demografischen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Entwicklung mitzugestalten.

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Altenpflege

Weltweit sehen sich zahlreiche Länder mit dem demographischen Wandel und einer fortschreitenden Alterung der Gesellschaft konfrontiert. Gründe für diese Entwicklung sind u.a. der medizinische Fortschritt und die damit verbundene gesteigerte Lebenserwartung, Migration, Verstädterung und sich wandelnde Lebensstile und Familienstrukturen. Es wird davon ausgegangen, dass bis 2050 in allen Weltregionen, mit Ausnahme von Afrika, nahezu ein Viertel der jeweiligen Bevölkerung über 60 Jahre alt sein wird.

Zugleich sinkt die Anzahl der Personen, die berufstätig sind und für die älteren Menschen sorgen. Zu den Herausforderungen im Pflegebereich gehören deshalb die Fachkräftesicherung und -ausbildung, um dem wachsenden Pflegebedarf gerecht zu werden. Viele Länder sehen sich auf die neue demographische Situation momentan nicht genügend vorbereitet und es herrscht sowohl ein quantitativer als auch ein qualitativer Mangel an Pflegeangeboten.

Auch Themen wie Verbindung von Arbeit und Alterung, Arbeit und Pflege, Absicherung und Finanzierung von sozialen Sicherungssystemen sind weltweit hoch aktuell und bedürfen einer vorausschauenden (Familien-)Politik im Zusammenspiel mit Wirtschaft und Kommunen.

Generell sind Alterung und Pflege nicht nur ein wirtschaftliches, sondern vor allem ein imminent soziales – gerade in Bezug auf Altersarmut – sowie ethisches und individuell-menschliches Thema. Das Kernproblem besteht darin, dass Personen, die keine Pflege erhalten, ein grundlegendes Menschenrecht auf „Altern in Würde“ verwehrt bleibt. Deshalb ist es wichtig, den betroffenen Gruppen durch eine bedarfs- und altersgerechte Pflege nicht nur individuell zu helfen, sondern auch die Familie und Gemeinschaft zu unterstützen und zu entlasten, in der sie leben. Deshalb gilt es, nachhaltig in Fachkräftesicherung und Altenpflegeausbildungen sowie lokale wohnortbezogene Betreuungsangebote zu investieren.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie anderer öffentlicher und privater Auftraggeber engagiert sich die GIZ in vielen Ländern, seit 2017 auch in China im Rahmen einer strategischen Allianz zwischen GIZ, Renafan und Servona. Es geht dabei um ambulante und stationäre sowie innovative Wohn- und Versorgungsmöglichkeiten für Pflegebedürftige, um die Einführung des dualen Ausbildungsgangs „Altenpflege“ in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie um einen nachhaltigen Aufbau von Qualitätsmanagementsystemen in der Pflege älterer Menschen.

Aus unserer Arbeit

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Demografie und Entwicklung

Demografische Prozesse und Szenarien betreffen fast alle Länder und Politikfelder: Von Sozialer Sicherung, Gesundheit und Bildung über Migration, ländliche Entwicklung und Wasser, bis hin zu Klima und Konfliktprävention.
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Kontakt

Dorina Beck
demografie@giz.de
Telefon: +49 6196 79-1270


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