Ansatz

Brasilien. Copyright GIZ / Caio Vilela

In vielen Entwicklungsländern ist gerade das Leben von Kindern und Jugendlichen häufig geprägt durch Armut und mangelnde Perspektiven. Selbst staatliche Einrichtungen, Schulen oder Unternehmen vermögen daran nicht immer etwas zu ändern. Sport kann eine Rolle übernehmen, die deutlich über das Erlernen von physischen Fähigkeiten hinausgeht: Sport kann als Bildungs- und Erziehungsinstrument eingesetzt werden, hilft bei HIV/AIDS- und Gewaltprävention und hat generell positive Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Schließlich vermittelt Sport sogenannte „lifeskills“ – Fähigkeiten, die dabei helfen, schwierige Lebenssituationen zu meistern und Perspektiven für die eigene Zukunft zu entwickeln.

Schwerpunkte unserer Arbeit sind neben der Politikberatung und der Positionierung im Themenbereich „Sport für Entwicklung“ die Vernetzung und Koordination der deutschen Akteure sowie die Planung und Umsetzung anwendungsbezogener Pilotmaßnahmen zu „Sport für Entwicklung“.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit möchte mit ihren Angeboten vor allem Kinder und Jugendliche erreichen. Junge Menschen, die sonst nur Chancenlosigkeit kennen, entwickeln über den Sport oft ein neues Lebensgefühl. Die besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Mädchen und Frauen, da sie oft zusätzlich benachteiligt sind, aber auch der Inklusion von Menschen mit Behinderung im und durch den Sport. Im Mittelpunkt steht dabei immer der soziale Aspekt im Sinne von „Sport für Entwicklung“. Im Fokus aller Maßnahmen steht die Betonung der sozialen Zielsetzung des Sports in Hinblick auf Nachhaltigkeit in seiner Mehrdimensionalität und „Sport für Entwicklung“ („Sport und Bildung“, „Sport und HIV-Prävention“, „Sport und Gender“, „Sport und Friedensförderung“ etc.)“. Neben der gezielten Förderung außerschulischer Sportangebote liegt ein weiterer inhaltlicher Aspekt in der Aufarbeitung der Erfahrungen und darin, diese zur Verfügung zu stellen. Zudem verfügen wir über die Expertise, Schulsport stärker in den nationalen Lehrplänen zu verankern und Sport mit beruflicher Bildung und Beschäftigungsförderung zu verbinden, etwa über die Ausbildung von Jugendlichen zu Trainern.

Die Pilotmaßnahmen stärken auch im Sinne der Nachhaltigkeit zivilgesellschaftliche Strukturen und beziehen diese mit ein. Es ist uns ein zentrales Anliegen, auch in Zukunft privatwirtschaftliche Unternehmen für Aktivitäten zu „Sport für Entwicklung“ zu gewinnen und gemeinsame Interessen zu fördern.

Wir wollen Sport und Entwicklung stärker verzahnen. Zur Erreichung der Ziele arbeitet die GIZ mit Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen (NROs) zusammen, die Sport bereits erfolgreich zur persönlichen und beruflichen Entwicklungsförderung Jugendlicher einsetzen. Die Wissenschaft begleitet und überprüft unsere Arbeit. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt: Sport fördert Kompetenzen, regt zum Dialog an und kann zu relevanten Entwicklungszielen beitragen. Genau darin liegt sein großes Potenzial für die Entwicklungszusammenarbeit.

Wir möchten die Erfahrungen, Ansätze und Kooperationen zwischen staatlichen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaft mit Bezug zum Sport noch stärker nutzen. Dafür ist es wichtig, dass sich deutsche Akteure besser vernetzen. Diesen Prozess unterstützen wir. Über den nationalen Bereich hinaus streben wir eine Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Netzwerken sowie mit Institutionen der Partnerländer und der Zivilgesellschaft an.