Ansatz

Forscherinnen und Forscher am Internationalen Kartoffelzentrum (International Potato Center - CIP)
Forscherinnen und Forscher am Internationalen Kartoffelzentrum (CIP) (©GIZ/H.Kirscht)

Deutschland stellt seit über 40 Jahren beträchtliche Mittel für die Förderung der entwicklungsorientierten Agrarforschung bereit.

Es gibt verschiedene Förderinstrumente, z.B. jährliche Zahlungen zur Unterstützung der Saatgutbanken bzw. Genbanken, Forschungsprojekte mit einer dreijährigen Laufzeit, oder Kleinprojekte mit einer kürzeren Laufzeit. Die BEAF organisiert die Auswahl der zu finanzierenden Forschungsprojekte der Zentren nach entwicklungspolitischen und wissenschaftlichen Kriterien. Sie unterstützt die Abwicklung der Forschungsvorhaben und die Entsendung deutscher Fachkräfte an die Internationalen Agrarforschungszentren. Darüber hinaus berät sie das BMZ in Fragen der entwicklungsorientierten Agrarforschung.

Die BEAF ist in zahlreichen Gremien der entwicklungsorientierten Agrarforschung national und international aktiv. Sie sieht ihre Rolle auch als Vermittler bei der Bekanntmachung von Forschungsanstrengungen und Forschungsergebnissen durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit.

Die professionelle Verknüpfung von Forschung und Entwicklungszusammenarbeit sowie die Evaluierung von Forschungsvorhaben und deren Wirkungsbeobachtung sind das wichtigste Know-how der BEAF.

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Forschungsförderung

Die Auswahl der zu fördernden Forschungsprojekte orientiert sich an den entwicklungspolitischen Vorgaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und den fachlichen Schwerpunkten der CGIAR Forschungsprogramme (CRPs):

http://www.cgiar.org/about-us/our-programs/
Mann in Dschungel

Die Themen sind:

  • verstärkte Nutzung vernachlässigter pflanzengenetischer Ressourcen,
  • Züchtung von Pflanzen mit Toleranz z.B. gegen Trockenheit und Versalzung,
  • Nutzung von Gemüse und Früchten zur Erzielung höherer Einkommen,
  • Tierhaltung zur Einkommensverbesserung,
  • integriertes Management von Land, Wasser und Forst sowie der Stärkung von Institutionen im ländlichen Raum und deren Gestaltung,
  • Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel.

Die Zentren reichen einmal jährlich einen Antrag ein, der mindestens einem fachlichen Schwerpunkt der CRPs entspricht. Neben den 15 Zentren der CGIAR sind das World Vegetable Center und ICIPE antragsberechtigt.

Entsprechend ihrer Schwerpunkte werden die Anträge einer fachlichen und entwicklungspolitischen Begutachtung unterzogen. Die Gutachter unterbreiten der BEAF Förderungsvorschläge. Die endgültige Auswahl trifft das BMZ. BEAF übermittelt die Entscheidung an die Zentren und erstellt die Verträge.

Bei der Auswahl der Projekte für die deutsche entwicklungsbezogene Agrarforschung orientiert sich die BEAF vor allem an den Bedürfnissen der Klein- und Mittelbauern. Deren Felderträge sind besonders an marginalen Standorten gefährdet: Oft fehlen ausreichend Nährstoffe, hemmen Trockenheit oder Versalzung das Pflanzenwachstum, zerstören Krankheiten die Ernten. Ob angepasste Pflanzensorten für saure, aluminiumhaltige Böden in Lateinamerika oder trockentolerante Sorten für die Sahelregion - die Züchtung von Nahrungspflanzen, die hohe Erträge liefern und resistent gegen Umweltstressfaktoren sind, spielt bei den geförderten Forschungsvorhaben eine große Rolle. Außerdem sollen Boden- und Wasserressourcen nachhaltig gesichert sowie Ernte und Nachernteverluste vermieden werden.

Um die Qualität und Zielrichtung der Forschung zu sichern, berät die BEAF die Zentren bei der Abwicklung. Die entwicklungspolitischen Wirkungen werden anhand der Jahres- und Schlussberichte ausgewertet. In ausgewählten Fällen führt die BEAF Evaluationen durch.

Darüber hinaus können die internationalen Agrarforschungszentren Mittel für innovative kleine Forschungsvorhaben (Small Grants) beantragen, die insbesondere die Kooperation zwischen dem Agrarforschungszentrum und einem deutschen Institut sowie der deutschen Entwicklungszusammenarbeit beflügeln sollen. Bisher wurden weit mehr als 100 Forschungsanträge bewilligt. Einreichungsschluss für Forschungsanträge ist der 30. April.

Guidelines - Project Funding for International Agricultural Research Centers. GIZ/BMZ, Januar 2018

giz2018-en-project-funding-guidelines-with-annex.pdf (pdf, 0.73 MB, EN)

zip-Datei enthält 3 Templates für einen Projektantrag

giz2018-en-templates-project-funding.zip (zip, 0.10 MB, EN)

Vorgaben für Small Grants (Guidelines – Small Grants for International Agricultural Research Centers), GIZ/BMZ, Februar 2018

giz2018-en-small-grants-guidelines.pdf (pdf, 0.28 MB, EN)

Zip-Datei mit 3 Vorlagen für einen Förderantrag Small Grants (englisch), Februar 2018

giz2018-en-templates-small-grants.zip (zip, 0.09 MB, EN)

International Agricultural Research – Liste der vom BMZ geförderten, laufenden Projekte. GIZ, September 2016.

giz2016-en-beaf-list-bmz-funded-projects.docx (docx, 0.37 MB, EN)
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Personalförderung

Die BEAF fördert den Einsatz von internationalen Fachkräften an den internationalen Agrarforschungsinstituten.

Zusammen mit dem Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) wird der Einsatz qualifizierter sogenannter Integrierter Fachkräfte (IF) aus Deutschland und den Ländern der Europäischen Union gefördert. Die Vertragslaufzeit beträgt bis zu sechs Jahre. Das Besondere dabei ist, dass diese Fachkräfte direkt an die internationalen Agrarforschungszentren vermittelt werden und daher in die Strukturen vor Ort voll eingebunden sind. Zugleich arbeiten sie eng vernetzt mit den GIZ-Programmen und -projekten in den jeweiligen Partnerländern. Über das CIM Programm für rückkehrende Fachkräfte werden auch Fachkräfte aus Entwicklungs- und Schwellenländern, die sich in Deutschland oder einem anderen OECD Land qualifiziert haben, an die internationale Agrarforschung vermittelt.

Hierdurch wird die Verbindung zwischen den internationalen Forschungszentren und der deutschen landwirtschaftlichen Forschung gestärkt und spezielles Know-how aus Deutschland international verfügbar gemacht. Die internationalen Fachkräfte forschen nicht nur im Bereich Agrarwissenschaft. Auch verwandte und angrenzende Bereiche wie Forstwirtschaft, Fischerei, Ernährungswissenschaft, Ökologie, Veterinärmedizin und weitere Disziplinen mit dem Schwerpunkt entwicklungsorientierter Forschung sind eingeschlossen.

Derzeit sind über 45 CIM-IF an den internationalen Agrarforschungsinstituten tätig und nehmen wichtige Aufgaben – auch bei der Identifizierung und Durchführung relevanter Forschungsprojekte sowie der Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis – wahr.

Interessierte Kandidaten prüfen bitte aktuelle Stellenangebote oder senden eine Initiativbewerbung:

www.cimonline.de

Nachwuchsförderung

Die oben erwähnte Personalvermittlung über CIM dient auch der Nachwuchsförderung im internationalen Agrarforschungsbereich. Junge Wissenschaftler aus den genannten Forschungsdisziplinen sind gezielt aufgerufen, sich bei CIM nach möglichen Vakanzen für sogenannte „Young Professionals“ an den internationalen Agrarforschungszentren zu erkundigen und/oder eine Initiativbewerbung einzureichen.

BEAF Masterprogram Flyer
Bild © Milo Mitchell / IFPRI

Außerdem unterstützt die BEAF Studierende von deutschen Hochschulen dabei für 6 Monate an internationalen Agrarforschungszentren Forschung für eine Diplom- oder Masterarbeit durchzuführen.

Aktuell befindet sich das Förderprogramm in einer Umstrukturierung. Künftig wird das Förderprogramm für Masterarbeiten gemeinsam mit ATSAF e.V., der Arbeitsgemeinschaft für Tropische und Subtropische Agrarforschung e.V., durchgeführt.

Bis auf weiteres werden daher keine Bewerbungen angenommen.

Für weitere Informationen zum neuen Bewerbungsverfahren wenden Sie sich bitte an cgmaster@atsaf.de.