Verantwortungsvolle Fischerei

Schätzungsweise 200 Millionen Menschen hängen in den Entwicklungsländern von Fischere ab. Die GIZ unterstützt ihre Partnerländer beim nachhaltiges Management der Bestände und in einer vorausschauenden Fischerei- und Ressourcennutzungspolitik.

Die Anzahl der Beschäftigten in den beiden Sektoren Fangfischerei und Aquakultur wächst zurzeit schneller als in der Landwirtschaft und als das durchschnittliche Bevölkerungswachstum. Volkswirtschaftliche Bedeutung kommt insbesondere dem Fangfischereisektor zu, weil rund 90 Prozent der Fischer in Entwicklungsländern Kleinfischer sind. Die zunehmende Überfischung aufgrund der steigenden Nachfrage in Entwicklungs- und Industrieländern zeigt mittlerweile katastrophale Auswirkungen. 88 Prozent der weltweit genutzten Fischbestände sind voll genutzt, erschöpft oder zusammengebrochen (FAO 2012). Für die Bevölkerung in den Küstenzonen der Entwicklungsländer und der Inlandfischerei führen ausbleibende Fänge zu existenzbedrohenden sozioökonomischen Konsequenzen sowie zu kurz- und mittelfristigen Engpässen in der Proteinversorgung. Der steigende Nutzungsdruck auf die Ressource Fisch verursacht außerdem ökologische Probleme, welche die aquatische Biodiversität und Ökosysteme bedrohen. Die zentrale Herausforderung besteht daher im Schutz und nachhaltigen Management der aquatischen Ressourcen und in einer vorausschauenden Fischerei- und Ressourcennutzungspolitik. Dies betrifft nicht nur die Meere, sondern auch die Inlandgewässer, etwa die großen zentralafrikanischen Seen und großen Flüsse Süd-Ost-Asiens.

Das Projekt "Förderung einer nachhaltigen Fischerei und Aquakultur" unterstützt die Verbreitung und Umsetzung des internationalen Verhaltenskodexes für verantwortungsvolle Fischerei (CCRF-Code of Conduct for Responsible Fisheries) der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen FAO entworfen wurde. Der Verhaltenskodex umfasst die international anerkannten Empfehlungen zur nachhaltigen Nutzung der aquatischen Ressourcen.

Für die wirksame Umsetzung des CCRF besteht auf nationaler und internationaler Ebene ein großer Bedarf an Informationen und an praktischen Beispielen. Die wertvollen Erfahrungen aus laufenden und abgeschlossenen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit werden deshalb durch das Projekt ausgewertet und für andere Projekte und Institutionen sowie für die interessierte Öffentlichkeit verfügbar gemacht.

Die GIZ arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Sie holt ihre Partnerländer in ihrer individuellen Situation ab. Dabei zeigt sie Wege auf, wie die Übernutzung und Zerstörung der aquatischen Ressourcen und Küstengebiete reduziert werden können. Die Wirkungen – so zeigen langjährige Erfahrungen – sind vielfältig: Regierungen und staatliche Institutionen stellen sich auf die Anforderungen einer global integrierten und nachhaltigen Wirtschaft ein, gleichzeitig werden die Selbstverantwortung und Wettbewerbsfähigkeit des Fischereisektors gestärkt. Die erhöhte Wertschöpfung und der ressourcenschonende Umgang führen zu zusätzlichen Einkommen und einer qualitativ und quantitativ verbesserten Versorgung der Bevölkerung mit Fischprodukten.

Kontakt

Mark Prein
Mark.Prein@giz.de
Telefon: +49 6196 79-1471


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