Ansatz

Aus der Verbindung von Migration und Entwicklung entstehen vielfältige Potenziale und Chancen, die für nachhaltige Entwicklung genutzt werden können. Die Umsetzung migrationsbezogener Projekte birgt aber auch Herausforderungen. Auf unterschiedliche Rahmenbedingungen, Erfordernisse und Akteure muss angemessen und gendersensibel reagiert werden. Aus diesem Grund erarbeitet die GIZ im Auftrag des BMZ Konzepte und Instrumente, die die positiven Wirkungen der Migration auf Entwicklung verstärken und mit Migration verbundene Risiken mindern. Im Fokus stehen dabei immer die Herkunftsländer, die Aufnahmeländer und die Migranten selbst. Die deutsche EZ verfolgt einen (menschen-) rechtsbasierten Ansatz und unterstützt staatliche und nicht-staatliche Akteure in Kooperationsländern auf nationaler und kommunaler Ebene dabei, ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Gleichzeitig sollen Migranten als Rechtsinhaber gestärkt und angemessen an Entscheidungen und Maßnahmen beteiligt werden.
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Diasporaaktivitäten

Das Know-how der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Projektmanagement mit dem Wissen und der Motivation der Diasporagemeinschaften zu verbinden vervielfacht die Wirkung der jeweiligen Aktivitäten.

Kooperationen zwischen der GIZ und Migrantenorganisationen verfestigen sich immer mehr und sind ein guter Weg, um neue Partner zu erschließen, Wissen zu kombinieren und die Potenziale von Migration in der Entwicklungszusammenarbeit zu nutzen.

Über das Programm „Migration für Entwicklung“ fördert und berät die GIZ Projekte von Migrantenorganisationen. Neben der Unterstützung von entwicklungspolitisch relevanten Projekten der Migrantenorganisationen in ihren Herkunftsländern, zielt der Ansatz außerdem darauf ab, Migrantenorganisationen als Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit zu etablieren. Dazu werden Capacity-Building-Maßnahmen zu entwicklungspolitisch relevanten Themen, aber auch Projekt- und Finanzmanagement angeboten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vernetzung von Akteuren in Deutschland aber auch auf internationaler Ebene, um so einen Austausch und gegenseitiges Lernen zu fördern.

Beispiele aus der Praxis
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Geldtransfers

Die GIZ hat im Auftrag des BMZ die weltbankzertifizierte Preisvergleichswebseite www.geldtransFAIR.de aufgebaut. Hier können sich Migranten über die verschiedenen Angebote von Banken und anderen Finanzdienstleistern für Auslandsüberweisungen informieren und Preise vergleichen. Damit leistet die Seite einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung von Transparenz und Wettbewerb auf dem deutschen Geldtransfer-Markt und somit zur Senkung der durchschnittlichen Kosten.

Darüber hinaus berät die GIZ sowohl politische Entscheidungsträger in Deutschland als auch ihre Partner im Ausland dabei, die richtigen Bedingungen zu schaffen, um Geldtransfers wirksamer für die Entwicklung von Ländern zu machen. Das ist besonders wichtig in Ländern und Regionen, in denen viele Haushalte, aber auch die Gesamtwirtschaft von diesen Geldern stark abhängen. In manchen Ländern machen die Transfers einen großen Teil des Bruttonationaleinkommens aus. Dafür entwickelt die GIZ zum Beispiel mit Banken in den Herkunftsländern verschiedene, auf die Bedürfnisse der Migranten zugeschnittene Finanzprodukte wie Versicherungen, Spar- und Kreditangebote. Durch Informationskampagnen werden diese Produkte dann bei der in Deutschland lebenden Diaspora bekannt gemacht.

Beispiel aus der Praxis GeldtransFAIR
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Politikberatung

In der Gestaltung von Migrationspolitik sind nicht nur die Aufnahmeländer gefragt. Auch für die Herkunftsländer der Migranten ist es wichtig, dieses Thema in nationale Entwicklungsstrategien aufzunehmen. Die deutsche Entwicklungspolitik steht dabei mit einem Beratungsangebot zur Seite: Die GIZ entwickelt Konzepte und unterstützt dabei, Migrationspolitik konstruktiv umzusetzen.

Migranten finden eher den Weg zurück, wenn ihnen die Rückkehr erleichtert wird – zum Beispiel durch Reintegrationsmaßnahmen, oder wenn Renten- wie Versicherungsansprüche auch im Herkunftsland gesichert sind. Die GIZ berät in den Projekten, die sie für die Bundesregierung durchführt, unterschiedliche Politikfelder. In zahlreichen Fällen spielt auch hier das Thema Migration eine Rolle. Geht es beispielsweise um die Reform der Berufsbildung in einem Land, richtet sich der Blick nicht nur auf die Erfordernisse vor Ort, sondern unter Umständen auch auf die Qualifizierung der Bevölkerung für potenzielle Jobs im Ausland.

So fließt das Thema Migration in die unterschiedlichen Beratungen mit ein. Mobilitätspartnerschaften zwischen Ländern und Konzepte wie das der zirkulären Migration können bessere Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Menschen mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen zwischen Ländern hin und her wandern. Durch geeignete institutionelle Rahmenbedingungen kommen die „Brücken“, die dadurch entstehen, dem Herkunfts- und dem Aufnahmeland zugute.

Beispiel aus der Praxis
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Privatwirtschaftsentwicklung durch Migration

Viele Migranten sind privatwirtschaftlich tätig und fördern die Wirtschaftsentwicklung in ihren Herkunfts- und Aufnahmeländern durch Unternehmensgründungen oder Investitionen. Oft ist hier die Anbindung an entwicklungspolitische Programme sinnvoll, da viele dieser Programme daran arbeiten, die Bedingungen für privatwirtschaftliches Engagement zu verbessern. Die GIZ fördert und vermittelt solche Kooperationen und unterstützen Wissenstransfer durch Unternehmensgründungen.

Die GIZ unterstützt Institutionen in den Kooperationsländern dabei, interessierte Migranten mit Informationen über Märkte, Qualitätsstandards und Regularien in Herkunfts- und Aufnahmeland zu versorgen. Weitere Beratungsdienstleistungen rund um das Thema Geschäftsgründung und Betriebsführung werden auf die Bedürfnisse der Migranten zugeschnitten. Finanzierungsfragen sind eine besondere Herausforderung, etwa wenn Migranten nicht ausreichend Sicherheiten im Herkunftsland vorweisen können. Die GIZ unterstützt Finanzinstitutionen daher bei der Entwicklung geeigneter Finanzdienstleistungen, um Migranten und ihren Familien Kapital für Unternehmensgründungen und Investitionen anzubieten.

Ein Hauptanliegen der deutschen Bundesregierung ist es, das Investitions- und Geschäftsklima in den Kooperationsländern zu verbessern. Halten Migranten sich nur zeitweise in den Herkunftsländern auf und wickeln ihre Geschäfte aus der Ferne ab, benötigen sie passende Beratungsdienstleistungen. Es ist für sie auch besonders wichtig, dass Registrierungsverfahren einfach und überschaubar sind und Rechtssicherheit gewährleistet ist.

Beispiel aus der Praxis
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Entwicklungsorientierte Arbeitsmobilität

Damit Arbeitsmigration dem Herkunftsland, den Arbeitgebern im Zielland und den Migranten selbst Vorteile bringt, ist es wichtig Arbeitsmobilität entwicklungsorientiert zu gestalten. Die GIZ führt Pilotprojekte zu entwicklungsorientierter Fachkraftvermittlung nach Deutschland durch und berät Regierungsstellen, Migranten und Arbeitgeber.

Die GIZ unterstützt Regierungsstellen, Migranten und Arbeitgeber in allen Phasen des Migrationszyklus: Vor der Ausreise und während der Migration – zum Beispiel bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen, Weiterbildungen und Sprachkursen, bei der Integration in Deutschland und der Anerkennung von Qualifikationen sowie bei der Rückkehr und Reintegration in das Herkunftsland, sprich zur Phase nach der Migration.

Die GIZ und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit führen beispielsweise entwicklungsorientierte Projekte mit Krankenpflegepersonal aus den Philippinen, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina zur Arbeitsmigration nach Deutschland durch. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Deutschland werden so neu und nachhaltig wirksame Ansätze entwickelt, um ausländische Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen. Mit Blick auf den Anstieg weiblicher Arbeitsmigration in Deutschland und weltweit – u.a. in Pflegeberufen – wird dabei immer auch auf eine gendersensible Gestaltung der Ansätze geachtet werden.

Triple Win

Kontakt

Peter Bonin
migration@giz.de
Telefon: +49 6196 79-6338
Fax: +49 (6196) 79 80 6338