Das Tuch der Könige - von einer Entwicklungspartnerschaft zum Weltkulturerbe

Unter der Schirmherrschaft der UNESCO wurde am 12. Januar die Sonderausstellung „Bark Cloth“ – das „Tuch der Könige“ – auf der Frankfurter Messe Heimtextil eröffnet.

Rindentuch

Bark cloth oder Rindentuch ist ein Vlies aus der Rinde des ostafrikanischen Feigenbaums Mutuba. Es gilt als Ur-Werkstoff. Bis ins 19.Jahrhundert waren die besten Tücher den Monarchen des noch heute existierenden tausendjährigen Königreichs Buganda vorbehalten. Die Rinde wächst extrem schnell nach und kann jährlich genutzt werden – ohne dass dabei ein Baum gefällt wird. Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielseitig und finden sich in Bekleidung, Produkt- oder Raumgestaltung, zum Beispiel für Verpackungen oder Möbel.

1999 nahm das ugandisch-deutsche Familienunternehmen „BARK CLOTH“ gemeinsam mit ugandischen Biobauern seine Tätigkeit als Pionier systematischer Rindentuchproduktion auf. Im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft von develoPPP.de wurde ein Projekt zur sozial- und umweltverträglichen Herstellung und Vermarktung des Rindentuchs von 2000 bis 2003 gefördert und gemeinsam mit der GTZ im Auftrag des BMZ durchgeführt. Heute sichert die Produktion hunderten kleinbäuerlichen Familien ein Einkommen.

2005 wurde die Produktion von Rindentuch zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt; 2011 erhielt das Unternehmen BarkCloth den Designerpreis Deutschland.

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