Migration und Entwicklung

Was hat Migration mit nachhaltiger Entwicklung zu tun? Noch vor einigen Jahren ging es bei den Diskussionen um den Einfluss von Migration auf Entwicklung vor allem um die Schwierigkeiten und Nachteile für die Herkunftsländer der Migranten. Die Sorge, dass die Abwanderung von Fachkräften und deren Know-how zum so genanntem „Brain Drain“ führt, war eine der dominierenden Thesen. Heute ist die Sicht auf die Zusammenhänge differenzierter: Migration kann Entwicklung unter Umständen negativ beeinflussen, birgt aber gleichzeitig enorme Potenziale für nachhaltige Entwicklung. Nicht zuletzt die Agenda 2030 und der Addis Abeba Aktionsplan erkennen die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Migration und Entwicklung an und fordern, dass die Potenziale von Migration stärker gefördert und die Risiken, wie etwa die Ausbeutung von Arbeitsmigranten, gemindert werden. Das Ziel 10.7 der Agenda 2030 ruft die Mitgliedstaaten auf, eine geordnete, sichere, reguläre und verantwortungsvolle Migration und Mobilität von Menschen zu erleichtern, unter anderem durch die Anwendung einer gut gesteuerten Migrationspolitik. Diese Ausrichtung wurde erneut in der New York Deklaration der Vereinten Nationen bestätigt und wird die Ausgestaltung des „Migration Compact“ bis 2018 prägen.

Im April 2016 lebten laut den Vereinten Nationen mehr als 250 Millionen Menschen außerhalb ihres Herkunftslandes: Das sind rund 3,4 Prozent der Weltbevölkerung. Das Geschlechterverhältnis ist mit 48% weiblichen und 52% männlichen Migranten relativ ausgeglichen. Viele dieser internationalen Migranten halten den Kontakt zu Freunden und Familie aufrecht, unterstützen und besuchen sie oder investieren im Herkunftsland. Manche kehren nach einiger Zeit ganz in ihr Herkunftsland zurück, andere pendeln zwischen beiden Ländern. Migranten kennen die kulturellen Besonderheiten zweier Welten und sprechen meistens deren Sprachen. So können sie zwischen Herkunfts- und Aufnahmeländern Brücken bauen. Aus diesen Verbindungen entstehen vielfältige Potenziale und Chancen, die für nachhaltige Entwicklung genutzt werden können.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat daher die GIZ damit beauftragt, Instrumente und Konzepte zu entwickeln, die die Potenziale von Migration fördern und Risiken adressieren. Die GIZ hat für jede Phase des Migrationszyklus Angebote entwickelt, d.h. Unterstützungsmaßnahmen für Migranten vor der Migration (z.B. Migrationsberatung für potenzielle Migranten, Vor-Integration und Weiterbildung), während der Migration (z.B. Integration, Kooperation mit Migrantenorganisationen) und nach der Migration (z.B. Reintegration).

Die GIZ steht Kooperationsländern der deutschen Bundesregierung mit einem Beratungsangebot zu geeigneten migrationspolitischen Maßnahmen zur Seite und unterstützt regionale Organisationen bei der Umsetzung bestehender Migrationsrahmenwerke. Die GIZ konzentriert ihre Unterstützung auf:

  • Migrationspolitikberatung,
  • Mobilität von Arbeitskräften,
  • Entwicklungswirkung von Geldtransfers der Migranten,
  • Privatwirtschaftsentwicklung durch Beiträge von Migranten,
  • gemeinnütziges Engagement von Diasporagemeinschaften in den Herkunftsländern,
  • Wissenstransfer durch Rückkehr und
  • Integration und Reintegration.
     

Kontakt

Peter Bonin
migration@giz.de
Telefon: +49 6196 79-6338
Fax: +49 (6196) 79 80 6338