Migration und Entwicklung

Was hat Migration mit nachhaltiger Entwicklung zu tun? Noch vor einigen Jahren ging es bei den Diskussionen um den Einfluss von Migration auf Entwicklung vor allem um die Schwierigkeiten und Nachteile für die Ziel- und Herkunftsländer der Migranten. Die Sorge, dass Migration zur Abwanderung von Fachkräften und deren Know-how, dem so genanntem „Brain Drain“ führt, war eine der Thesen. Heute ist die Sicht auf die Zusammenhänge differenzierter: Migration kann Entwicklung unter Umständen negativ beeinflussen, birgt aber gleichzeitig enorme Potentiale für nachhaltige Entwicklung.
2013 lebten laut den Vereinten Nationen 232 Millionen Menschen außerhalb ihres Herkunftslandes: Das sind 3,2 Prozent der Weltbevölkerung. Viele dieser internationalen Migranten halten den Kontakt zu Freunden und Familie aufrecht, unterstützen und besuchen sie oder investieren im Herkunftsland. Manche kehren nach einiger Zeit ganz in ihr Herkunftsland zurück, andere pendeln zwischen beiden Ländern. Migranten kennen die kulturellen Besonderheiten zweier Welten und sprechen deren Sprachen. So können sie zwischen Herkunfts- und Aufnahmeländern Brücken bauen. Aus diesen Verbindungen entstehen vielfältige Potenziale und Chancen, die für nachhaltige Entwicklung genutzt werden können.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat daher die GIZ damit beauftragt, Mechanismen und Konzepte zu entwickeln, die die Potenziale von Migration fördern. Das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM), eine Arbeitsgemeinschaft der GIZ und der  Bundesagentur für Arbeit (BA), hat für jede Phase des Migrationszyklus Angebote für Migranten entwickelt:

  1. Für Menschen, die sich mit Vereinsprojekten aus der Ferne für ihr Herkunftsland engagieren wollen
  2. Für Migranten in Deutschland, die ein Unternehmen im Herkunftsland gründen und die Brücken zwischen beiden Ländern nicht abbrechen lassen wollen
  3. Für qualifizierte Rückkehrer, die in Schlüsselpositionen vor Ort Entwicklung voranbringen möchten.

CIM steht Kooperationsländern der deutschen Bundesregierung mit einem Beratungsangebot zu geeigneten migrationspolitischen Maßnahmen zur Seite. Hierzu gehören beispielsweise Themen wie der Schutz der Migranten, Anreize zur Rückkehr und die Einbindung der Diaspora.

Kontakt

Peter Bonin
migration@giz.de
Telefon: +49 6196 79-6338
Fax: +49 (6196) 79 80 6338


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