Öffentlicher Nahverkehr in Johannesburg

Zwei Männer verlassen einen Bus an der Bushaltestelle

Schnell wachsende Metropolen stehen bei steigender Bevölkerungs- und Besucherzahl vor der Herausforderung, einen effektiven Öffentlichen Nahverkehr aufzubauen. Johannesburg ist dieses Problem gemeinsam mit GIZ IS angegangen.

Projekttitel: Bus Rapid Transit System Johannesburg (BRT)
Auftraggeber: Stadtverwaltung Johannesburg
Finanzier: Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Land: Südafrika
Projektzeitraum: April 2008 bis März 2011
Projektvolumen: 2 Mio. Euro

Ausgangssituation
Wie in den meisten Großstädten der Welt wächst auch in Johannesburg die Bevölkerung stetig. Trotz enormer Investitionen kann die Straßeninfrastruktur mit diesem Wachstum nicht mithalten. Gerade die ärmere Bevölkerung am Rande der Stadt bekam die schwierige Verkehrssituation zu spüren. Die Menschen waren bislang auf die privat betriebenen Minibustaxen angewiesen, die oft veraltet, nicht verkehrssicher und unzuverlässig waren.

Ziel
2013 soll in Johannesburg ein effektives, erschwingliches öffentliches Nahverkehrssystem zur Entspannung der Verkehrssituation und Reduzierung der Luftverschmutzung beitragen. Es wird mit einem Streckennetz von 122 Kilometern in Betrieb genommen werden.

Vorgehensweise
GIZ IS hat die Stadt Johannesburg von 2008 bis 2011 bei der Planung und dem Bau eines effektiven und erschwinglichen öffentlichen Bus Rapid Transit System (BRT) beraten. Dabei wurde ein Finanzierungsmodell sowie die Details des Streckennetzes entwickelt und die Verantwortlichen und künftigen Mitarbeiter geschult.

Leistungen

  • Capacity Development und Trainingsmaßnahmen für die Einführung und später das Betreiben des BRT-Systems 
  • Projektplanung des BRT-Systems (Routen, Anzahl, Größe und Ort der Busstationen) 
  • Unterstützung bei der Erstellung von Ausschreibungsunterlagen und Verträgen mit Bus- und Stationsbetreibern 
  • Beratung bei der Messung und Maximierung der positiven Umweltauswirkungen 
  • Beratung in allen Finanzfragen (Finanzierung, Tarife, Honorare an Busbetreiber)

 

Wirkungen

  • Im August 2009 wurde die erste Strecke zwischen Soweto und der Innenstadt in Betrieb genommen.
  • 40 Busse bedienten auf einer Strecke von 25,5 Kilometer 27 Stationen. Bis Mai 2010 wurden mehrere Zulieferstrecken gebaut und die Zahl der Busse auf 143 erhöht.
  • Die Besucher der Fußball-WM 2010 konnten bequem, schnell und sicher die beiden Austragungsstätten erreichen.
  • Zurzeit werden pro Tag insgesamt 70.000 Passagiere befördert. Da die Fahrten um die Hälfte günstiger sind als zuvor, kommt das neue Schnellbussystem vor allem der ärmsten Bevölkerung zu Gute. 
  • 1.120 feste Arbeitsplätze wurden neu geschaffen. 
  • BRT ist die bisher größte Investition der Stadt Johannesburg, um einen signifikanten Beitrag zur Reduzierung der CO2 Emissionen zu leisten. 
  • Das modernste Busliniensystem ist auf dem afrikanischen Kontinent das bisher Einzige seiner Art und zieht Fachbesucher und Journalisten aus aller Welt an.

Kontakt

Daniel Passon
daniel.passon@giz.de